Trader preisen vier Fed-Erhöhungen ein, Bitcoin fällt unter 83.000 Dollar
CME FedWatch rechnet mit vier zusätzlichen Zinserhöhungen bis 2027, während der starke Dollar und höhere US-Anleiherenditen Bitcoin und Gold unter Druck setzen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Trader preisen vier Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte ein, wodurch der Fed Funds Rate im Juni 2027 bei 4,75% bis 5% liegen könnte.
- Bitcoin fiel unter 83.000 Dollar, während der Dollarindex über 101 steht und höhere Zinsen riskante Anlagen unter Druck setzen.
- Auch Gold und Staatsanleihen spüren die Auswirkungen steigender Zinsen, mit einer 10-Jahres-Rendite über 5,1% und einer 20-Jahres-Rendite in Richtung 5,5%.
Trader rechnen immer deutlicher mit einer längeren Phase höherer Zinsen in den USA, während Bitcoin unter 83.000 Dollar (72.700 Euro) gefallen ist. CME FedWatch sieht die Spanne von 4,75% bis 5% für den Federal Funds Rate als wahrscheinlichstes Ergebnis für Juni 2027. Das würde vier Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte gegenüber der aktuellen Spanne von 3,75% bis 4% bedeuten.
Zinsen steigen weiter
Der Druck kommt nicht nur am kurzen Ende des Marktes auf. Die 20-Jahres-Rendite nähert sich 5,5%, während die 10-Jahres-Rendite über 5,1% liegt, also auf Niveaus, die seit 2007 nicht mehr gesehen wurden. Auch außerhalb der USA steigen die Renditen, mit Druck auf Staatsanleihen in Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Japan.
Die Federal Reserve hat den Federal Funds Rate in diesem Monat bereits um 25 Basispunkte angehoben. Das war die erste Erhöhung seit 2023 und unterstreicht, dass die Geldpolitik wieder straffer geworden ist. Gleichzeitig läuft die US-Wirtschaft weiter robust, was die Erwartung nährt, dass die Zinsen länger hoch bleiben könnten.
Bitcoin und Gold unter Druck
Höhere Zinsen und ein stärkerer Dollar belasten riskante Anlagen. Der Dollarindex liegt über 101, rund 3% höher als zu Jahresbeginn. Bitcoin ist dadurch von einem lokalen Hoch bei rund 87.500 Dollar (76.700 Euro) auf unter 83.000 Dollar (72.700 Euro) zurückgefallen. Eine schwache US-Auktion hatte zuvor bereits gezeigt, wie schnell steigende Treasury-Renditen den Kryptomarkt treffen können. Gold liegt noch knapp über 4.200 Dollar (3.680 Euro) und damit etwa 25% unter dem Allzeithoch vom Januar.
Der stärkere Dollar spielt dabei eine klare Rolle. Für Käufer außerhalb der USA werden in Dollar notierte Assets wie Bitcoin und Gold teurer, was die Nachfrage bremsen kann. Nach der Zinserhöhung bewegte sich Gold auch kurz nach unten, von einem Tagesspitzenwert bei 4.365,57 Dollar (3.830 Euro) auf etwa 4.240,10 Dollar (3.720 Euro).
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem relevant, weil US-Zinsen und der Dollar oft schnell auf den Kryptomarkt durchschlagen. Wenn der Markt länger mit höheren Fed-Zinsen rechnet, kann das die Stimmung rund um Bitcoin und andere riskante Assets beeinflussen. Außerdem zeigt sich daran, dass makroökonomische Nachrichten weiterhin eine große Rolle bei den täglichen Kursbewegungen von Krypto spielen.