Coinbase steigt trotz Warnung von Morgan Stanley
Compass Point hob die Einschätzung an, während sich der US-Senat mit dem Clarity Act befasst. Für Coinbase ist vor allem Klarheit über SEC und CFTC wichtig.

Wichtigste Erkenntnisse
- Coinbase stieg am Montag um fast 8 % auf etwa $188,50, während der breitere US-Aktienmarkt nachgab.
- Der Kurssprung folgte auf eine Hochstufung von Compass Point von sell auf neutral mit einem Kursziel von $177.
- Die anstehende Senatsabstimmung über den Digital Asset Market Clarity Act ist wichtig für Coinbase und die Regulierung des Kryptomarkts.
Coinbase legte am Montag kräftig zu, während der breitere US-Aktienmarkt im Gegenzug zurückfiel. Die Aktie stieg um fast 8 % und notierte bei rund $188,50 (€163), nachdem Compass Point die Einschätzung von sell auf neutral angehoben hatte. Das geschah kurz nachdem Morgan Stanley gewarnt hatte, dass der Markt innerhalb von 30 Tagen brechen könnte, falls der Ölpreis weiter steigt.
Hochstufung setzt den Ton
Der Kurssprung kam, nachdem Analyst Ed Engel von Compass Point seine Einschätzung zu Coinbase angepasst hatte. Er sprach keine Kaufempfehlung aus, doch sein neues Kursziel von $177 (€153) war bereits zum Handelsstart überschritten. Für Anleger war vor allem relevant, dass der Markt einen bearishen Ton eines Analysten gerade dazu nutzte, Coinbase höher zu setzen.
Gleichzeitig lag der S&P 500 in denselben Stunden 0,8 % im Minus. Das unterstrich, wie ungewöhnlich die Bewegung bei Coinbase im Vergleich zum Rest des Marktes war. Morgan-Stanley-Chefstratege Mike Wilson hatte am Sonntag noch gesagt, dass Öl ein Risiko für die Liquidität darstellt, nicht künstliche Intelligenz.
Clarity Act bleibt entscheidend
Die Aufwärtsbewegung fiel mit der anstehenden Verfahrensabstimmung im US-Senat über den Digital Asset Market Clarity Act zusammen. Das Gesetz soll festlegen, welche Aufsichtsbehörde den Kryptomarkt kontrolliert, wobei die Rollen von SEC und CFTC klarer definiert werden. Das Repräsentantenhaus hatte das Gesetz bereits im Juli 2025 mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet.
Für Coinbase ist das wichtig, weil ein klareres Regelwerk es erleichtern könnte, Tokens zu listen, ohne direkt in einen Rechtsstreit zu geraten. Die überarbeitete Version des Gesetzes enthält auch Regeln für DeFi-Protokolle, darunter Fälle, in denen weniger dezentralisierte Plattformen sich bei der CFTC registrieren und den Bank Secrecy Act einhalten müssen. Die Abstimmung in dieser Woche ist die letzte Chance vor November, das Gesetz noch weiterzubringen.
Coinbase versucht derweil schon länger, weniger abhängig von Handelsgebühren zu werden. Mit neuen Derivate- und KI-Produkten will das Unternehmen seine Umsätze breiter aufstellen und besser auf die nächste Marktphase reagieren.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, wie stark amerikanische Regulierung weiterhin auf börsennotierte Kryptounternehmen durchschlägt. Coinbase reagiert nicht nur auf Kursziele, sondern auch auf die Frage, wer in den USA künftig die Spielregeln festlegt. Das macht die Abstimmung im Senat relevant für alle, die die Entwicklung von Krypto-Exchanges und des breiteren Kryptomarkts verfolgen.