World Liberty bestreitet Kontrolle über KI-Plattform WorldClaw
World Liberty sagt, dass WorldClaw eigenständig operiert, lässt aber offen, ob es eine finanzielle Verbindung gibt. Die KI-Plattform nutzt USD1 und bietet über WorldRouter Zugang zu Hunderten von Modellen.

Wichtigste Erkenntnisse
- World Liberty Financial sagt, dass WorldClaw unabhängig operiert und keine Kontrolle über die KI-Modelle hat, die die Plattform anbietet.
- Das Unternehmen will nicht bestätigen, ob es eine Beteiligung, Finanzierung, Lizenzgebühren oder eine andere wirtschaftliche Beziehung gibt.
- WorldClaw nutzt USD1 als Zahlungsrail und bietet über eine einzige Oberfläche Zugang zu mehr als 300 KI-Modellen.
World Liberty Financial sagt, dass das KI-Aggregator-Unternehmen WorldClaw unabhängig operiert und dass es keine Kontrolle darüber hat, welche KI-Modelle die Plattform anbietet. Gleichzeitig will das Kryptounternehmen nicht sagen, ob es eine Beteiligung, Finanzierung, Lizenzgebühren oder eine andere wirtschaftliche Beziehung zu dem Unternehmen gibt.
Fragen zur Beziehung
Die Diskussion entstand, nachdem Reuters berichtete, dass WorldClaw unter anderem Modelle von chinesischen Entwicklern anbietet, die in den USA unter nationaler Sicherheitskontrolle stehen. World Liberty betonte gegenüber CoinDesk, dass die beiden Unternehmen getrennt seien, gab aber keinen vollständigen Einblick in die geschäftliche Verbindung zwischen beiden Parteien.
Laut Sprecher David Wachsman ist WorldClaw ein unabhängiges Unternehmen, das weder World Liberty Financial gehört noch von ihr betrieben wird. Das Plattformangebot nutzt jedoch USD1 als Zahlungsrail, so Wachsman. WorldClaw selbst sagt in seinen Nutzungsbedingungen, dass World Liberty den Dienst weder verwaltet noch kontrolliert und dass sich die Beziehung auf die Lizenzierung bestimmter Marken beschränkt.
Was WorldClaw macht
WorldClaw hat seinen Sitz in Hongkong und bietet Entwicklern über WorldRouter Zugang zu mehr als 300 KI-Modellen über eine einzige Oberfläche. Statt separate Konten bei verschiedenen Anbietern zu eröffnen, können Nutzer über ein einziges Gateway mit Modellen unter anderem von OpenAI, Anthropic, Alibaba, DeepSeek, Moonshot, MiniMax und Zhipu arbeiten.
Die Plattform akzeptiert Zahlungen in USD1, und einige Pakete sind durch das Staken von WLFI-Token zugänglich. Donald Trump Jr. bewarb WorldClaw bereits zum Start im Mai, doch wie groß die tatsächliche Nutzung ist, bleibt unklar. WorldClaw behauptet, mehr als 10.000 Nutzer und mehr als 50 Millionen Modellanfragen pro Tag zu haben, aber CoinDesk konnte diese Zahlen nicht verifizieren.
Warum das relevant ist
Der Fall ist für europäische Krypto-Nutzer relevant, weil USD1 inzwischen zu den größeren dollar-gestützten Stablecoins gehört und World Liberty damit sowohl im Krypto- als auch im KI-Zahlungsverkehr eine sichtbare Rolle spielt. Das macht die Frage, wie die geschäftlichen Beziehungen genau aussehen, besonders sensibel, zumal Aufseher und Marktteilnehmer immer kritischer auf Governance, Transparenz und mögliche Interessenkonflikte rund um Stablecoins schauen.
Dieser Kontext wiegt umso schwerer, weil World Liberty schon zuvor unter Beobachtung stand. Im April meldete CoinDesk, dass das Unternehmen Dutzende Millionen Dollar von Dolomite geliehen hatte, wobei der eigene WLFI-Token als Sicherheit verwendet wurde. Auch der breitere Markt schaut inzwischen darauf, wie KI-Dienste und Zahlungsrails zusammenkommen; Coinbase führt spezielle Konten für KI-Bots ein, damit sie im Namen von Nutzern handeln und bezahlen können zeigt, dass Machine-to-Machine-Zahlungen schnell an Bedeutung gewinnen.