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Trump setzt den Senat wegen des CLARITY Act unter Druck

Trump will den CLARITY Act zügig durch den Senat bringen. Doch ethische Bedenken und offene Fragen zu den Krypto-Regeln bremsen den Prozess weiter aus. Polymarket bewertet die Erfolgschancen inzwischen niedriger.

Trump setzt den Senat wegen des CLARITY Act unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Trump fordert den US-Senat auf, den CLARITY Act rasch zu verabschieden.
  • Das Gesetz soll klare Regeln für digitale Assets schaffen, doch ethische und inhaltliche Vorbehalte erschweren eine Abstimmung.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung auf Polymarket ist heute um fast 5 Prozentpunkte gesunken.

Präsident Donald Trump hat den US-Senat dazu aufgefordert, den CLARITY Act zügig zu beschließen. Nach seiner Darstellung soll das Gesetz verhindern, dass China bei Krypto und künstlicher Intelligenz an Einfluss gewinnt, während sich das politische Zeitfenster für einen Kompromiss immer weiter schließt. Auf dem Prediction Market Polymarket ist die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung heute um fast 5 Prozentpunkte gefallen.

Druck auf den Senat

Trump machte seinen Appell über Truth Social öffentlich und stellte dabei auch eine Verbindung zum verstorbenen Senator Lindsey Graham her, den er als wichtigen Unterstützer des Entwurfs bezeichnete. In seiner Botschaft erklärte er, China und andere Staaten wollten „complete and total control“ über diese Bereiche, während die USA seiner Einschätzung nach bei KI noch in Führung lägen.

Der Zeitdruck ist erheblich. Der Senat ist zwar aus der Sommerpause zurück, hat aber nur noch rund vier Wochen, bevor am 8. August die nächste Pause beginnt. In Washington gilt das als letzte realistische Gelegenheit in diesem Jahr, das Gesetz noch durch den Senat zu bringen.

Warum das Gesetz festhängt

Der CLARITY Act soll in den Vereinigten Staaten einen klaren Rechtsrahmen für digitale Assets schaffen und knüpft an den GENIUS Act an, das erste große US-Kryptogesetz, das im vergangenen Jahr unterzeichnet wurde. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Digital Asset Market Clarity Act im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen, anschließend ließ der Bankenausschuss des Senats den Entwurf mit 15 zu 9 Stimmen passieren.

Trotzdem bleibt eine Abstimmung im Senat schwierig. Für eine Verabschiedung sind 60 Stimmen erforderlich, und vor allem die ethischen Vorbehalte gelten als Hürde. Demokraten drängen auf strengere Regeln gegen mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Trumps Krypto-Aktivitäten. Seine jüngste Finanzangabe wies Krypto als größte Einnahmequelle aus, mit mehr als 1 $ Milliarde (0,9 € Milliarden) aus Familienunternehmen, darunter mehr als 500 $ Millionen (438 € Millionen) über World Liberty Financial.

Auch inhaltlich sind noch Fragen offen, etwa beim Schutz von Entwicklern non-custodial Software. Das erschwert einen politischen Kompromiss zusätzlich, zumal die Mehrheit im Senat seit Mitte Juni durch Grahams Tod und McConnells Abwesenheit kleiner geworden ist.

Signal für europäische Leser

Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil die USA weiterhin wichtige Maßstäbe für die globale Marktstruktur setzen. Sollte der CLARITY Act scheitern, bleibt offen, wie Washington digitale Assets rechtlich einordnet und welche Regeln am Ende tatsächlich gelten. Das dürfte auch außerhalb der USA beeinflussen, wie Kryptounternehmen, Anleger und Aufseher auf den US-Rahmen blicken.


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