Web3 – Die neue Zukunft oder reine Zeitverschwendung?
Ist Web3 ein Traum, der nicht wahr wird, oder wird es die Zukunft des Internets?

Ist Web3 ein Traum, der nicht wahr wird, oder wird es die Zukunft des Internets? Zwei aktuelle Berichte werfen Licht auf den aktuellen Stand des Krypto-Internets. Die Schlussfolgerung? Eine Botschaft der Hoffnung.
Dezentralisiert, offen, partizipativ: Web3 will das Internet revolutionieren. Aber nach einem kurzen Hype 2021 gibt es vor allem Enttäuschung. Ob es um NFTs, DAOs und Airdrops geht: Das Internet von morgen ist ein chaotisches Mosaik aus Projekten und Philosophien. Leider geht es oft Hand in Hand mit Betrug und Täuschung. Zwei aktuelle Berichte werfen Licht auf den aktuellen Stand von Web3 und wecken Hoffnung.
Weltweit wächst die Neugier auf Web3
Mehr als 15.000 Befragte aus 15 Ländern: Consensys (das Unternehmen hinter MetaMask) und YouGov, ein führendes Institut für Meinungsforschung, veröffentlichten diesen Montag einen ausführlichen Bericht über Web3, in dem sie von einer Verschiebung von "Nutzer" zu "Erbauer" sprechen. Die Beweggründe: ein internationales Bewusstsein für Krypto und Finanzen und ein starkes Verlangen nach Eigentum – sowohl physisch als auch im Internet.
Beinahe jeder (92 Prozent) der Befragten hat von Krypto oder Web3 gehört. 37 Prozent glauben an das Potenzial von Krypto als Zukunft des Geldes und 31 Prozent glauben an digitale Eigentumsrechte, wie beispielsweise NFTs. Beinahe 70 Prozent finden, sie sollten Eigentumsrechte haben über ihre Inhalte, die sie im Internet erstellt haben. 79 Prozent will mehr Kontrolle über ihre Daten. Alle Versprechen, die das neue Internet zu erfüllen versucht.
Web3 beliebter denn je bei großen Marken
Traditionelle Unternehmen bleiben bullisch für Web3. Diese Montag veröffentlichte Coinbase, die größte Börse in den USA, ebenfalls einen großen Bericht über das neue Internet. Die Botschaft: Die erfolgreichsten Unternehmen der Welt – die Fortune 500. Mercedes, Prada etc. sind mit Web3-Initiativen gestartet. Laut der Untersuchung plant 83 Prozent der Fortune 500 das ebenfalls.
Das Erfolgsmodell kommt von der Sportschuhfirma Nike: mit seinem eigenen Web3-Studio und NFT-Plattform, Swoosh. Es hat 186 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt, mehr als fast alle anderen Marken zusammen. Noch beeindruckender ist die Verbreitung in sozialen Medien: In den letzten zwei Jahren erzeugten Nikes Top-3-NFT-Sammlungen 1,5 Milliarden Impressionen – fast so viel wie Nike selbst. Und 800.000 Erwähnungen. Fast siebenmal mehr als Nike. Web3 zeigt sich somit als soziales Phänomen trotz der Kritik vieler Menschen.
Das Rezept von Nikes Strategie: enge Communities und ein vielfältiges Angebot. Nutzer können Galerien erkunden, virtuelle Kreationen und Profile anderer Mitglieder entdecken und ihre NFT-Sammlungen ansehen und untereinander austauschen. In Bezug auf die Gesamtumsätze tragen NFTs nach wie vor weniger als 0,1 Prozent zum Umsatz von Nike bei. Und Engagement außerhalb der Kryptogemeinschaft ist bislang kaum sichtbar. Also bleibt noch viel Raum für Verbesserungen.
Zu schön, um wahr zu sein?
Beide Berichte wurden im Auftrag von Unternehmen erstellt, die ein wirtschaftliches Interesse daran haben, Web3 ins positive Licht zu rücken. Daher ist bei den Ergebnissen Vorsicht geboten. Für Kritikerinnen wie Journalistin Molly White ist Web3 vor allem ein Marketing-Tool ohne gesellschaftlichen Nutzen: "Die Leute konnten das Wort Krypto nicht mehr hören, also begannen sie, Web3 ihnen zu verkaufen." Sie sieht Web3 als das nächste Buzzword nach Blockchain und KI. Eines ist sicher: Das kommende Jahr wird entscheidend für die Adoption von Web3.