Britische Banken erhalten 10.000 Beschwerden über Krypto-Überweisungen
Stand With Crypto meldet 10.092 Beschwerden über Bankbeschränkungen bei Krypto-Käufen und -Überweisungen. Die Debatte betrifft auch die FCA-Regeln und den britischen Anspruch, ein Krypto-Hub zu werden.

Wichtigste Erkenntnisse
- Im Vereinigten Königreich gingen innerhalb von 90 Tagen 10.092 Beschwerden über Bankbeschränkungen bei Krypto-Käufen und -Überweisungen ein.
- Die Beschwerden kamen aus allen 650 Wahlkreisen und betrafen unter anderem Limits oder Blockaden bei Banken wie Barclays, NatWest, Santander und Chase.
- Stand With Crypto will, dass Banken ihre Beschränkungen besser erklären und Verbrauchern eine Möglichkeit geben, blockierte Transaktionen anzufechten.
Mehr als 10.000 Beschwerden über Bankbeschränkungen bei Krypto-Käufen wurden in den vergangenen 90 Tagen im Vereinigten Königreich eingereicht. Die Zahlen machen die Spannung zwischen dem britischen Anspruch deutlich, ein globales Krypto-Hub zu werden, und der Art und Weise, wie große Banken Krypto-Überweisungen behandeln.
Beschwerden aus dem ganzen Land
Nach Angaben der Interessenvertretung Stand With Crypto gingen zwischen Mai und August 10.092 Beschwerden über ein Online-Tool ein, eingereicht von 9.800 Personen. Die Meldungen kamen aus allen 650 Wahlkreisen des Vereinigten Königreichs. Das zeigt, dass es sich nicht um ein lokales Problem handelt, sondern um eine breit wahrgenommene Hürde für Verbraucher, die Krypto kaufen oder verschieben wollen.
Die britische Regierung hatte die Branche bereits 2023 unterstützt, als Rishi Sunak noch Finanzminister war. Auch unter der Labour-Regierung wurde dieser Kurs später von Wirtschaftssekretärin Lucy Rigby bestätigt. Gleichzeitig errichten Banken den Beschwerden zufolge in der Praxis weiterhin Hürden für Kunden, die Geld an Krypto-Börsen senden wollen. Diese Spannung zeigt sich auch breiter in Europa: In Deutschland haben Sparkassen gerade erst mit Krypto-Trading in ihren Apps begonnen, während britische Banken den Zugang weiterhin bremsen.
Banken halten die Zügel straff
Einige Banken setzen klare Limits. Barclays begrenzt Krypto-Überweisungen auf 2.500 Pfund pro Transaktion und 10.000 Pfund pro 30 Tage. NatWest und Santander nennen ebenfalls Transaktionslimits und Monatslimits, während Chase, Starling, TSB, Metro Bank und Virgin Money laut dem Bericht Krypto-Transaktionen vollständig blockieren. Revolut, das über die App zwar Krypto-Käufe erlaubt, stand ebenfalls auf der Liste der Institute, über die Beschwerden eingereicht wurden.
Stand With Crypto sagt, dass Banken durchaus Gründe haben, Krypto-Transaktionen zu kontrollieren, etwa Betrug, Scams und Geldwäsche. Nach Ansicht der Gruppe gehen pauschale Verbote aber zu weit und passen nicht zu einem Ansatz, der je nach Kunde und Transaktion prüft. Die Organisation will, dass Banken ihre Beschränkungen klarer erklären und Verbrauchern eine echte Möglichkeit geben, blockierte Überweisungen anzufechten.
Bedeutung für Europa
Die britische Aufsichtsbehörde FCA arbeitet an einem breiteren regulatorischen Rahmen für Krypto, der im Oktober 2027 in Kraft treten soll. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, dass klare Regeln allein nicht ausreichen, wenn Banken den Zugang zu regulierten Diensten dennoch einschränken. Die Debatte im Vereinigten Königreich könnte daher auch etwas darüber aussagen, wie Aufsicht, Bankenpolitik und der Zugang zu Krypto in anderen europäischen Märkten nebeneinander verlaufen.