Gespräche zwischen den USA und Iran starten unter Trump-Drohungen und mit Folgen für den Kryptomarkt
Die Gespräche in der Schweiz könnten den Ölpreis und damit auch das Krypto-Sentiment beeinflussen. Anleger achten vor allem darauf, ob die Waffenruhe hält.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die USA und Iran führen in der Schweiz direkte Gespräche über eine 60-tägige Waffenruhe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
- Trump warnte Iran vor härteren militärischen Aktionen, während israelische Angriffe die Verhandlungen unter Druck setzen.
- Niedrigere Ölpreise könnten den Kryptomarkt stützen, doch Bitcoin reagierte bisher kaum auf das Abkommen.
Die Vereinigten Staaten und Iran haben in der Schweiz direkte Gespräche aufgenommen, um eine 60-tägige Waffenruhe zu erreichen, trotz neuer Drohungen des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Die Gespräche folgen auf ein Abkommen, das am 17. Juni unterzeichnet wurde, und sollen den Konflikt beenden, der im Februar begann, sowie die Straße von Hormus wieder öffnen.
Gespräche unter hohem Druck und mit gegensätzlichen Interessen
Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance geleitet, während Iran von Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf vertreten wird. Pakistan und Katar vermitteln in den Gesprächen. Die Verhandlungen standen kurz vor dem Scheitern, nachdem Iran sie vorübergehend ausgesetzt hatte, wegen israelischer Luftangriffe im Libanon. Washington drängt auf schnelle Fortschritte bei Irans Atomdossier, während Teheran zuerst ein Ende der Kämpfe im Libanon will und außerdem eine Lockerung der Sanktionen sowie die Aufhebung der US-Seeblockade anstrebt.
Unterdessen warnte Trump über soziale Medien, dass Iran seine einflussreichen Verbündeten im Libanon sofort stoppen müsse, sonst folgten härtere militärische Aktionen. Die angespannte Lage wird durch jüngste israelische Angriffe verschärft, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen und seit dem Abkommen auch fünf israelische Soldaten getötet wurden. Diese Entwicklungen sorgen unter Krypto-Händlern für Uneinigkeit darüber, wie tragfähig die Waffenruhe ist.
Auswirkungen auf Öl und Kryptomarkt
Die Straße von Hormus ist eine zentrale Transitroute, durch die täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert werden, also ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs. Trotz der Spannungen passierten zuletzt noch 55 Tanker mit mehr als 17 Millionen Barrel die Route. Nach der Unterzeichnung des Abkommens fielen die Ölpreise deutlich, Brent-Öl sank auf rund $78 (€68) pro Barrel und der US-Benzinpreis fiel auf den niedrigsten Stand seit März.
Für den Kryptomarkt ist das relevant, weil günstigere Energie den Inflationsdruck senken und Erwartungen an Zinssenkungen anheizen kann, Faktoren, die Bitcoin in der Regel positiv beeinflussen. Trotzdem blieb Bitcoin bei rund $64.000 (€55.800) und zeigte keine starke Reaktion, anders als bei einer ähnlichen Waffenruhe im vergangenen Jahr, als der Kurs über $105.000 (€91.600) stieg.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die Waffenruhe im Libanon hält. Für den Kryptomarkt scheint die Entwicklung der Ölpreise ein wichtigerer Indikator zu sein als das Atomdossier selbst.
Relevanz für europäische Krypto-Anleger
Für europäische Anleger kann der Fortschritt der Gespräche zwischen den USA und Iran und die Stabilität in der Straße von Hormus wichtig sein, weil Schwankungen bei den Ölpreisen und geopolitische Spannungen die allgemeinen Marktbedingungen beeinflussen können. Das kann indirekt die Volatilität und das Sentiment an Kryptobörsen beeinflussen, was für das Risikomanagement von Krypto-Portfolios in Europa relevant ist.