ZachXBT kritisiert Hardware-Wallets und setzt Ledger unter Druck
ZachXBT hält Ledger Live und andere Wallets für ungeeignet für größere Beträge, während jüngste Vorfälle bei Ledger und Trezor die Debatte über Selbstverwahrung weiter anfachen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Krypto-Analyst ZachXBT hält die aktuellen Hardware-Wallets für unzuverlässig, wenn es ums Signieren von Transaktionen und das Aufbewahren größerer Beträge geht.
- Vor allem Ledger bekommt sein Fett weg, weil Ledger Live seiner Ansicht nach zu oft angepasst wird und dabei Funktionen kaputtgehen oder die Oberfläche unnötig verändert wird.
- Die Debatte bekommt zusätzlich Gewicht durch jüngste Vorfälle bei Ledger und Trezor, die zeigen, dass auch Software und Nutzerverhalten die Sicherheit mitbestimmen.
Krypto-Analyst ZachXBT hat am Donnerstag deutliche Kritik an Hardware-Wallets geäußert. Nach seiner Einschätzung sind die meisten aktuellen Lösungen weder beim Signieren von Transaktionen noch bei der Verwahrung größerer Beträge wirklich verlässlich. Damit rückt eine zentrale Frage im Kryptomarkt erneut in den Fokus: Wie sicher ist eine Hardware-Wallet noch, wenn entweder das Gerät selbst oder die zugehörige Software Schwächen zeigt?
Kritik an Sicherheit und Bedienbarkeit
ZachXBT erklärte, dass aus seiner Sicht alle derzeit verfügbaren Hardware-Wallet-Lösungen bei Security und Bedienbarkeit Schwächen aufweisen. Für Transaktionen mit höherem Risiko seien sie deshalb seiner Meinung nach nur eingeschränkt geeignet. Als Alternative nennt er ein separates iPhone, das ausschließlich für Wallet-Zwecke verwendet und von anderen Funktionen weitgehend getrennt wird.
Dieser Ansatz soll dem Analysten zufolge mehr Kontrolle ermöglichen und weniger Angriffsflächen bieten als eine klassische Hardware-Wallet. Zugleich ergänzte er seine Aussage mit einem provokanten Hinweis in eigenen Worten: „Only do this if you are not low iq.“
Ledger bekommt die meiste Kritik
Besonders scharf ging ZachXBT mit Ledger ins Gericht. Kritisiert hat er vor allem die häufigen Updates von Ledger Live, die aus seiner Sicht die Oberfläche und Apps unnötig verändern und dabei grundlegende Funktionen beeinträchtigen. In den sozialen Medien rund um Krypto löste der Beitrag sofort Reaktionen aus, viele Nutzer berichteten dort von eigenen Frustmomenten mit Hardware-Wallets.
Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch die jüngsten Vorfälle. Im Januar 2026 kam es bei Ledger zu einem Datenleck, von dem rund 270.000 Kundendatensätze betroffen waren. Private Keys oder Seed Phrases sollen dabei jedoch nicht kompromittiert worden sein. Auch Trezor geriet im Juni 2026 wegen einer Schwachstelle im TROPIC01-Chip der Safe 7 in den Fokus. Das Unternehmen erklärte gemeinsam mit Tropic Square, dass der Fehler nicht zum Verlust von Geldern führe, weil nur eine von drei Sicherheitsebenen betroffen gewesen sei. Insgesamt passt das zu einem breiteren Muster, bei dem nicht nur Code, sondern auch Schlüsselverwaltung und operative Schwächen als Risiko gelten. Eine jüngere Analyse zeigte das auch anhand der Schäden durch kompromittierte Private Keys.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer ist diese Debatte besonders relevant, weil Hardware-Wallets oft als Standard für die Selbstverwahrung gelten. Die jüngste Serie von Vorfällen macht aber deutlich, dass nicht nur die Hardware selbst zählt, sondern auch Software, Lieferkette und Nutzerverhalten die Sicherheit mitbestimmen. Das könnte das Interesse an Alternativen wie getrennten Signing-Devices oder an strengerer operativer Hygiene weiter erhöhen.