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XRP-Handel kühlt auf Upbit ab, während der Hebel zunimmt

Auf Upbit und Binance lässt die Spotnachfrage nach, während der Open Interest in den Derivaten steigt. Das spricht für weniger Retail-Beteiligung und mehr Hebel im XRP-Handel.

XRP-Handel kühlt auf Upbit ab, während der Hebel zunimmt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der XRP-Handel auf Upbit kühlt spürbar ab. Das Volumen sinkt seit vier Wochen in Folge, seit Ende Juni um fast 51% auf Wochensicht.
  • Auf Binance sind die XRP-Spotflüsse nahezu zum Stillstand gekommen. Auch Zu- und Abflüsse sowie die Zahl der Einzahlungsadressen gingen deutlich zurück.
  • Gleichzeitig steigt der Open Interest in den Derivaten. Dadurch klettert die geschätzte Leverage Ratio auf den höchsten Stand seit Wochen.

XRP zeigt derzeit ein klares Zweiteilungsbild: Während der Spotmarkt auf zwei wichtigen Handelsplätzen an Dynamik verliert, bauen Trader im Derivatehandel offenbar mehr Hebel auf. Auf Upbit, dem größten XRP-Markt in Südkorea, geht das Handelsvolumen seit Wochen zurück. Gleichzeitig sind die Spotflüsse auf Binance fast versiegt, während der Open Interest weiter anzieht.

Upbit verliert an Schwung

Auf Upbit wird XRP zwar noch bei rund 1.655 Won gehandelt, doch die lokale Aktivität hat klar nachgelassen. Das wöchentliche Handelsvolumen fiel vier Wochen in Folge, von rund 530 Millionen XRP Ende Juni auf 258 Millionen Mitte Juli. Damit liegt das Volumen fast 51% unter dem Niveau vom Monatsende Juni und deutet auf eine deutlich geringere Kauf- und Verkaufsaktivität lokaler Anleger hin.

XRP bleibt auf Upbit zwar der zweitgrößte Handelsmarkt direkt hinter Bitcoin. Dennoch notiert der Token dort aktuell rund 1,1% unter dem globalen Fair Value. Auch das Ausbleiben der Kimchi Premium, die historisch oft als Hinweis auf starke Retail-Nachfrage in Südkorea gilt, passt zu einem nachlassenden Interesse vor Ort.

Binance zeigt kaum Spotaktivität

Auch auf Binance ist die Abkühlung deutlich zu erkennen. Laut dem On-Chain-Analysten CryptoOnchain sind die XRP-Zu- und Abflüsse auf der Exchange innerhalb einer Woche um etwa 99% eingebrochen. Gleichzeitig sank die Zahl der Einzahlungsadressen im selben Zeitraum um 97,6% gegenüber dem Wochendurchschnitt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Verkaufsdruck entsteht. Es zeigt aber, dass deutlich weniger Nutzer XRP zur oder von der Exchange bewegen. Für den Spotmarkt ist das ein klares Zeichen dafür, dass die Beteiligung nachlässt und viele Marktteilnehmer zunächst abwarten.

Derivate ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich

Während der Spotmarkt schwächer wird, nimmt die Aktivität im Derivatehandel weiter zu. Der Open Interest auf Binance stieg um 5,9% auf 423,8 Millionen, wodurch die geschätzte Leverage Ratio auf 0,162 kletterte und damit den höchsten Stand seit Wochen erreichte. Die Funding Rates blieben dabei nahe neutral und gaben im Wochenvergleich um 29,9% nach.

CryptoOnchain zufolge spricht das eher für eine vorsichtige Neupositionierung als für aggressive Einbahnstraßen-Spekulation. Gestützt wird dieses Bild auch durch die Netzwerkdaten: Die NVT-Ratio von XRP liegt 45,6% über dem Drei-Monats-Durchschnitt, während die Zahl der Transaktionen um 33,6% niedriger ist und die aktiven Adressen um 16,4% zurückgegangen sind.

Bedeutung für Europa

Für europäische Kryptonutzer zeigt sich daran, wie stark regionale Handelsströme die Kursentwicklung von XRP beeinflussen können. Südkorea ist seit Längerem ein wichtiger Markt für den Token, und Verschiebungen beim Spotvolumen dort können sich rasch in den breiteren Marktdaten bemerkbar machen. Für alle, die den Kryptomarkt beobachten, ist die Kombination aus schwächerer Spotbeteiligung und steigender Leverage vor allem deshalb relevant, weil sie oft auf eine fragilere Basis unter einer Erholungsbewegung hindeutet.


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