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Zcash startet Zakura und rückt Visa-Niveau bei Privacy näher

Die neue Full Node soll Zcash auf zehntausende Transaktionen pro Sekunde vorbereiten, während Zero-Knowledge-Privacy und Verifizierbarkeit erhalten bleiben.

Zcash startet Zakura und rückt Visa-Niveau bei Privacy näher

Wichtigste Erkenntnisse

  • Zcash hat Zakura eingeführt, eine neue Full Node, mit der die Infrastruktur auf Zahlungsverkehr auf dem Niveau von Visa und Mastercard vorbereitet werden soll.
  • Zakura ist ein Fork von Zebra, setzt auf Pruning zur Reduzierung des Speicherbedarfs und soll Wallets sowie Börsen über einen Kompatibilitätsmodus weiter unterstützen.
  • Der nächste Test steht Ende Juli mit Ironwood auf dem Mainnet an, nachdem ein früherer Orchard-Bug vorübergehend Gegenmaßnahmen erforderlich gemacht hatte.

Zcash hat mit Zakura eine neue Full Node veröffentlicht, die die Kryptowährung technisch auf Zahlungsverkehr in der Größenordnung von Visa und Mastercard vorbereiten soll, ohne bei Privacy und Verifizierbarkeit Kompromisse einzugehen. Der Start markiert den ersten Live-Schritt eines größeren Umbaus der Zcash-Infrastruktur. Ziel ist es, zehntausende Transaktionen pro Sekunde zu ermöglichen.

Neue Node für mehr Kapazität

Zakura ist am Mittwoch in Version 1.0.0 erschienen und wird von Sean Bowe betreut, einem der Mitgründer von Zcashs Zero-Knowledge-Kryptografie, sowie von Dev Ojha, Mitgründer von Osmosis und inzwischen Leiter der Valar Group. Finanziert werden beide Teams über private ZEC-Spenden und nicht über ein Unternehmen oder eine Stiftung.

Eine Full Node hält eine vollständige Kopie der Blockchain vor und prüft Transaktionen eigenständig auf Regelkonformität. Zakura ist ein Fork von Zebra, der Node-Software der Zcash Foundation, und basiert damit auf der offiziellen Codebasis der Stiftung.

Der neue Client kann alte Daten per Pruning entfernen und reduziert so den Speicherbedarf spürbar. Nach Angaben des Teams soll eine neue Node dadurch in weniger als zwei Minuten startbereit sein. Wallets und Exchange-Anbindungen, die noch auf der alten zcashd-Schnittstelle aufsetzen, sollen über einen Kompatibilitätsmodus weiter unterstützt werden.

Privacy auf Skalierungsebene

Der Ansatz hinter Zakura ist vor allem technischer Natur. Das Team verweist darauf, dass Visa und Mastercard zusammen mehr als 50.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten und dass Zcash dieses Niveau mindestens erreichen müsse. Mit der heutigen Kryptografie müsste eine Node dafür mehr als 500 MB pro Sekunde verarbeiten.

Deshalb arbeitet Bowe auch an Project Tachyon, das auf Recursive Proofs setzt. Dabei bestätigt ein Proof die Gültigkeit von Tausenden weiteren Proofs, wodurch die Datenmenge, die eine Node auf Konsensebene prüfen muss, deutlich sinkt. Parallel dazu entwickelt die Valar Group Private Information Retrieval, damit Wallets ihre eigenen Daten abrufen können, ohne dem Server offenzulegen, nach welchen Datensätzen sie suchen.

Für Nutzer ist diese Kombination relevant, weil Zcash Privacy schon länger nicht nur als Nischenfunktion, sondern als festen Bestandteil des Netzwerks positionieren will. Auch die Einführung der Zashi Wallet, in der shielded Transaktionen standardmäßig aktiviert sind, passt in dieses Bild und dürfte die Einstiegshürde weiter senken.

Ironwood testet das Upgrade

Der erste echte Belastungstest folgt Ende Juli, wenn Ironwood, offiziell NU6.3, bei Block 3.428.143 auf dem Mainnet aktiviert wird. Das entspricht ungefähr 8.00 Uhr Eastern am 28. Juli, und Zakura unterstützt dieses Upgrade ab dem Release.

Wichtig ist der Zeitpunkt auch wegen des Fehlers im Orchard-Proof-Circuit, der im Juni bekannt wurde. Der Bug machte es theoretisch möglich, gefälschtes ZEC ohne Onchain-Spur zu erzeugen. Daraufhin deaktivierten Entwickler Orchard vorübergehend und stellten es später über NU6.2 wieder her. Ironwood soll solche Risiken mit einer Turnstile am Rand der shielded pools besser abfedern, damit unerwünschte zusätzliche Supply nicht frei zirkulieren kann.

Auch am Markt fällt Zcash derzeit auf. Die Marktkapitalisierung der Privacycoin liegt inzwischen über der von Monero, womit sich Zcash erneut als führende Privacy-Krypto positioniert. Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass das Upgrade zeigt, wie weit Privacycoins inzwischen gekommen sind, wenn es darum geht, Skalierbarkeit, Wallet-Erlebnis und Sicherheit gleichzeitig zu adressieren.


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