Das Band zwischen Assange, Bitcoin und Satoshi
Satoshi war weg, Wikileaks blieb standhaft.

Satoshi war weg, Wikileaks blieb standhaft. Julian Assange ist frei. Seine Mission war von Anfang an mit Bitcoin verbunden. Schauen wir uns die Geschichte mal genauer an.
Fünf Jahre in Belmarsh, dem "Guantanamo von Großbritannien", isoliert in einer Zelle von zwei auf drei Meter, 23 Stunden am Tag: Das war das Leben von Julian Assange. Dafür gab es politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London. Die politische Verfolgung über zwölf Jahre geht damit zu Ende. Die Wikileaks-Plattform verkündet mit Stolz: Der australische Whistleblower ist frei.
Es hängt immer noch eine Gefängnisstrafe in den USA über ihm, aber die meisten Anklagen gegen Assange werden fallengelassen. Das ist das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits. Und auch: Ein wichtiger Sieg für Bitcoin.
Julian Assange war von Anfang an ein Bitcoiner
Genau wie Satoshi Nakamoto, der geheime Erfinder von Bitcoin, gilt Julian Assange als einer der wichtigsten Cypherpunks, die Rebellen der Kryptowährung. In den Neunzigerjahren erklärten sie den Krieg gegen Big Brother und den USA-Staat mithilfe von Code und vor allem Kryptografie, dem Verschlüsseln von Daten. Teil dieser Vision war auch digitales Geld. Im Laufe der Jahre wurden dafür verschiedene Entwürfe ausprobiert, Ideen geteilt und weiterentwickelt, bis Satoshi Nakamoto 2009 daraus das Konzept Bitcoin in seinem White Paper zusammenbrachte – das Konzept: Bitcoin.
Ohne die Erfindung von Bitcoin hätte Wikileaks wahrscheinlich nie überlebt. Und ohne Wikileaks wäre Satoshi Nakamoto vielleicht nie so schnell verschwunden. Die Rechercheplattform veröffentlichte 2010 rund 250.000 Kriegsdokumente. Diese Leaks beschrieben die Kriegsverbrechen des US-Militärs in Afghanistan und im Irak. Ein gigantischer Skandal. Die Plattform wird von Hackern angegriffen und erstmals wird Bitcoin in diesem Kontext öffentlich genannt. Zum Leidwesen von Satoshi Nakamoto, dem Erfinder. Er veröffentlichte seine vorletzte Nachricht im Bitcoin Talk-Forum am 11. Dezember 2010. Vier Monate später verschwand er spurlos:
„Es wäre schön gewesen, diese Aufmerksamkeit in einem anderen Kontext zu erhalten. WikiLeaks hat den Wespennest aufgeschreckt, und die Wespen kommen auf uns zu.“
Satoshi Nakamoto
2003? 2013 wendet Wikileaks sich direkt an Bitcoin. Die US-Regierung blockiert Assanges persönliche Bankkonten, seinen Zugang zu Visa, Mastercard und sogar PayPal. "Bitcoin war die einzige Möglichkeit, wie Wikileaks überleben konnte", sagte Gabriel Shipton, sein Bruder, in einem Interview. Die Organisation ruft zu Spenden in Bitcoin auf und finanziert sich seitdem über die unverifizierbare digitale Münze.
"Bitcoin ist eine Revolution", begriff Assange schon 2011. Für ihn war die Kryptowährung der "echte Occupy Wall Street" und das "spannendste Ding im Internet".
Gabriel Shipton und Assanges Frau, Menschenrechtsanwältin Stella Assange, haben in den letzten Jahren Bitcoin-Börsen rund um die Welt besucht, um Unterstützung für seine Freilassung zu suchen. Und die bekamen sie.
Für Stella Assange ist eines klar
Beide verfolgen dieselbe Vision, aber auf unterschiedliche Weise: „Bitcoin sollte das Finanzsystem demokratisieren, Wikileaks den Zugriff auf Informationen und deren Verbreitung demokratisieren. Mir ist klar, dass das Schicksal von Julian eng mit dem Erfolg von Bitcoin verknüpft ist.“
Sein Bruder Gabriel Shipton erklärt es so:
„Bitcoin selbst ist eine große Wette gegen die etablierte Ordnung. Durch seinen Schutz und die Befreiung aus dem Gefängnis zeigen Bitcoiners der Welt: Mit uns darf man sich nicht anlegen.“
Julian Assange sitzt jetzt im Flugzeug in das US-Außengebiet Saipan. Dort wird er vor ein Gericht kommen. Assange droht eine Fünf-Jahres-Gefängnisstrafe, die er in London bereits verbüßt hat. Danach kann der Whistleblower endlich freigelassen werden und in sein Heimatland Australien zurückkehren.
Julian und Stella wurden ein Paar, als er in der Botschaft von Ecuador festgehalten wurde. Sie heirateten vor zwei Jahren im Belmarsh-Gefängnis. Und sie haben zwei Söhne. Einer von ihnen ist jetzt acht Jahre alt. Der Sohn hat seinen Vater nie in Freiheit gesehen."