Clarity Act erhält mehr Unterstützung auf Prediction Markets
Auf Kalshi und Polymarket steigen die Chancen auf eine Zustimmung, doch die Clarity Act muss noch durch Senat, Repräsentantenhaus und das Weiße Haus. Das Gesetz soll die Rolle von CFTC und SEC in den USA klarer regeln.

Wichtigste Erkenntnisse
- Prediction-Market-Trader schätzten die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung zur Clarity Act am Montag auf Kalshi und Polymarket höher ein.
- Der Anstieg folgt auf eine wichtige prozedurale Abstimmung im Senat, für die 60 Senatoren zustimmen müssen.
- Nach dem Senat muss das Gesetz noch durch das Repräsentantenhaus und den Präsidenten, während Analysten weiterhin erhebliche politische Unsicherheit sehen.
Prediction-Market-Trader wurden am Montag deutlich optimistischer, was die Chance angeht, dass Washington endlich ein Crypto-Market-Structure-Bill durch den Kongress bringt. Auf Kalshi und Polymarket stiegen die Chancen für die Clarity Act auf das höchste Niveau seit Wochen, doch das Gesetz muss weiterhin mehrere politische Schritte durchlaufen, bevor überhaupt von einer Zustimmung die Rede sein kann.
Die Chancen steigen schnell
Auf Polymarket stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die Clarity Act in diesem Jahr unterzeichnet wird, auf fast 30%, nach 12% Anfang September. Das ist laut dem Event-Contract-Dashboard der Plattform der höchste Stand seit Anfang August.
Auf Kalshi stieg der Markt für die Frage, ob das Crypto-Market-Structure-Bill vor dem 1. Oktober 2027 Gesetz wird, über Nacht auf 64% von 26% am Donnerstag. Am Montagmorgen fiel das wieder auf etwa 53% zurück. Für eine Zustimmung vor dem 1. Juli lag die Wahrscheinlichkeit bei 53%, gegenüber 30% am Donnerstag. Die Chance, dass das Gesetz vor April Gesetz wird, lag zuletzt bei 45%, also etwa doppelt so hoch wie die 23% am Donnerstag.
Der Senat bleibt der Test
Die steigenden Chancen fallen mit einer wichtigen prozeduralen Abstimmung im Senat am Dienstag zusammen. Dafür braucht es die Unterstützung von 60 Senatoren, was bedeutet, dass das Gesetz parteiübergreifende Unterstützung gewinnen muss. Wird diese Hürde genommen, ist das ein wichtiger politischer Schritt, aber noch keine endgültige Zustimmung im Senat.
Danach kann sich das Änderungsverfahren noch lange hinziehen. Mögliche Änderungen müssen auch noch durch das Repräsentantenhaus, bevor das Gesetz zum Präsidenten gehen kann. Der volle Terminkalender des Kongresses sorgt dabei für zusätzliche Unsicherheit.
Laut TD-Cowen-Analyst Jaret Sieberg ist es noch lange nicht sicher, dass die Demokraten in dem Text genug sehen, um mitzugehen. Er hielt am Montag an einer Wahrscheinlichkeit von 25% für die Verabschiedung der Clarity Act fest. In seiner Notiz schrieb er, dass die angepasste Ethik-Sprache der Republikaner möglicherweise nicht weit genug für moderate Demokraten geht.
Warum das für Krypto wichtig ist
Die Clarity Act soll einen bundesweiten Rahmen für Krypto in den USA schaffen, mit einer klareren Aufteilung der Rollen zwischen CFTC und SEC. Das könnte für den breiteren Kryptomarkt relevant sein, weil Unklarheit über Aufsicht seit Jahren in Diskussionen über Token, Anlageinstrumente und DeFi eine Rolle spielt. Das Ergebnis könnte auch vorgeben, wie streng oder wie zersplittert die US-Regeln in nächster Zeit werden.
Sieberg wies außerdem darauf hin, dass die Debatte über DeFi sensibel bleibt. Jüngere Versionen des Vorschlags würden Plattformen mit zentraler Kontrolle unter die Registrierung bei der CFTC bringen, was Fragen zur Zukunft dezentraler Protokolle aufwirft. Außerdem könnte der Anlauf auf die Midterms die politischen Prioritäten weiter beeinflussen, wodurch der Gesetzgebungsprozess noch schwieriger wird.
Bereits Anfang der Woche sorgte die Ethik-Klausel in der Clarity Act in Washington für zusätzliche Spannung, weil sie weiterhin eines der wichtigsten Hindernisse im Senat darstellt.