Stripe und Advent bieten 53 Milliarden Dollar für PayPal
Stripe und Advent wollen PayPal für 53 Milliarden Dollar übernehmen. Im Fokus stehen Zahlungsinfrastruktur und Stablecoins. Die Verbindung von Bridge und PYUSD könnte die Branche weiter neu ordnen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Stripe und Advent International haben gemeinsam ein Angebot über rund 53 Milliarden Dollar für PayPal vorgelegt.
- Der gebotene Preis von 60,50 Dollar je Aktie liegt 28 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag. PayPal hat sich bislang nicht dazu geäußert.
- Für den Krypto-Sektor ist der mögliche Deal vor allem wegen der Verbindung von Stripes Stablecoin-Infrastruktur und PayPals PYUSD interessant.
Stripe und die Private-Equity-Gesellschaft Advent International haben gemeinsam ein Übernahmeangebot für PayPal im Volumen von rund 53 Milliarden Dollar (46,5 Milliarden Euro) abgegeben. Geboten werden 60,50 Dollar (53 Euro) je Aktie, was einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag entspricht. Von PayPal liegt dazu bisher keine Stellungnahme vor.
Angebot für alten Zahlungsrivalen
Der Vorstoß fügt sich in eine breitere Welle von Transaktionen im Finanzsektor ein. Stripe, 2010 gegründet und im Markt vor allem für Zahlungsinfrastruktur im Internet sowie Krypto-Bezug bekannt, versucht gemeinsam mit Advent die Übernahme eines seiner langjährigen Rivalen. Advent zählt zu den großen Private-Equity-Häusern und verwaltet Vermögen in zweistelliger Milliardenhöhe. In der Vergangenheit hat die Gesellschaft bereits mehrfach auf Zahlungsunternehmen in Europa gesetzt.
Laut der Meldung wurde das Angebot bereits Anfang dieses Monats eingereicht, nachdem es im April zunächst eine Kontaktaufnahme gegeben hatte. Finanziert werden soll der Deal über zugesagte Bankkredite in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar (43,8 Milliarden Euro). Vorgesehen ist, PayPal als eigenständige Einheit zu belassen, während Stripe und Advent jeweils einen gleich großen Anteil übernehmen würden.
Stablecoin-Puzzle für die Branche
Auch für den Kryptomarkt ist der mögliche Zusammenschluss relevant, weil Stripe über Bridge bereits eine ausgebaute Infrastruktur für Dollar-Token aufgebaut hat. Bridge wurde 2025 für 1,1 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro) übernommen und ermöglicht Unternehmen, eigene dollarbesicherte Token auszugeben, statt eine eigene Verbrauchermünze zu betreiben.
Dem gegenüber steht PayPals PYUSD, der eigene Stablecoin des Unternehmens. Er hat bereits eine breite Reichweite bei Endkunden erreicht und kommt auf eine Marktkapitalisierung von fast 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro). Sollten beide Bausteine unter einem Eigentümer zusammengeführt werden, entstünde eine Kombination aus Emissionsinfrastruktur und Vertrieb an Endnutzer. Genau diese Verbindung gewinnt im Stablecoin-Markt zunehmend an Bedeutung.
Was das bedeuten könnte
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem bemerkenswert, dass klassische Zahlungsunternehmen und Stablecoin-Infrastruktur immer enger zusammenrücken. Das geschieht in einer Phase, in der die weltweite M&A-Aktivität spürbar zunimmt und Zahlungsnetzwerke wieder stärker als strategische Assets wahrgenommen werden. Ob PayPal dem Angebot am Ende zustimmt, ist derzeit offen.