Finst

Weißes Haus spricht mit Strafverfolgungsbehörden über den Clarity Act

Das Gespräch soll Bedenken zu DeFi, Mixern und Softwareentwicklern ausräumen, während im Senat auch die Aufgabenverteilung zwischen CFTC und SEC eine Rolle spielt.

Weißes Haus spricht mit Strafverfolgungsbehörden über den Clarity Act

Wichtigste Erkenntnisse

  • Das Weiße Haus spricht mit Strafverfolgungsorganisationen über den US-Clarity Act, um Sorgen über illegale Finanzierung auszuräumen.
  • Im Mittelpunkt steht vor allem Abschnitt 604, der Softwareentwicklern Schutz davor bieten soll, als Money Transmitter behandelt zu werden.
  • Strafverfolgungsgruppen halten diese Ausnahme für zu weit gefasst, während der Senat noch über die endgültige Fassung entscheiden muss.

Das Weiße Haus hat Strafverfolgungsorganisationen zu einem Austausch über das Krypto-Marktstrukturgesetz des amerikanischen Senats eingeladen. Ziel des Gesprächs ist es, die letzten offenen Fragen rund um mögliche illegale Finanzierungen zu klären. Im Fokus steht dabei der Digital Asset Market Clarity Act, in Washington besser bekannt als Clarity Act, sowie die Frage, wie weit der Schutz für Softwareentwickler tatsächlich reichen soll.

Streit um die BRCA

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht Abschnitt 604, der auch als Blockchain Regulatory Certainty Act bezeichnet wird. Die Regelung soll verhindern, dass Softwareentwickler, die die eingesetzten Tools nicht tatsächlich kontrollieren, als Money Transmitter eingestuft werden. Für die Branche wäre das ein wichtiger Schutz, weil Entwickler dadurch mehr Spielraum hätten, an DeFi-Projekten zu arbeiten, ohne automatisch denselben Vorgaben zu unterliegen wie Akteure, die Geld übermitteln.

Gleichzeitig sehen einige Strafverfolgungsorganisationen den Entwurf kritisch, weil er aus ihrer Sicht zu weit gefasst ist. Die National Sheriffs Association schrieb in einem Brief an den Bankenausschuss des Senats, es gebe keinen überzeugenden Grund für eine pauschale Ausnahme für Mixer, Tumblers und DeFi. Nach Einschätzung der Organisation gibt es zwar durchaus Softwareentwickler, die nicht unter diese Regeln fallen, aber eben auch solche, auf die das nicht zutrifft.

Politischer Druck im Senat

Parallel dazu versucht das Weiße Haus, den Gesetzgebungsprozess weiter voranzubringen. Krypto-Berater Patrick Witt hatte bereits zuvor Gespräche mit Kritikern geführt, darunter Strafverfolgungsgruppen und Banker von der Wall Street. Einer mit der Planung vertrauten Quelle zufolge soll das Treffen am Montag helfen, die verbliebenen Bedenken weiter zu sortieren, auch wenn bislang nur wenige Details öffentlich sind.

Das Gesetz steht schon seit Längerem im Fokus, weil der Clarity Act nicht nur die Marktstruktur betrifft, sondern auch die Verteilung der Aufsicht zwischen CFTC und SEC. Im House of Representatives wurde der Entwurf bereits angenommen, während der Senat noch über die endgültige Fassung entscheiden muss.

Die politische Unsicherheit rund um das Vorhaben hat sich bereits in den Markterwartungen niedergeschlagen; Galaxy Research senkte seine Einschätzung für die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung in diesem Jahr.

Warum das für Europa wichtig ist

Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil die USA damit zeigen, wie schwierig es ist, Innovation und Durchsetzung in einem einzigen Gesetz zusammenzubringen. Das Ergebnis könnte als Orientierung dafür dienen, wie andere Märkte auf DeFi, Entwickler und Anti-Geldwäsche-Regeln blicken, zumal auch in Europa der Ruf nach klaren Rahmenbedingungen für Krypto lauter wird. Sollte der Senat den Text weiter verschärfen, könnte das zudem zeigen, welche Teile von Marktstrukturgesetzen sich in einer großen Volkswirtschaft politisch tatsächlich durchsetzen lassen.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.