Ist der Bullenmarkt vorbei?
Laut einer Analyse der On-Chain-Datenplattform CryptoQuant könnte der Bitcoin-Bullenmarkt möglicherweise bereits seinen Höhepunkt erreicht haben.

Laut einer Analyse der On-Chain-Datenplattform CryptoQuant könnte der Bitcoin-Bullenmarkt möglicherweise bereits seinen Höhepunkt erreicht haben. Das ergibt sich zumindest aus dem sogenannten Bull Score Index des Analyseunternehmens, einer zusammengesetzten Kennzahl, die die allgemeine Marktsituation von Bitcoin bewertet.
Wenn man den Daten dieser Index-Daten Glauben schenken darf, zeigt Bitcoin seit der jüngsten Korrektur vom Allzeithoch Anzeichen einer Verlangsamung auf tiefer Ebene.
Der Bull Score Index bewertet zehn wichtige Kernzahlen, darunter Netzwerkaktivität, Rentabilität der Investoren, Markttiefe und andere Faktoren. Auf Basis dessen ergibt er eine Punktzahl zwischen 0 und 100. Je höher die Punktzahl, desto stärker und positiver ist das Marktklima. Niedrige Werte weisen auf einen schwächeren, bearischen Markt hin.
Derzeit steht der Bull Score Index bei 20 – dem niedrigsten Niveau seit Januar 2023, als Bitcoin rund 16.000 US-Dollar notierte. Acht der zehn Kernzahlen senden derzeit Warnsignale aus. Die Netzwerkaktivität sinkt bereits seit Dezember 2024, auch das Transaktionsvolumen und die Liquidität sind deutlich zurückgegangen.
Das nährt die Befürchtung, dass der jüngste Kursrückgang Teil eines breiteren, abwärtsgerichteten Trends ist und nicht einfach eine temporäre Korrektur.
Bleibt der Index längere Zeit unter 40 hängen, könnte das laut den Analysten auf eine Fortsetzung bearischer Marktbedingungen hindeuten, vergleichbar mit früheren Phasen des Marktes.
Was ebenfalls Sorgen bereitet, ist die Menge an Bitcoin, die sich noch in Händen von Kurzzeit-Investoren befindet. Seit dem 1. Januar 2025 haben sie ihre Position um 201.743 BTC erweitert, wodurch diese Gruppe jetzt insgesamt 5.750.076 BTC besitzt.
„Kurz gesagt bedeutet das, dass derzeit etwa 200.000 BTC mit unrealisiertem Verlust gehalten werden“, schrieb ein Analyst auf X. Bei dem aktuellen Kurs bedeutet das potenziell einen Verkaufsdruck von rund 17 Milliarden Dollar aus dieser Investorengruppe.
Doch nicht jeder ist optimistisch. Ein anderer Analyst von CryptoQuant bleibt zuversichtlich. Laut ihm deuten einige seiner zuverlässigsten historischen Indikatoren darauf hin, dass Bitcoin zwar kurzfristig bis mittelfristig unter Druck steht, aber: „Keiner dieser Indikatoren deutet darauf hin, dass Bitcoin überhitzt ist oder das Ende des Zyklus erreicht hat. Die aktuelle Lage ähnelt eher der Carry-Trade-Krise vom 5. August 2024, als Bitcoin auch vorübergehend durch makroökonomische Faktoren unter Druck stand.“
Diese Krise zeigte vergleichbare Signale, verbesserte sich jedoch, als die wirtschaftlichen Bedingungen entspannten. „Wir haben das schon öfter gesehen: Sobald der makroökonomische Druck nachlässt, stabilisiert sich Bitcoin oft wieder gut.“"