Base stellt unter Jesse Pollak auf Trading-first um
Pollak gibt die App-Entwicklung zurück an Coinbase und richtet Base auf Trading, Payments und KI-Agenten aus. Cobie (Jordan Fish) übernimmt nach dem gescheiterten Social-first-Versuch die Leitung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Jesse Pollak zieht sich aus der Leitung der Base App zurück, nachdem der Fokus auf eine Onchain-Social-Economy die Erwartungen nicht erfüllt hat.
- Der Schwerpunkt verlagert sich auf Trading, Payments und KI-Agenten. Die App-Entwicklung geht zurück an Coinbase, während Cobie die Führung übernimmt.
- Pollak räumt ein, dass soziale Anwendungen nicht aufgegangen sind und Base bei Trading, Tokenisierung und Payments hinter der Konkurrenz lag.
Coinbase-Chef Jesse Pollak gibt die Leitung der Base App ab, nachdem er selbst eingeräumt hat, dass der Fokus auf eine Onchain-Social-Economy weniger Wirkung gezeigt hat als erhofft. Künftig soll Base stärker auf Trading, Payments und KI-Agenten ausgerichtet werden. Die App-Entwicklung wandert zurück zu Coinbase, während Jordan Fish, besser bekannt als Cobie, die Verantwortung übernimmt.
Soziale Wette lief ins Leere
Pollak erklärte, dass er in den vergangenen zwei Jahren auf Builder und onchain-native soziale Erlebnisse wie Farcaster, Zora, Mini-Apps und Creator Coins gesetzt habe, um die nächste Wachstumsphase von Krypto anzuschieben. In einem Beitrag auf X schrieb er jedoch, dass Entwickler zwar mit Produkten wie Stablecoins, Prediction Markets und Perpetual Futures durchaus Adoption ausgelöst hätten, soziale Anwendungen am Ende aber "completely" auseinandergefallen seien.
Er bezeichnete sich selbst als "definitively wrong" und räumte damit ein, dass Base in zentralen Bereichen hinter der Konkurrenz zurückgeblieben sei, vor allem bei Trading, Tokenisierung und Payments. Für einen Sektor, der in den vergangenen Jahren immer wieder nach einer Consumer-Story jenseits des reinen Handels gesucht hat, ist das eine bemerkenswerte Kurskorrektur.
Cobie übernimmt die App
Nach Pollaks Angaben geht die Verantwortung für die Base App zurück an Coinbase, wo Cobie die weitere Entwicklung steuern soll. Fish wolle die App zur "the best damn app for onchain" ausbauen und dabei auch über das reine Base-Ökosystem hinausdenken, sagte Pollak.
Die Entscheidung für Cobie fügt sich in Coinbases breiteres Engagement im Bereich Onchain-Produkte ein. Das Krypto-Unternehmen hatte Fishs Plattform Echo im vergangenen Jahr für 375 $ Millionen (329 € Millionen) übernommen, nachdem das Unternehmen bereits mehr als 200 $ Millionen (175 € Millionen) für über 300 Projekte eingesammelt hatte. Nach der Übernahme wurde auch das Sonar-Produkt von Echo in das Coinbase-Ökosystem integriert, mit dem Ziel, direkte Token Sales auf der Blockchain zu ermöglichen.
Was das für Krypto bedeutet
Die Neuausrichtung zeigt, dass das Wachstum von Krypto immer weniger über soziale Apps läuft und sich stärker auf Anwendungen stützt, die näher an Handel und Finanzinfrastruktur liegen. Stablecoins, Tokenisierung, dezentrale Derivate und KI-gestützte Anwendungen stehen bei Entwicklern und Investoren inzwischen deutlich stärker im Fokus als die Social-first-Experimente, auf die Base zuvor gesetzt hatte.
Für europäische Krypto-Follower ist vor allem relevant, dass große Player ihre Produktstrategie nun ausdrücklich auf Anwendungsfälle ausrichten, die näher an Payments und Marktaktivität liegen. Das könnte darauf hindeuten, dass die nächste Phase der Onchain-Adoption weniger um Community-Feeds kreist und stärker um Funktionen, die sich direkt in bestehende Krypto-Workflows einfügen. Auch die breitere Tokenisierungsbewegung gewinnt dadurch an Gewicht, etwa bei der Verschiebung hin zu Aktien, Credit und Stablecoins, wo der Markt zunehmend auf Finanzanwendungen mit direktem Nutzwert setzt.