Arbeitet Alexey Pertsev für den russischen Geheimdienst?
Der Fall rund um den Kryptomixer Tornado Cash wird zunehmend komplexer.

Der Fall rund um den Kryptomixer Tornado Cash wird zunehmend komplexer. Jetzt ist auch der russische Geheimdienst (FSB) beteiligt.
Eine Milliarde Dollar. So viel Geld sollen Kriminelle seit 2019 über den Ethereum-Mixer Tornado Cash gewaschen haben. Zumindest ist das die Begründung des Office of Foreign Assets Control (OFAC), die die Technologie auf die Sanktionsliste der US-Regierung gesetzt hat. Seitdem kann die Nutzung des Dienstes für US-Bürger strafbar sein.
Mit dem faktischen Verbot von Tornado Cash sehen sich auch die Entwickler des Mixdiensts Repressionen ausgesetzt. So ist die Verhaftung des mutmaßlichen Tornado-Cash-Entwicklers Alexey Pertsev in Amsterdam durch niederländische Behörden.
War der Tornado-Cash-Entwickler an Aufklärungsoperationen?
Aber das ist noch nicht alles. Denn wie die KYC-Experten von Kharon in einem Untersuchungsbericht schreiben, gibt es Hinweise, dass Pertsevs mögliche Beteiligung an Tornado Cash nicht der einzige Grund für seine Verhaftung ist. Der Softwareentwickler soll in der Vergangenheit indirekt für den russischen Geheimdienst FSB gearbeitet haben. In einem Bericht schreiben die Analysten von Kharon:
''Die Person, die in verschiedenen Medien als Entwickler von Tornado Cash bezeichnet wird, war früher Mitarbeiter eines russischen Unternehmens, das wegen Unterstützung des russischen Geheimdienstes (FSB) sanktioniert wurde.''
Laut einem Medium-Bericht soll Pertsev für PepperSec, Inc. gearbeitet haben, dem Unternehmen hinter Tornado Cash. Interessant ist, dass Pertsev zuvor für ein Unternehmen arbeitete, das laut dem US-Finanzministerium eng mit dem russischen Geheimdienst verbunden ist und angeblich Informationen und Technologien an die FSB weitergegeben haben soll. Das betreffende Unternehmen ist Digital Security OOO. Laut einer archivierten Website arbeitete Pertsev dort 2017 als Smart-Contract-Entwickler.
Bislang sind die Anschuldigungen gegen Pertsev unbegründete Berichte in den Medien. Es ist derzeit unmöglich zu sagen, ob seine angebliche Beteiligung an Aufklärungsoperationen etwas mit seiner Verhaftung zu tun hat. Die niederländische Finanzaufsicht FIOD nennt lediglich 'das Verbergen krimineller Geldflüsse und das Ermöglichen von Geldwäsche durch das Mischen von Kryptowährungen über den dezentralen Ethereum-Mixer Tornado Cash' als Grund für seine Verhaftung.
Unterdessen wächst der Widerstand gegen die Sanktionierung des Quellcodes. So hat der Kryptografie-Professor Mathew Green von der Johns Hopkins University die Software wieder online gestellt, und Tether hält weiterhin daran fest, Guthaben nicht einzufrieren.