Vault12 warnt: SEC-Safe-Harbor lässt Exchanges im Unklaren
Vault12 ist der Ansicht, dass die vorgeschlagenen SEC-Regeln rund um Token-Listings weiterhin zu viel rechtliche Unsicherheit lassen. Die Debatte betrifft auch europäische Exchanges und MiCA, wo die Listing-Politik unter Aufsicht bleibt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Vault12 warnt die SEC davor, dass der vorgeschlagene Safe Harbor für Tokens Exchanges weiterhin zu wenig rechtliche Sicherheit gibt.
- Das Unternehmen sagt, dass der Vault Guardian Token, VGT, trotz einer im Jahr 2018 aufgenommenen Summe von 17,45 Millionen Dollar nie auf einer zentralen Exchange gehandelt wurde.
- Vault12 schlägt ein 60-tägiges Einspruchsfenster vor, nach dem eine korrekt eingereichte Erklärung für die Aufsichtsbehörde bindend sein sollte.
Vault12 hat die SEC davor gewarnt, dass der vorgeschlagene Safe Harbor für Tokens Exchanges weiterhin zu wenig Sicherheit bietet. Nach Angaben des Kryptounternehmens könnte eine Börse später doch noch in eine neue rechtliche Auseinandersetzung über den Status eines Tokens geraten, selbst wenn der Emittent glaubt, alle Bedingungen zu erfüllen.
VGT bleibt außerhalb der Börse
Die Warnung dreht sich um den Vault Guardian Token, besser bekannt als VGT. Vault12 sagt, dass es 2018 17,45 Millionen Dollar (15,6 Millionen Euro) von 38 Investoren über Vereinbarungen für zukünftige Tokens eingesammelt hat, VGT aber nie auf einer zentralen Krypto-Exchange gehandelt wurde. Das Unternehmen erklärt, dass es seitdem jedes Versprechen aus dem Whitepaper entweder erfüllt oder formell zurückgezogen habe.
Nach Ansicht von Vault12 zeigt das genau, wo das Problem liegt. Das Unternehmen sagt, dass Exchanges, die VGT geprüft haben, immer wieder dieselbe Frage stellten: Woher wissen wir, dass die SEC später nicht doch sagt, VGT falle unter den alten Investmentvertrag? Damit berührt der Fall eine breitere Sorge im Kryptomarkt: Selbst wenn ein Projekt glaubt, aus dem Securities-Bereich heraus zu sein, kann ein Listing auf einer Exchange rechtlich unsicher bleiben.
Was die SEC vorschlägt
Der Safe Harbor ist Teil der SEC-Vorstoßrunde rund um Regulation Crypto Assets, die im August vorgestellt wurde. Die Idee ist, dass ein Token unter bestimmten Bedingungen aufhören kann, als ursprünglicher Investmentvertrag behandelt zu werden. Emittenten müssen dann unter anderem alle versprochenen wesentlichen Managementanstrengungen abschließen oder endgültig einstellen, keine neuen Zusagen machen und einen Übergangsbericht einreichen, bekannt als Form TR.
Die SEC behält sich dabei jedoch vor zu prüfen, ob diese Bedingungen erfüllt sind. Wenn sich eine Erklärung als falsch herausstellt, kann die Aufsichtsbehörde dennoch zu dem Schluss kommen, dass der Investmentvertrag nicht beendet wurde. Auch andere Parteien können dem Vorschlag zufolge weiterhin argumentieren, dass ein Token noch immer ein Security ist.
Warum das für Europa relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil die Debatte zeigt, wie schwierig Token-Listings selbst dann bleiben können, wenn ein Projekt schon seit Jahren existiert. Es unterstreicht auch, dass klarere Regeln nicht automatisch bedeuten, dass Exchanges ohne zusätzliches Risiko neue Tokens aufnehmen. Für Parteien, die unter MiCA arbeiten, bleibt die rechtliche Sicherheit rund um die Listing-Politik also ein wichtiges Thema.
Vault12 schlägt deshalb eine Alternative vor: ein 60-tägiges Fenster, innerhalb dessen die SEC Einspruch erheben kann. Danach sollte eine korrekt eingereichte Erklärung für die Aufsichtsbehörde bindend sein, außer bei Betrug oder wesentlichen Unrichtigkeiten. Damit versucht das Unternehmen, die Unsicherheit zu beseitigen, die nach eigener Einschätzung Exchanges ausbremst.
Auch in anderen Fällen zeigt sich, wie sensibel Listings bleiben. So führte die Debatte um tokenisierte Aktien auf einer neuen Börse bereits zu Einwänden mehrerer großer Parteien, gerade weil der rechtliche Status solcher Produkte weiterhin stark umstritten ist.