VK will der Bank of England neue Stablecoin-Aufgabe geben
London will Stablecoins und tokenisierte Zahlungen unter einen gemeinsamen Rahmen bringen, während die Bank of England jährlich über Innovation berichten soll. Gleichzeitig arbeitet die FCA die ersten Regeln für Krypto- und Stablecoin-Unternehmen aus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die britische Regierung will der Bank of England eine gesetzliche Aufgabe geben, um Innovationen bei Stablecoins und digitalem Geld zu unterstützen.
- Finanzielle Stabilität bleibt die Hauptaufgabe, während die Bank dem Parlament jährlich über Innovationen im Zahlungsverkehr berichten soll.
- Das VK arbeitet gleichzeitig an Regeln für tokenisierte Zahlungen, Zahlungen durch KI-Agenten und neue Stablecoin-Regeln mit einer Emissionsobergrenze.
Die britische Regierung will der Bank of England eine neue gesetzliche Aufgabe geben, um Innovationen bei Stablecoins und anderen Formen digitalen Geldes zu unterstützen. Finanzielle Stabilität bleibt dabei die Hauptaufgabe der Zentralbank. Der Schritt soll die Modernisierung des Zahlungsverkehrs formalisieren, während London gleichzeitig an Regeln für tokenisierte Zahlungen arbeitet und prüft, wie diese mit Zahlungen durch KI-Agenten umgehen sollen.
Neue Aufgabe für die Zentralbank
Die vorgeschlagene Änderung kommt über einen Änderungsantrag zum Financial Services and Markets Bill. Nach Angaben des Finanzministeriums soll die Bank of England künftig dem Parlament jährlich darüber berichten, wie sie Innovationen in Zahlungssystemen und digitalem Geld fördert.
City Minister Lucy Rigby sagte, finanzielle Stabilität bleibe immer das primäre Ziel der Bank, die neue sekundäre Aufgabe solle die Zentralbank aber dabei unterstützen, Innovationen im Zahlungsverkehr und im digitalen Finanzwesen voranzutreiben. Damit will die Regierung den Kurs hin zu einem formelleren Rahmen für digitale Zahlungen festschreiben.
Die Pläne passen zu einem breiteren britischen Ansatz, bei dem traditionelle und tokenisierte Zahlungen unter einem einzigen regulatorischen Rahmen zusammengeführt werden sollen. Dabei schaut das Land nicht nur auf Stablecoins, sondern auch auf tokenisierte Einlagen und darauf, wie neue Zahlungsformen mit KI-Agenten in der Praxis funktionieren sollen. Das passt zu dem breiteren Wandel, in dem Stablecoins zunehmend als Zahlungsinfrastruktur gesehen werden, etwa bei Visas Einsatz von Stablecoins und KI für Zahlungen.
Strengere, aber flexiblere Regeln
Die Bank of England ließ im Juni zuvor vorgeschlagene vorübergehende Limits für das Halten von Stablecoins fallen. Stattdessen kam eine vorübergehende Emissionsobergrenze von 40 Milliarden Pfund, also rund $54 Milliarden (€46,3 Milliarden), für jeden systemrelevanten Stablecoin. Emittenten dürfen bis zu 70% ihrer Reserven in kurzfristigen britischen Staatsanleihen halten, während der Rest bei der Zentralbank liegen muss.
Auch die Financial Conduct Authority hat inzwischen separate Regeln für Krypto-Unternehmen und Stablecoin-Emittenten abgeschlossen. Nach Feedback aus der Branche wurden die Kapitalanforderungen vereinfacht. Unternehmen können ab dem 30. September eine Lizenz beantragen, während das Regime am 25. Oktober 2027 in Kraft treten soll.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil das Vereinigte Königreich Stablecoins nicht nur strenger einrahmen, sondern sie auch ausdrücklich in den Zahlungsverkehr einbetten will. Das könnte für Emittenten wichtig sein, die sich auf Sterling-Denominierungen konzentrieren, und für Akteure, die in mehreren Märkten mit unterschiedlichen Regeln umgehen müssen.
Hinzu kommt, dass das Timing mit einem Markt zusammenfällt, der schnell gewachsen ist. Der Stablecoin-Markt ist laut DeFiLlama inzwischen rund $303 Milliarden (€260 Milliarden) wert, nach etwa $200 Milliarden (€171 Milliarden) zu Beginn des vergangenen Jahres. Visa-Daten zeigen außerdem, dass kleine Retail-Transaktionen mit Stablecoins deutlich zugenommen haben, was auf eine stärkere Nutzung außerhalb des reinen Kryptomarkts hindeutet.