Drei Proof-of-Stake-Risiken, die ETH-Investoren kennen sollten
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin will eine Staking-Reform, um mehr Dezentralisierung zu erreichen, doch die Kernprobleme von Proof of Stake (PoS) bleiben damit ungelöst.

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin will eine Staking-Reform, um mehr Dezentralisierung zu erreichen, doch die Kernprobleme von Proof of Stake (PoS) bleiben damit ungelöst. In diesem Artikel liest du:
- Was die Schattenseiten der Ethereum-Umstellung sind
- Warum Ethereum auch nach einer Staking-Reform zentralisiert bleibt
- Was ETH-Investoren noch über Pre-Mining wissen sollten
Die Ethereum-Umstellung und ihre Schattenseiten
Am 15. September 2022 wechselte Ethereum von Proof of Work (PoW) zu Proof of Stake (PoS). Obwohl dies als großer Schritt wegen der enormen Energieeinsparungen gelobt wurde, zeigen sich auch Nachteile, die den Kurs und die Sicherheit von Ethereum beeinflussen. Der PoS-Mechanismus hat Ethereum praktisch vollständig von der realen Welt abgekoppelt, was Risiken mit sich bringt.

Eine der größten Risiken: Proof of Stake hat keine unveränderliche Geschichte. Transaktionen werden von Validatoren signiert, die eine bestimmte Menge an Coins einsetzen, aber es ist schwer nachzuweisen, wer diese Validatoren in der Vergangenheit waren. Verliert ein Node das Netzwerk und kehrt später zurück, gibt es keine Möglichkeit, die wahre Transaktionshistorie zu beweisen, ohne sich auf andere Nodes zu verlassen.
Die pseudonyme Autorin Gigi fasst es zusammen: «Proof of Work bedeutet Vertrauen in die Naturgesetze; Proof of Stake bedeutet Vertrauen in Menschen.»
Ethereum bleibt zentralisiert
Vitalik Buterin argumentiert, dass der hohe Mindestbedarf von 32 ETH für Solo-Staking Investoren entmutigt. Wenn die Hürde auf einen ETH sinkt, könnten mehr Investoren ohne Abhängigkeit von Staking-Anbietern teilnehmen. Doch auch mit geringerer Schwelle bleibt das grundlegende Zentralisierungsproblem von PoS bestehen.

Finanzanalystin Lyn Alden weist darauf hin, dass «Proof of Stake zu Zentralisierung tendiert. Sobald jemand eine große Menge Coins besitzt und Validator wird, kann diese Person noch mehr Coins verdienen und exponentiell mehr Einfluss auf das Netzwerk gewinnen.» Das bedeutet, vor allem die bereits reichen ETH‑Whales würden profitieren, denn die Belohnungen für Staking werden durch neue ETH und Transaktionskosten finanziert, die die meisten Nutzer zahlen.
Bitcoin-Miner hingegen haben hohe Betriebskosten, während Ethereum-Validatoren fast kostenfrei ihren Besitz vermehren können. Validatoren mit viel ETH werden zudem häufiger gewählt, um neue Blöcke zu validieren, was ihren Einfluss auf das Netz vergrößert.
Warum Buterin und frühe ETH-Investoren profitieren
Satoshi Nakamoto, der Gründer von Bitcoin, hat BTC nicht unter Freunden verteilt und Bitcoin ohne Investoren gestartet. Bei Ethereum läuft das anders: Es gab eine Pre-Mine von 72 Millionen ETH. Davon gingen 60 Millionen über einen ICO an frühe Investoren für rund 0,31 Dollar pro Coin, und 12 Millionen an Mitarbeitende und die Ethereum Foundation. Diejenigen, die ihr ETH behalten haben, sahen ihren Anteil seit dem Wechsel zu PoS exponentiell wachsen.
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin besitzt selbst 246.730 ETH und hat mehrfach Anteile seines Besitzes verkauft. Mit dem Übergang zu PoS entstand ein System, das möglicherweise zu einer Oligarchie führt, bei der eine kleine Gruppe Validatoren einen Großteil von Ether und Autorität in den Händen hält.