Strategy unterstützt CLARITY Act nach Milliardenverlust
Nach einem Quartalsverlust von 8,22 Milliarden Dollar setzt Strategy auf klarere US-Krypto-Regeln. Die CLARITY Act soll die Rollen von SEC und CFTC abgrenzen, während MSTR nahe dem 52-Wochen-Tief notiert.

Wichtigste Erkenntnisse
- Strategy hat sich hinter die CLARITY Act gestellt, einen Tag nachdem das Unternehmen einen Quartalsverlust von 8,22 Milliarden Dollar gemeldet hatte.
- MSTR fiel um 4,56 % auf 93,28 Dollar und handelte damit nahe dem 52-Wochen-Tief von 81,81 Dollar.
- Die CLARITY Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer trennen und könnte neue Registrierungswege für Krypto-Anbieter eröffnen.
Strategy hat die CLARITY Act unterstützt, nur einen Tag nachdem das Unternehmen einen Quartalsverlust von 8,22 Milliarden Dollar gemeldet hatte. Für MSTR kommt damit zu den Zahlen für das zweite Quartal eine neue regulatorische Erzählung hinzu, auf die sich das Unternehmen stützen kann, während die Aktie weiterhin nahe dem 52-Wochen-Tief gehandelt wird.
Timing nach schwachen Zahlen
Das früher als MicroStrategy bekannte Unternehmen legte seine Quartalszahlen am 30. Juli vor und sprach sich einen Tag später für das Marktstrukturgesetz aus. Damit rückte eine politische Position direkt in den Nachgang des Earnings Calls. Für Anleger bedeutet das, dass neben den Ergebnissen auch der Fortschritt bei den Krypto-Regeln stärker in die Bewertung von MSTR einfließt.
Die Zahlen fielen deutlich schwächer aus als im Vorjahreszeitraum. Eine Abschreibung über 8,32 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) führte zu einem Nettoverlust von 8,22 Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) beziehungsweise 24,45 Dollar (21 Euro) je verwässerter Aktie. Ein Jahr zuvor hatte Strategy noch einen Gewinn von 32,60 Dollar (28 Euro) je Aktie ausgewiesen.
Der Markt reagierte prompt. MSTR schloss am Freitag bei 93,28 Dollar (81 Euro), ein Minus von 4,56 %, und lag damit nur rund 14 % über dem 52-Wochen-Tief von 81,81 Dollar (71 Euro). Clear Street senkte das Kursziel zudem von 240 Dollar (209 Euro) auf 201 Dollar (175 Euro).
Was sich durch das Gesetz ändern würde
Die CLARITY Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer voneinander abgrenzen. Nach dem vorgesehenen Modell würden wertpapierähnliche Token unter die SEC fallen, während digitale Commodities der CFTC zugeordnet würden. Ziel des Gesetzes ist es, die rechtliche Unsicherheit rund um Krypto zu verringern. Zudem könnte es Registrierungswege für Krypto-Börsen, Broker, Dealer und Token-Emittenten schaffen.
Für Strategy geht es dabei nicht nur um Bitcoin selbst, sondern vor allem um die Finanzierung der Bilanz. In diesem Jahr hat das Unternehmen bereits 17,06 Milliarden Dollar (14,9 Milliarden Euro) über At-the-Market-Equity-Programme eingesammelt, während die Ausgabe von STRC Preferred Shares weitere 7,53 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) beigesteuert hat. Diese Finanzierungskosten sind relevant, weil Strategy auf STRC 12 % zahlt, solange die Anteile unter dem Nennwert von 100 Dollar (87 Euro) notieren.
CFO Andrew Kang sagte zuvor, dass die effektiven Finanzierungskosten bei 10,8 % liegen, während die Bitcoin-Yield für dieses Jahr bei 4,5 % steht. Verringert sich diese Spanne, verbessert sich der Spielraum für einen höheren Gewinn je Aktie. Genau darin liegt der Kern der Investment-Story hinter MSTR, nicht nur im Bitcoin-Exposure.
Warum Anleger das verfolgen
Für europäische Krypto-Interessierte ist vor allem wichtig, dass die US-amerikanische Gesetzgebung nicht losgelöst von der Marktstruktur betrachtet werden kann. Die CLARITY Act hat bereits Unterstützung im Repräsentantenhaus erhalten und eine wichtige Abstimmung im Senate Banking Committee überstanden, ist aber noch kein Gesetz. Damit zeigt sie beispielhaft, wie Krypto-Regulierung zugleich politisch, rechtlich und kapitalmarktgetrieben bleibt.
Strategy macht mit seiner Position deutlich, wie stark börsennotierte Krypto-Unternehmen von dieser Mischung abhängen. Die Aktie reagiert nicht nur auf Bitcoin, sondern auch auf die Frage, ob institutionelle Marktteilnehmer mehr Vertrauen in die zugrunde liegenden Regeln und Finanzierungsstrukturen gewinnen.