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Verschwindet Tether (USDT) bald aus Europa?

Die größte Stablecoin der Welt, Tether (USDT), steht möglicherweise kurz davor, den europäischen Markt zu verlassen.

Verschwindet Tether (USDT) bald aus Europa?

Die größte Stablecoin der Welt, Tether (USDT), steht möglicherweise kurz davor, den europäischen Markt zu verlassen. Der Grund dafür ist die jüngste Einführung der MiCA-Gesetzgebung durch die Europäische Union. Aber wie ernst sind diese Bedenken?

Die Auswirkungen von MiCA auf Tether

Der Kryptomarkt wartet angespannt auf die neuen Regeln, die die Europäische Union eingeführt hat. MiCA (Markets in Crypto-Assets) schreibt strenge Transparenzanforderungen für Stablecoin-Anbieter vor, mit starkem Fokus auf die Offenlegung von Reserven. Diese Regeln scheinen ein Stolperstein für Tether zu sein, das derzeit Schwierigkeiten hat, die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten. Einige Experten sagen sogar voraus, dass USDT ganz aus dem europäischen Markt verschwinden könnte.

Neue Regulierung und Verpflichtungen

Seit dem 1. Juli müssen Anbieter von Stablecoins umfangreiche Regeln erfüllen. Vincent Peikert, Gründer von Noumena Digital, erklärt, dass diese Regeln Lizenzanforderungen, regelmäßige Berichterstattung und strenge Anti-Geldwäschemaßnahmen umfassen. Zudem müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Stablecoins ausreichende Reserven haben, wie Geldmarktfonds oder Bargeld. Genau hier stößt Tether an seine Grenzen. Die aktuelle Mischung aus Anleihen, Krypto, Gold und Währung, die Tether zur Unterstützung von USDT verwendet, erfüllt möglicherweise nicht die strengen Anforderungen von MiCA.

Lizenzprobleme für Tether

Der Lizenzprozess für Tether verläuft langsam. Laut MiCA fallen Stablecoins in zwei Kategorien: mit und ohne Genehmigung. USDT gehört zur letzten Kategorie, was ernste Folgen für europäische Nutzer hat. Verschiedene Börsen haben die Handelsmöglichkeiten für USDT in der EU bereits eingeschränkt oder die Stablecoin vollständig von ihren Plattformen entfernt. Vincent Peikert betont, dass Börsen viel Marktmacht haben und erheblichen Druck auf Emittenten wie Tether ausüben können.

Zweifel an Tethers Engagement

Das zögerliche Verhalten von Tether wirft Fragen nach ihrem Engagement für die MiCA-Registrierung auf. Die rechtlichen Anforderungen sind seit fast einem Jahr bekannt, doch Tether hat noch nicht auf Anfragen dazu reagiert. Alexander Höptner, ehemaliger CEO von Bitmex, weist darauf hin, dass Tether Offenheit zeigen muss, etwas, das sie möglicherweise aufgrund ihres Erfolgs mit USDT vermeiden wollen. Tethers größter Marktanteil liegt nach wie vor in Asien, wo USDT das höchste Handelsvolumen an Börsen wie Binance, Bybit und Huobi erzielt. Mögliche Beschränkungen in Europa könnten toleriert werden.

Circle als größter Nutznießer?

Der große Gewinner in dieser Situation könnte Circle sein, das US-Unternehmen hinter USDC, der zweitgrößten Stablecoin. Circle hat kürzlich angekündigt, eine MiCA-konforme E-Money-Lizenz in Frankreich erhalten zu haben. Dies würde ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europäischen Markt verschaffen. Alexander Höptner deutet an, dass Circle die Lücke schließen könnte, die Tether möglicherweise hinterlässt.

Obwohl Tether derzeit unter Druck steht, ist es noch zu früh für endgültige Schlussfolgerungen. Die neue Regulierung ist erst kürzlich in Kraft getreten, und die Situation kann sich noch ändern. Tether könnte sich noch anpassen und die Anforderungen von MiCA erfüllen, aber bis dahin bleibt die Zukunft von USDT in Europa ungewiss.


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