Finst

Deshalb stagniert der XRP-Kurs

Ripple setzt voll auf die Zukunft. Am Mittwoch hat das Unternehmen eine nationale Banklizenz bei der US-Aufsichtsbehörde OCC beantragt – eine strategische Maßnahme, mit der es die Türen öffnen will zu regulierten Finanzdienstleistungen in großem Maßstab.

Deshalb stagniert der XRP-Kurs

Ripple setzt voll auf die Zukunft. Am Mittwoch früher hat das Unternehmen eine nationale Banklizenz bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde OCC beantragt – eine strategische Maßnahme, mit der es die Türen zu regulierter Finanzdienstleistung in großem Stil öffnen will. Doch während Ripple selbst aktiv voranschreitet, bleibt die eigene Münze XRP auffällig still in einer Ecke sitzen.

Zum Zeitpunkt des Schreibens notiert XRP bei $2,23, ein Rückgang von 1,66% gegenüber dem Vortag. Wöchentlich gesehen steht die Coin noch um 6,8% im Plus, aber der erhoffte Sprung nach dem Lizenznews ist ausgeblieben.

Großer Schritt für Ripple, kleiner Schritt für XRP?

Wenn die Lizenz genehmigt wird, dürft Ripple die Reserven für seine eigene Stablecoin RLUSD direkt bei der US-Zentralbank deponieren. Das würde die Adoption von RLUSD sicher einen Schub geben, aber bedeutet das automatisch auch einen Auftrieb für XRP?

Nicht wirklich. Das Problem liegt in dem rechtlichen Status von XRP in den USA. Die OCC-Lizenz ändert nichts daran, dass Ripple XRP derzeit nicht ohne SEC-Registrierung oder Ausnahmestatus US-Institutionen anbieten darf. Kurz gesagt: Man darf eine Bank gründen, aber das populärste Produkt darf man weiterhin nicht an die Hauptzielgruppe verkaufen.

Vergleich: Einstellung statt Discount

In dem langwierigen Rechtsstreit mit der SEC zeigte Ripple zuletzt, dass es vor allem weiter will. Statt über eine niedrigere Strafe zu verhandeln, akzeptierte das Unternehmen eine Strafe von 125 Millionen Dollar. Kein Drama, einfach weiter machen. Aber auch diese Entscheidung hatte keinen unmittelbaren Kurseffekt.

Indirekter Gewinn?

Es gibt dennoch Szenarien, in denen XRP indirekt profitieren könnte. Wenn Ripple seine Bankdienstleistungen für regulierte Kunden einsetzt, könnte XRP als «Liquiditätsbrücke» in internationalen Zahlungen eine Rolle spielen. Die Frage ist, ob traditionelle Finanzinstitute darauf setzen – oder direkt mit RLUSD arbeiten.

Ripple selbst betont, dass RLUSD und XRP kein Konkurrenten sind. CTO David Schwartz zufolge haben beide eine unterschiedliche Funktion und können nebeneinander bestehen. In seinen Worten: RLUSD ist die Recheneinheit, XRP die Motor unter der Haube.

Garlinghouse geht All-In

Ripple-CEO Brad Garlinghouse wirkt noch immer optimistisch bezüglich seiner Münze. Auf X (früher Twitter) teilte er ein Foto von einem brandneuen XRP-Tattoo an seinem linken Oberarm, darunter der Text: „1000 Prozent“. Eine klare Botschaft, aber ob der Markt diese Überzeugung teilt, bleibt vorerst fraglich.

Fazit

Ripple wächst, professionalisiert sich und bereitet sich auf eine neue Phase vor, doch XRP verharrt vorerst zwischen rechtlicher Unsicherheit und abwartenden Investoren. Erst wenn die Regulierung rund um XRP klarer wird, kann die Münze wirklich von der Growth des Mutterunternehmens profitieren. Bis dahin bleibt es dabei: Großes News, kleine Kursbewegung.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.