Der BTC-Mining-Markt war noch nie so wettbewerbsintensiv...
Mit 66.500 Dollar hat der Hash-Preis einen historischen Tiefpunkt erreicht.

Mit 66.5000 US-Dollar hat der Hash-Preis einen historischen Tiefpunkt erreicht. Der Bitcoin-Mining-Markt ist noch nie so wettbewerbsintensiv gewesen wie jetzt. Droht nun schon wieder eine neue Verkaufsspirale?
Trotz der kurzfristigen Erholung am Bitcoin-Markt handelt das digitale Gold weiterhin rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch von 69.000 US-Dollar. Nichtsdestotrotz ist es den BTC-Bullen gelungen, den Kurs von 20.000 USD zuuberlangen, was mit einem leichten Anstieg einherging. Derzeit wird die größte Kryptowährung bei 20.561 USD gehandelt – knapp 7 Prozent über dem Wert des Vortages.
Trotz aller Marktpositivität gibt es in naher Zukunft wenig Grund, von einer nachhaltigen Trendwende auszugehen. Im Gegenteil: Angesichts der aktuellen Situation am Mining-Markt erwarten Marktexperten eher anhaltende Belastungen als ruhige Tage.
Difficulty to the moon
Eine giftige Kombination aus steigenden Energiekosten und zunehmenden Hürden zwingt Mining-Unternehmen immer stärker dazu, ihre Coins zu verkaufen, wodurch der Markt erneut unter Druck gerät.
Das Einkommen der Miner pro Exahash, auch Hashpreis genannt, steht sogar bei einem historischen Tief von 66.5000 US-Dollar. Mit anderen Worten: Minen brachte noch nie so wenig ein wie jetzt.
Core Scientific, ein Mining-Unternehmen aus Austin, Texas, hatte im Juli sogar mehr Coins verkauft, als es gemined hatte. Mit anderen Worten: Selbst börsennotierte Miner verkaufen ihre Coins.
Eine Börsennotierung ist jedoch ohnehin eine heikle Angelegenheit. Manchmal performen die Aktien der großen Mining-Unternehmen an den US-Börsen derart schlecht, dass sie durch Delisting bedroht sind. Am 16. Oktober berichtete The Block, dass Digihost-Aktien ($DGHI) von Nasdaq delisting-bedroht sind. Wenn das Unternehmen es nicht schafft, den Aktienpreis innerhalb von 180 Tagen über zehn aufeinanderfolgende Tage über einen US-Dollar zu halten, wird die Aktie nicht mehr handelbar sein.
Auf der anderen Seite hat das Management des Unternehmens wahrscheinlich ohnehin nur begrenzten Einfluss auf den Aktienkurs. Mining-Aktien bewegen sich schließlich Hand in Hand mit dem Bitcoin-Preis. Und wohin es mittelfristig geht, hängt davon ab, wohin der Kurs die Weltwirtschaft setzt.
Schwacher Dollar, starker Bitcoin
Investoren werden also morgen, Donnerstag, den 27. Oktober, nach Frankfurt schauen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird dann ihre Zinspolitik für die kommende Zeit bekannt geben. Marktexperten erwarten eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte.
Marktbeobachter Stefan Lübeck sieht dies als positives Zeichen für die Entwicklung der BTC-Werte:
Wenn die Währungsbehörden den Leitzins um mindestens 75 Basispunkte erhöhen, sollte der Euro-Dollar-Wechselkurs in einer ersten Reaktion stärker werden. Die damit verbundene Konsolidierung des US-Dollar-Index DXY könnte eine stabilisierende Wirkung auf Aktien- und Krypto-Preise haben, genauso wie nach dem Eingreifen der japanischen Zentralbank BOJ am vergangenen Freitag.
Stefan Lübeck, Marktdesigner
Dies ist auch logisch. Mit -0,51 ist BTC derzeit ohnehin stark mit dem US-Dollar korreliert. Mit einem schwächeren Dollar und einem stärkeren Euro wäre das gut für Bitcoin.