Bank von Korea startet Live-CBDC-Test mit neun Banken
Die Pilotphase geht mit echten Transaktionen und Deposit Tokens in die nächste Runde, während südkoreanische Banken zugleich an einer won-gestützten Stablecoin-Infrastruktur arbeiten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Bank von Korea startet im September einen Live-CBDC-Test mit neun Banken und echten Transaktionen.
- Die Zentralbank will mit der zweiten Phase die Basis für die Kommerzialisierung von Deposit Tokens schaffen.
- Parallel dazu arbeiten südkoreanische Banken an einer Stablecoin-Infrastruktur, während CBDC-Tests weltweit zunehmen.
Die Bank von Korea geht im September in ihrem CBDC-Programm einen Schritt weiter und beginnt einen Live-Test mit neun Banken. Damit rückt das Vorhaben von der Vorbereitungsphase in den praktischen Betrieb, wobei die Zentralbank nach eigener Einschätzung vor allem die kommerzielle Nutzung von Deposit Tokens weiter ausloten will.
Live-Transaktionen im September
Wie die Yonhap News Agency berichtet, startet die zweite Phase des CBDC-Programms im September. Im Mittelpunkt stehen dabei reale Transaktionen: Die Bank von Korea stellt die Infrastruktur bereit, während die teilnehmenden Banken ihre Dienste über Deposit Tokens abwickeln.
Ein Vertreter der BOK sagte gegenüber YNA, die Zentralbank wolle in dieser Phase die Grundlage für eine spätere Kommerzialisierung legen. Laut Yonhap soll die Regierung damit ein Umfeld schaffen, in dem der Won unabhängig von Zeit und Ort frei genutzt werden kann.
Insgesamt sind neun Banken an der Pilotphase beteiligt, darunter Gyeongnam Bank und iM Bank. Auch die drei größten Institute des Landes, KB Kookmin, Shinhan, Hana und Woori Financial Group, bleiben Teil des Projekts.
Breiterer CBDC-Rahmen
Der südkoreanische Test fügt sich in einen breiteren internationalen Trend ein. Nach Angaben des Atlantic Council arbeiten derzeit 41 Länder an einem CBDC-Test, weitere 33 Länder entwickeln eine digitale Währung. Nur eine begrenzte Zahl von Staaten hat eine CBDC bereits offiziell eingeführt, darunter die Bahamas, Nigeria und Jamaika.
Die Bank von Korea agiert dabei nicht isoliert vom übrigen Finanzsektor. Südkoreanische Banken bauen parallel eine eigene Stablecoin-Infrastruktur auf. Hana Bank hat beispielsweise begonnen, Systeme für eine mögliche won-gestützte Stablecoin zu entwerfen, darunter Ausgabe, Einlösung, Settlement, digitale Wallets und Kontrollen zur Geldwäscheprävention.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil sich daran zeigt, wie Zentralbanken und Geschäftsbanken zunehmend dieselben Infrastrukturen testen wie private Krypto-Unternehmen, allerdings innerhalb eines regulierten Rahmens. Auch der neue Gouverneur Shin Hyun-son hat CBDC und von der Zentralbank ausgegebene Deposit Tokens nach Angaben des Berichts weit oben auf seine Agenda gesetzt, was auf eine klare politische und institutionelle Priorität hindeutet.
Hinzu kommt, dass Südkorea auch seine Regeln rund um nationale Assets anpassen will, um Krypto als nationales Eigentum zu klassifizieren. Zusammen mit dem CBDC-Test und den Stablecoin-Plänen zeigt das, wie schnell Blockchain und digitales Geld dort näher an die öffentliche Finanzinfrastruktur rücken. Das steht auch im Zusammenhang mit der breiteren Debatte darüber, wie Südkorea Krypto rechtlich und institutionell in das Finanzsystem einbettet, wie im Vorschlag, Krypto in das nationale Vermögensgesetz aufzunehmen.