Apple wegen Fake-Bitcoin-Wallet im App Store verklagt
Die Kläger werfen Apple vor, eine gefälschte Sparrow-Wallet-App trotz früherer Warnungen im App Store belassen zu haben. Der Fall rückt das Prüfverfahren des App Store und den Umgang mit Krypto-Apps erneut in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Apple wird verklagt, weil eine betrügerische Bitcoin-Wallet-App nach gemeldeten Verlusten im App Store verfügbar blieb.
- Drei Kläger geben an, zusammen rund 1,84 Millionen Dollar an eine Fake-App verloren zu haben, die sich als Sparrow Wallet ausgab.
- Sie fordern Rückzahlung, Schadensersatz und einen klareren Hinweis darauf, dass ein App-Store-Eintrag keine Echtheit belegt.
Apple sieht sich mit einer Bundesklage konfrontiert. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, eine betrügerische Bitcoin-Wallet-App im App Store nicht entfernt zu haben, obwohl bereits ein Verlust von 875.000 Dollar (768.300 €) gemeldet worden war. Nach Darstellung der Kläger soll es danach zu einem weiteren Schaden von rund 840.000 Dollar (737.600 €) gekommen sein. Für Krypto-Nutzer, die auf die Prüfung großer App-Marktplätze vertrauen, dürfte der Fall deshalb besonders heikel sein.
Fake-App gab sich als Sparrow Wallet aus
Die Klage wurde am 24. Juli eingereicht und von MacRumors aufgegriffen. Drei Personen erklären, sie hätten zusammen rund 1,84 Millionen Dollar (1,6 € Millionen) verloren, nachdem sie eine App heruntergeladen hatten, die sich als Sparrow Wallet ausgab, und dort ihre Bitcoin Seed Phrases eingegeben hatten. Wer über eine solche Seed Phrase verfügt, kann die zugehörige Wallet verwalten und die Assets bewegen.
Nach Angaben in der Klage vermittelte Apple mit seinem Marketing den Eindruck, dass Apps im App Store geprüft und sicher seien. Die Kläger stützen sich auf acht Vorwürfe, darunter Verstöße gegen Verbraucherschutzregeln, betrügerische und fahrlässige Irreführung sowie das Unterlassen einer Warnung. James Ramirez sagt, er habe die App am 25. Juli 2025 installiert und 7,4 BTC an einen Scammer überwiesen. Christopher Ellis soll am 3. August rund 840.000 Dollar (737.600 €) verloren haben. Jalen Delgado gibt an, die App um den 1. Mai 2025 installiert zu haben und 1,05 BTC verloren zu haben, die damals etwa 120.000 Dollar (105.400 €) wert waren.
Apple unter Druck, das Review-Verfahren zu erklären
Die Kläger behaupten außerdem, Apple habe auf die Meldungen von Ramirez und Ellis nicht reagiert. Zudem soll die betrügerische App in Rankings aufgetaucht sein und sogar in kuratierten Krypto-Sammlungen neben legitimen Angeboten gelistet worden sein. Die offizielle Sparrow Wallet ist laut der Klage nur als Desktop-App für Windows, macOS und Linux verfügbar und hat keine iOS-Version.
Der Fall verweist auf ein bekanntes Problem: Fake-Krypto-Wallet-Apps tauchen immer wieder in App Stores auf, während Nutzer häufig davon ausgehen, dass ein Eintrag in einem großen Marketplace automatisch für Echtheit steht. Die Kläger verlangen deshalb die Rückzahlung der gestohlenen Assets, Schadensersatz und eine klarere Darstellung der Grenzen von Apples Review-Verfahren. Außerdem wollen sie, dass Apple Nutzer ausdrücklich darauf hinweist, dass ein App-Store-Eintrag nicht beweist, dass eine Krypto-App echt ist.
Bedeutung für Krypto-Nutzer
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt der Fall, wie wichtig Vertrauen in die Plattform bei der Wallet-Sicherheit ist. Gerade weil App Stores für viele Nutzer zunehmend der erste Zugang zu Krypto sind, kann die Art und Weise, wie große Tech-Unternehmen Betrug erkennen und entfernen, für die gesamte Branche relevant sein. Apple sagt inzwischen, das Unternehmen habe Maßnahmen ergriffen, um Apps zu entfernen, die Sparrow Wallet imitieren, und verbundene Entwickler-Accounts zu sperren. Zudem verweist Apple darauf, dass im vergangenen Jahr mehr als 371.000 Copycat-, Spam- oder irreführende Einreichungen abgelehnt worden seien.