Staatsanwälte setzen Clarity Act in den USA unter Druck
18 Staatsanwälte befürchten, dass das Gesetz ihre Befugnis einschränkt, Krypto-Betrug zu verfolgen. Die Debatte betrifft auch die Rolle von SEC und CFTC in der US-Aufsicht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Achtzehn US-Staatsanwälte wollen, dass der Senat den Digital Asset Market Clarity Act anpasst.
- Sie befürchten, dass das Gesetz die Bundesstaaten beim Vorgehen gegen Krypto-Scams und Betrug nach bestehenden Regeln einschränkt.
- Auch andere Gruppen kritisieren den Vorschlag, während die Debatte über die Aufsicht zwischen SEC und CFTC weitergeht.
Eine überparteiliche Gruppe von 18 US-amerikanischen Staatsanwälten hat den Senat aufgefordert, den Digital Asset Market Clarity Act anzupassen. Laut dem Schreiben könnte das Gesetz die Bundesstaaten in ihrer Möglichkeit einschränken, crypto-bezogene Scams und Betrugsfälle nach bestehenden Wertpapier- und Rohstoffregeln zu verfolgen.
Einwand gegen föderale Präemption
Das Schreiben wurde von Spitzenjuristen unterzeichnet aus unter anderem New York, Arizona, Connecticut, Kalifornien, Kansas und Ohio sowie dem District of Columbia. Die Gruppe sagt, dass neuere Versionen des Clarity Act zu unklar seien, wenn es darum geht, wann Bundesregeln Vorrang vor den Befugnissen der Bundesstaaten haben. Dadurch könnten Beschuldigte möglicherweise versuchen, die Durchsetzung durch die Bundesstaaten zu blockieren.
Die Staatsanwälte schreiben, dass sie die Befugnis der Bundesstaaten erhalten wollen, die Öffentlichkeit vor Betrügern zu schützen. Dabei verweisen sie auf das FBI, das meldete, dass im vergangenen Jahr $11,4 Milliarden (€9,9 Milliarden) über Krypto von Anlegern gestohlen wurden. Das Schreiben nennt außerdem, dass das Gesetz in seiner aktuellen Form der SEC über die Definition einer sogenannten qualified transaction Spielraum geben könnte, um staatliche Autorität zu verdrängen.
Breiter Widerstand in Washington
Die Kritik kommt nicht nur von Staatsanwälten. Auch andere Gruppen haben sich gegen die neueste Version des Gesetzentwurfs ausgesprochen, darunter die Indian Gaming Association. Die Organisation befürchtet, dass die Ausweitung der CFTC-Befugnisse zu weit geht und dass staatliche und tribale Glücksspielgesetze nicht ausreichend geschützt werden.
Senatorin Cynthia Lummis, eine der wichtigsten Einbringerinnen des Gesetzes, sagte, sie habe im Juni mit der IGA gesprochen und damals keinen Einwand gegen den Text gehört. Gleichzeitig bleibt die Debatte über andere Teile des Vorschlags bestehen, darunter die Regeln rund um Stablecoin-Yield und Belohnungen. Christopher Williston von der Independent Bankers Association of Texas nannte den überarbeiteten Text dazu am Montag weiterhin einen „Witz“ und „eine bedeutungslose Nichts-Bestimmung“.
Warum das für Krypto relevant ist
Der Clarity Act soll eigentlich mehr Klarheit über die Aufteilung der Aufsicht zwischen SEC und CFTC schaffen. Das macht die politische Debatte um das Gesetz für den breiteren Kryptomarkt wichtig, zumal das Vorgehen gegen Betrug und Online-Scams für viele US- und europäische Akteure ein sensibles Thema bleibt. Für europäische Leser zeigt das, wie stark Regulierung, Verbraucherschutz und Marktzugang in den USA weiterhin miteinander verflochten sind. Der politische Streit um das Gesetz geht derweil weiter, während sich der Senat auf eine neue Abstimmung über das Marktstrukturgesetz vorbereitet.
Diese Spannung zeigt sich auch in der breiteren Debatte über das Gesetz, in der der Ethikstreit im Senat bereits zuvor für Verzögerungen gesorgt hatte.