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JPMorgan sieht Hyperliquid-Deal als Belastung für Circle und Coinbase

JPMorgan senkt die Gewinnerwartungen für Circle und Coinbase, weil Hyperliquid über die USDC-Verteilung mehr Kontrolle über die Stablecoin-Liquidität gewinnt. Die Bank sieht vor allem für Circle ein größeres langfristiges Risiko.

JPMorgan sieht Hyperliquid-Deal als Belastung für Circle und Coinbase

Wichtigste Erkenntnisse

  • JPMorgan hat die Gewinnerwartungen für Circle und Coinbase nach der überarbeiteten Hyperliquid-Vereinbarung gesenkt. Kurzfristig dürfte das vor allem die Erträge aus USDC belasten.
  • Nach Einschätzung der Bank ist der Deal vor allem für Circle ein längerfristiges Risiko, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rund um die an den Dollar gekoppelte Stablecoin weiter unter Druck geraten.
  • Hyperliquid hält rund 6 Milliarden Dollar an USDC und ist nun offiziell USDC-Deployer. Gleichzeitig belasten schwächere Handelsvolumina und niedrigere Preise die Branche zusätzlich.

JPMorgan hat die Gewinnerwartungen für Circle Internet und Coinbase nach unten angepasst, nachdem die überarbeitete Vereinbarung mit Hyperliquid aus Sicht der Bank kurzfristig auf die Erträge rund um USDC drückt. Besonders für Circle sieht JPMorgan ein erhöhtes langfristiges Risiko, weil sich die wirtschaftlichen Bedingungen rund um die an den Dollar gekoppelte Stablecoin weiter verschlechtern könnten.

Druck auf die USDC-Ökonomie

Nach Einschätzung von JPMorgan erinnert die Struktur an ein Prisoner's Dilemma. Circle und die Krypto-Exchange Coinbase konkurrieren dadurch stärker um die Verteilung von USDC, was jedoch zulasten des Geschäftsmodells der jeweils anderen Seite gehen kann. Im Kern geht es darum, wer die Verbreitung der Stablecoin kontrolliert und wer wirtschaftlich am meisten davon profitiert.

Die Bank stuft Hyperliquid dabei als zunehmend wichtigen Marktteilnehmer ein. Die Plattform zählt inzwischen zu den größten Krypto-Handelsplätzen und hält laut JPMorgan rund 6 $ Milliarden (5,3 € Milliarden) an USDC, was etwa 8% des umlaufenden Angebots entspricht.

Hyperliquid wächst schnell

Diese Entwicklung kam nicht aus dem Nichts. Hyperliquid hat seinen Anteil am Markt für Perpetual Futures in kurzer Zeit deutlich ausgebaut und im März 2026 fast 200 $ Milliarden (175 € Milliarden) an Monatsvolumen abgewickelt. Zum Wachstum beigetragen hat auch die Ausweitung auf Nicht-Krypto-Assets wie Öl, weil der Handel dadurch rund um die Uhr möglich bleibt und Weekend Gaps vermieden werden können.

Durch die überarbeitete Zusammenarbeit wird Hyperliquid außerdem zum offiziellen USDC-Deployer. Damit lässt sich die Stablecoin-Liquidität auf der Plattform zentraler steuern. Für europäische Krypto-Beobachter dürfte das relevant sein, weil sich daran zeigt, wie schnell sich eine große DeFi-Umgebung zu einem wichtigen Baustein für die Verteilung von Stablecoins und für die Einnahmen großer US-amerikanischer Kryptounternehmen entwickeln kann. In einem Marktumfeld, in dem der Stablecoin-Sektor zuletzt ohnehin unter Druck stand, ist das auch für die Position von USDC von Bedeutung. Der Stablecoinmarkt verzeichnet den stärksten Rückgang seit 2022 durch USDT und USDC

Breitere Wirkung auf Aktien

JPMorgan macht die niedrigeren Schätzungen nicht allein an Hyperliquid fest, sondern verweist auch auf schwächere Krypto-Handelsvolumina und niedrigere Assetpreise. Damit ordnet die Bank den Druck auf Circle und Coinbase in einen breiteren Marktkontext ein, in dem sowohl die Handelsaktivität als auch die Stablecoin-Erträge empfindlicher auf Veränderungen bei Liquidität und Plattformmacht reagieren.


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