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Große Banken verdienen 49 Milliarden US-Dollar und setzen Krypto unter Druck

Die Rekordgewinne stammen vor allem aus Trading und Dealmaking, also genau aus der Infrastruktur, auf die Stablecoins und Blockchain-Lösungen abzielen. JPMorgan und Goldman Sachs investieren inzwischen selbst in Tokenisierung.

Große Banken verdienen 49 Milliarden US-Dollar und setzen Krypto unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die fünf größten US-Banken verdienten im zweiten Quartal zusammen 49 $ Milliarden, vor allem dank Trading, Dealmaking und finanzieller Infrastruktur.
  • JPMorgan und Goldman Sachs meldeten starke Ergebnisse, mit Rekordumsätzen und höheren Einnahmen aus Aktienhandel, Investment Banking und Underwriting.
  • Die Bankzahlen sind für Krypto relevant, weil Stablecoins und Blockchain-Lösungen auf dieselben Zahlungs- und Abwicklungsrails abzielen.

Die fünf größten US-Banken kamen im zweiten Quartal zusammen auf einen Gewinn von 49 $ Milliarden (43 € Milliarden). Besonders stark fielen dabei JPMorgan Chase und Goldman Sachs aus. Die Zahlen machen deutlich, dass an der Wall Street längst nicht nur das klassische Kreditgeschäft zählt. Vor allem Trading, Dealmaking und andere Teile der Finanzinfrastruktur bleiben zentrale Gewinnquellen. Für den Kryptomarkt ist das relevant, weil Stablecoins und Blockchain-Lösungen genau auf diese Zahlungs- und Abwicklungsrails abzielen.

Trading und Dealmaking ziehen den Karren

JPMorgan meldete einen Gewinn von 21,2 $ Milliarden, beziehungsweise 7,70 $ (6,75 €) je Aktie. Das entspricht einem Plus von 41 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders kräftig legten die Erträge aus dem Aktienhandel zu, die um 86 % auf 6,03 $ Milliarden (5,3 € Milliarden) stiegen. Der gesamte Trading-Umsatz erreichte mit 12,1 $ Milliarden (10,6 € Milliarden) einen neuen Rekord. Auch das Investment Banking entwickelte sich stark: Die Gebühren lagen bei 3,3 $ Milliarden (2,9 € Milliarden) und damit auf dem höchsten Stand seit 2021. Zusätzlich brachte ein länger gehaltenes Engagement in Visa weitere 4,6 $ Milliarden (4 € Milliarden) ein.

Auch Goldman Sachs legte Rekordzahlen vor. Die Bank wies einen Nettogewinn von 6,63 $ Milliarden (5,8 € Milliarden) aus. Je verwässerter Aktie entsprach das 20,98 $ (18 €). Sowohl Umsatz als auch Gewinn je Aktie erreichten damit Bestmarken. Besonders dynamisch entwickelte sich das Underwriting: Die Gebühren für neue Aktien stiegen um 130 %, die Einnahmen aus der Platzierung neuer Schulden um 75 %. Vorstandschef David Solomon sagte, die Ergebnisse spiegelten die Stärke des globalen Franchise und der Kundenbeziehungen der Bank wider.

Auch Bank of America, Wells Fargo und Citigroup meldeten höhere Gewinne. Zusammengenommen unterstreichen die Zahlen, dass die großen Banken ihr Geld vor allem mit Marktaktivität verdienen und nicht nur mit der klassischen Zinsmarge im Kreditgeschäft.

Warum das Krypto betrifft

Für Bitcoin ist vor allem die Liquidität am Markt entscheidend. Wenn Kapital leichter durch das System fließt, profitieren risikoreichere Assets oft auch von breiteren Aufwärtsbewegungen. Rekordumsätze an den Trading Desks deuten auf ein Umfeld hin, in dem Geld schnell durch das Finanzsystem zirkuliert. Historisch hat auch Krypto davon häufig profitiert.

Noch direkter ist der Zusammenhang bei Stablecoins. Diese Tokens sind darauf ausgelegt, Werte rund um die Uhr zu bewegen, und werden zunehmend als Alternative zu klassischen Zahlungsrails gesehen. Deshalb stehen große Banken nicht nur daneben. JPMorgan arbeitet über seine Blockchain-Sparte Kinexys schon seit Längerem an Tokenisierung und Deposit Tokens. In Europa entwickelt zudem ein Konsortium aus 37 Banken einen an den Euro gekoppelten Stablecoin. Der Wettbewerb um diesen Markt dürfte sich weiter verschärfen, auch weil Banken und Emittenten zunehmend Positionen in der Stablecoin-Ökonomie beziehen, wie JPMorgan sieht Hyperliquid-Deal als Druck auf Circle und Coinbase zeigt.

Banken bauen an neuen Rails

Auch die US-Regulierung hat diese Entwicklung beschleunigt. Der GENIUS Act schuf für Payment Stablecoins im Juli 2025 erstmals einen bundesweiten Rahmen. Damit ist für Banken und Emittenten klarer, unter welchen Regeln sie operieren können. Parallel dazu prüfen weitere große Institute, darunter Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS, Stablecoins, die an G7-Währungen gekoppelt sind.

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Tokenisierung längst kein Randthema mehr ist. Wenn große Banken ihre eigenen On-Chain-Produkte weiter ausbauen, könnte das den Wettbewerb mit öffentlichen Blockchains und bestehender Krypto-Infrastruktur zusätzlich verschärfen.


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