Strategy nennt MSCI-Plan diskriminierend für Bitcoin-Treasuries
Strategy sagt, dass MSCI mit neuen Indexregeln vor allem Bitcoin-Treasuries trifft. Die Konsultation könnte Folgen für Unternehmen wie Metaplanet und SharpLink haben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Strategy nennt den MSCI-Vorschlag, Unternehmen mit vielen nicht-operativen Aktiva auszuschließen, diskriminierend, willkürlich und irreführend.
- MSCI prüft, ob digitale Asset-Treasury-Unternehmen noch in die Global Investable Market Indexes gehören, und nimmt bis zum 30. September Rückmeldungen an.
- Strategy kaufte vergangene Woche 4.603 BTC, während die Aktie MSTR am Montag um 4,42 % auf $132,94 stieg.
Strategy hat sich deutlich gegen einen neuen MSCI-Vorschlag ausgesprochen, der Unternehmen mit vielen nicht-operativen Aktiva aus den Global Investable Market Indexes heraushalten könnte. Nach Ansicht des Unternehmens zielt die Maßnahme faktisch auf digitale Asset-Treasury-Unternehmen ab, und Strategy bezeichnet die Konsultation als diskriminierend, willkürlich und irreführend.
Streit um Indexregeln
In einem Brief vom Montag, unterzeichnet von Executive Chairman Michael Saylor und CEO Phong Le, sagt Strategy, MSCI solle den Vorschlag besser zurückziehen. Das Unternehmen stellt klar, dass die Maßnahme kaum bis gar keine Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell hätte, aber den Ruf von MSCI als neutralem Indexanbieter schädigen könnte.
MSCI hat vergangenen Monat eine Konsultation für Unternehmen eröffnet, deren operative Aktiva weniger als 50 % der gesamten Aktiva ausmachen. Solche Unternehmen bekommen fünf zusätzliche Finanzkennzahlen vorgelegt. Wenn ein Unternehmen bei mindestens vier dieser fünf Tests durchfällt, gilt es nicht mehr als für die Aufnahme in den Index geeignet.
Strategy sieht darin einen verkappten Versuch, digitale Asset-Treasury-Unternehmen, oft als DATs abgekürzt, zu treffen. Nach Angaben des Unternehmens sind die Begriffe „operating“ und „non-operating“ in den US-amerikanischen GAAP, IFRS oder bestehenden wertpapierrechtlichen Tests nicht klar definiert. Strategy sagt außerdem, dass MSCI Bitcoin als nicht-operativen Aktivposten behandelt, während das Unternehmen seine Bitcoin-Treasury selbst als operatives Segment ausweist.
Was MSCI jetzt prüft
Die Konsultation ist eine Fortsetzung der Überprüfung von 2025, in der MSCI bereits untersucht hat, ob digitale Asset-Treasury-Unternehmen noch in die Indizes gehören. Nach Kritik aus der Branche entschied MSCI im Januar, solche Unternehmen damals nicht auszuschließen und die Kriterien erneut zu bewerten. In einer Simulation vom Mai 2026 wurden Strategy, Metaplanet und das Uranunternehmen Yellow Cake direkt für eine Streichung vorgesehen, während SharpLink auf die Watchlist kam.
MSCI nimmt Rückmeldungen zu dem Vorschlag bis zum 30. September an. Das Ergebnis wird spätestens am 16. Oktober erwartet. Falls sich etwas ändert, sollen die neuen Regeln im Dezember in Kraft treten. Laut der zusätzlichen Erläuterung will MSCI außerdem Puffer einsetzen, um Indexwechsel zu begrenzen, und bestehende Namen könnten erst nach zwei aufeinanderfolgenden Messzeitpunkten entfernt werden.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil es zeigt, wie weit die Debatte über Bitcoin in traditionellen Marktindizes inzwischen fortgeschritten ist. Strategy gehört mit seinem großen Bitcoin-Bestand zu den bekanntesten börsennotierten Unternehmen, die Krypto als Kern der Bilanz nutzen. Das Ergebnis der MSCI-Konsultation könnte deshalb auch breiter als Test dafür gelesen werden, wie Indexanbieter mit solchen Unternehmen umgehen.
Strategy selbst blieb derweil aktiv. Die Aktie MSTR stieg am Montag um 4,42 % auf $132,94 (€115). Das Unternehmen meldete am selben Tag außerdem, dass es vergangene Woche 4.603 BTC zu einem durchschnittlichen Preis von $80.318 (€69.300) pro Bitcoin gekauft hat.