Diese Coins werden im FTX-Rechtsverfahren verkauft
Kuratoren von FTX nutzen die jüngste Krypto-Rallye und senden verschiedene Altcoins an Börsen, wie On-Chain-Daten zeigen.

Kuratoren von FTX nutzen die jüngste Krypto-Rallye und schicken verschiedene Altcoins an Börsen, wie On-Chain-Daten zeigen.
Etwa 3,4 Milliarden Dollar an verschiedenen Kryptowährungen konnten Kuratoren ein Jahr nach dem Zusammenbruch von FTX retten. Nach einem Gerichtsurteil im September wollen sie diese jetzt verkaufen. Ziel ist es, Kunden mit den Erlösen zu entschädigen. So können bis zu 90 Prozent der verlorenen Mittel wieder in die Hände ihrer rechtmäßigen Eigentümer gelangen. Um dies zu erreichen, muss FTX jedoch das „bestmögliche Ergebnis“ erzielen, wie das Insolvenzgericht vorschreibt. Mit anderen Worten: hohe Erlöse aus den Verkäufen erzielen, idealerweise ohne dass die entsprechenden Kryptowährungen unter Verkaufsdruck geraten.
Es war daher zu erwarten, dass die Verantwortlichen auf eine Marktrallye warten würden, um in einer Krafterphase zu verkaufen. Wie On-Chain-Daten zeigen, scheint dies beim Anstieg von Bitcoin auf die 35.000-Dollar-Marke geschehen zu sein. In den letzten Tagen wurden offenbar große Mengen verschiedener Altcoins von FTX-Wallets zu Krypto-Börsen bewegt. Zu den vermutlich abgestoßenen Tokens gehören logischerweise die stärksten Altcoin-Performances, Solana und Chainlink. Was sind die Folgen für die jeweiligen Coins und den gesamten Kryptomarkt? Und folgen noch weitere Verkäufe?
Verkaufsdruck von 59 Millionen Dollar
Das Blockchain-Analyseprojekt "Lookonchain" zählt dabei Coins im Wert von 59 Millionen Dollar, die FTX kürzlich bewegt hat. Ein Großteil davon, etwa 25 Millionen Dollar, besteht aus Solana-Coins (SOL). FTX und seine Handelsfirma Alameda Research waren große Promotoren des Ökosystems und besitzen etwas mehr als eine Milliarde Dollar an SOL. Letzte Woche haben sie erneut 5,5 Millionen SOL festgesetzt, die vorerst nicht verkauft werden.
Neben fast 5.000 ETH (ca. 8,7 Millionen Dollar) gab es offenbar auch verschiedene DeFi-Coins zum Verkauf, darunter dydx (DYDX), Uniswap (UNI), Maker (MKR), Lido Finance (LDO) und Aave (AAVE). Die Beträge sind jedoch noch begrenzt, daher dürften die verkauften Mengen bisher wenig Einfluss auf die Kurse der Altcoins haben. Auch scheint der Kurs von Solana bisher unbeeindruckt von den Bewegungen und steht zum Redaktionszeitpunkt über der psychologisch wichtigen 30-Dollar-Marke.
Werden noch weitere Verkäufe folgen?
Überraschenderweise gibt es derzeit noch keine Berichte über den Verkauf der Bitcoin-Vorräte von FTX, selbst wenn die führende Kryptowährung das höchste Niveau seit Mai 2022 erreicht hat. Wenn die jüngste Leistung anhält, scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Kuratoren auch diese Coins verkaufen. FTX hält nämlich BTC im Wert von 560 Millionen Dollar vor. Kursrückgänge infolge von Verkäufen scheinen jedoch unwahrscheinlich aufgrund der relativ hohen Liquidität und des hohen Handelsvolumens von Bitcoin. Die Illiquidität des Altcoin-Sektors sorgte in der Vergangenheit jedoch für Sorgen um den Verkaufsdruck durch FTX-Vorräte.
Das Unternehmen, das mit dem Verkauf der Coins beauftragt ist, Galaxy Digital von Mike Novogratz, erhielt daher den Auftrag, wöchentlich bis zu 200 Millionen Dollar an Krypto zu liquidieren. Diese Woche wären also noch Verkäufe von bis zu 141 Millionen Dollar möglich. Weitere Verkäufe könnten in den kommenden Wochen ein Hindernis für die Erholung der Kurse am Altcoin-Markt darstellen. FTX hat nämlich noch genug Munition. Die Wallets, die Lookonchain verfolgt, halten noch immer Krypto-Assets. Darunter befinden sich 100 Millionen Dollar in ETH und 33 Millionen Dollar in MATIC.