US-Nutzer setzen Milliarden auf Offshore-Prediction-Markets
Trotz eines Verbots setzen Amerikaner weiter Milliarden auf Offshore-Prediction-Markets. Neue Zahlen zeigen, wie groß dieser Strom ist und wie die Aufseher reagieren.

Wichtigste Erkenntnisse
- US-Nutzer setzen laut einem Bericht 11 bis 34 Milliarden Dollar auf Offshore-Prediction-Markets ein, unter anderem über VPNs.
- Polymarket bleibt bei US-Nutzern beliebt, während Offshore-Plattformen 2025 noch 60,9% des gesamten Volumens ausmachten.
- Die CFTC arbeitet an neuen Regeln für Prediction-Markets und führt gleichzeitig Gerichtsverfahren gegen Bundesstaaten wegen ihrer Anti-Glücksspielgesetze.
US-amerikanische Nutzer setzen weiter massenhaft auf Offshore-Prediction-Markets, obwohl diese Plattformen für Einwohner der Vereinigten Staaten offiziell verboten sind. Laut einem aktuellen Bericht der Beratungsfirma Crane Zeng, die auf politische Strategie und Prediction-Markets spezialisiert ist, sollen zwischen 11 und 34 Milliarden Dollar Handelsvolumen von US-Nutzern stammen, die über unter anderem VPNs auf diese Plattformen zugreifen.
Wachstum und Umfang von Offshore-Prediction-Markets
Prediction-Markets, bei denen Nutzer auf den Ausgang von politischen, wirtschaftlichen oder Sportereignissen setzen, sind in den vergangenen Jahren stark beliebter geworden. Plattformen wie Polymarket und Kalshi bieten diese Dienste an, wobei Polymarket seit 2022 in den USA wegen fehlender Registrierung verboten ist. Trotzdem zeigt der Bericht, dass rund 30% des Handelsvolumens auf Polymarket von US-Nutzern stammt. Offshore-Plattformen machten 2024 noch 84,4% des gesamten Volumens aus, doch dieser Anteil sank 2025 auf 60,9%, obwohl der gesamte Handelsumsatz fast viermal so hoch war.
Regulierung und rechtliche Entwicklungen in den USA
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung von Prediction-Markets in den USA. Obwohl Polymarket 2022 verboten wurde, erhielt die Plattform 2024 die Erlaubnis, über eine registrierte Tochtergesellschaft unter Aufsicht zurückzukehren. Auch Kalshi gewann einen erfolgreichen Rechtsstreit gegen die CFTC, wodurch das Unternehmen seine Dienste ausweiten konnte. Die CFTC arbeitet derzeit an formellen Regeln, die Prediction-Markets auf nationaler Ebene ähnlich wie Sportwetten ermöglichen sollen, allerdings mit bestimmten Einschränkungen. Gleichzeitig führt die CFTC Gerichtsverfahren gegen mehrere Bundesstaaten, die ihre eigenen Anti-Glücksspielgesetze auf diese Märkte anwenden wollen.
Zugänglichkeit und Auswirkungen für US-Nutzer
Die Beliebtheit von Blockchain-basierten Prediction-Markets hängt auch mit der Anonymität und dem Fehlen von KYC-Verfahren zusammen, wodurch US-Nutzer relativ leicht weiter Offshore-Plattformen verwenden können. Das wirft Fragen zu Aufsicht und möglichen Risiken auf, gerade angesichts der Sorgen über Betrug und Insiderhandel in diesen Märkten. Trotzdem bleibt das Wachstum beeindruckend: Der Bericht geht davon aus, dass das Volumen von US-Nutzern auf Offshore-Prediction-Markets bis 2030 auf 133 Milliarden Dollar pro Jahr steigen könnte, wenn man von einer konstanten Verteilung der Marktanteile ausgeht.
Diese Entwicklungen sind für europäische und deutsche Krypto-Enthusiasten relevant, weil sie Einblicke in die Dynamik zwischen Regulierung, technologischer Innovation und Nutzerverhalten in einem schnell wachsenden Sektor geben. Sie zeigen auch, wie Regulierung und Marktzugang sich in einer grenzüberschreitenden digitalen Wirtschaft gegenseitig beeinflussen.