AFX Trade verliert 24,15 Millionen Dollar nach kompromittiertem Bridge-Key
Offchain Labs sagt, dass die native Arbitrum-Bridge nicht betroffen war. Der Angriff traf Validator-Signing-Keys und rückt die Risiken von Cross-Chain-Bridges in DeFi wieder in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- AFX Trade hat am Mittwoch rund 24,15 Millionen Dollar verloren, nachdem ein Angreifer Validator-Signing-Keys einer Arbitrum-Bridge kompromittiert hatte.
- Laut Blockaid wurde die Auszahlung von 24.150.000 USDC gültig von fünf Hot-Validator-Signaturen genehmigt und nach 200 Sekunden freigegeben.
- Der Angriff fiel mit stark steigendem Handelsvolumen bei AFX zusammen, während Cross-Chain-Bridges erneut als verwundbarer Teil von DeFi hervorgehoben werden.
AFX Trade ist am Mittwoch um rund 24,15 Millionen Dollar (21,2 Millionen Euro) geschädigt worden, nachdem ein Angreifer offenbar Zugriff auf die Validator-Signing-Keys einer Bridge auf Arbitrum erlangt hatte. Nach On-Chain-Daten ging es um eine USDC-Auszahlung. Offchain Labs stellte zugleich klar, dass die native Arbitrum-Bridge weder gehackt noch missbraucht worden sei.
Bridge genehmigte Auszahlung
Das Sicherheitsunternehmen Blockaid teilte mit, dass die On-Chain-Logik nicht umgangen wurde. Stattdessen bestätigten fünf Hot-Validator-Signaturen die Auszahlung von 24.150.000 USDC und erreichten damit das erforderliche Quorum von etwa zwei Dritteln. Anschließend stufte der Vertrag die Transaktion als gültig ein, woraufhin die Gelder nach einer Dispute-Periode von 200 Sekunden freigegeben wurden.
Aus technischer Sicht unterscheidet sich der Vorfall damit von einem klassischen Smart-Contract-Exploit. Die Bridge funktionierte also wie vorgesehen, allerdings scheinen die Schlüssel, die die Auszahlung autorisierten, in falsche Hände geraten zu sein. Die entwendeten USDC wurden danach über Ethereum in rund 12.467 ETH getauscht. Das entspricht grob 24 Millionen Dollar (21 Millionen Euro). Laut On-Chain-Trackern befinden sich die Mittel inzwischen in einer Wallet.
Wachstum fiel mit dem Angriff zusammen
Auffällig ist auch der Zeitpunkt: Bereits vor dem Angriff hatte die Handelsaktivität bei AFX deutlich angezogen. Laut DefiLlama erreichte das tägliche Perpetuals-Volumen Mitte Juli den höchsten Stand seit Monaten. Gleichzeitig gewann das Protokoll mehr Nutzer und zog dadurch auch zusätzliche Einzahlungen an. Der abgezogene Betrag entsprach fast dem gesamten im Protokoll gebundenen Wert.
Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil Cross-Chain-Bridges seit Längerem als Schwachstelle innerhalb von DeFi gelten. Sie verwalten häufig große Summen und stützen sich auf eine begrenzte Zahl von Validatoren oder Freigabesignalen. Wird ein Zugangsschlüssel kompromittiert, kann sich das unmittelbar auf die Sicherheit des gesamten Systems auswirken. Arbitrum hatte bereits früher in diesem Jahr einen Sicherheitsvorfall rund um den L1 Timelock Contract. Das zeigt, dass Risiken nicht nur auf der Kernschicht eines Netzwerks entstehen. Auch bei einem früheren Arbitrum-Angriff wurde bereits deutlich, dass ein kompromittierter Schlüssel ausreichen kann, um größere Beträge abzuziehen, wie im Fall von Ostium.
Mehr Druck auf die DeFi-Sicherheit
Der Angriff reiht sich in eine ohnehin angespannte Phase für die Krypto-Sicherheit ein. Im zweiten Quartal zählten die Schäden durch Hacks zu den höchsten Werten überhaupt. Gleichzeitig waren zuletzt auch andere Arbitrum-bezogene Protokolle betroffen, darunter ein Oracle-Exploit bei der RWA-Plattform Ostium. Der Vorfall bei AFX erinnert zudem an frühere Fälle, in denen Angreifer keinen Smart Contract direkt angreifen mussten, sondern über länger bestehenden Zugriff auf Privilegien Gelder abziehen konnten.