Bitcoin und Ether lösen Liquidationen über 286 Millionen US-Dollar aus
Den größten Druck gab es rund um die Fed-Entscheidung. Vor allem Long-Positionen in Bitcoin und Ether gerieten unter Druck. Auch Positionen in SanDisk, Micron und SOXL wurden auf Krypto-Derivateplattformen liquidiert.

Wichtigste Erkenntnisse
- Innerhalb von 24 Stunden wurden rund 286 $ Millionen an Positionen liquidiert, verteilt auf 87.294 Trader.
- Der Großteil der Liquidationen fiel rund um den Zinsentscheid der Federal Reserve an, mit 188 $ Millionen in 12 Stunden.
- Bitcoin und Ether waren am stärksten betroffen, während auch Chip-Aktien über Krypto-Derivate liquidiert wurden.
Der Krypto-Markt bewegte sich am vergangenen Tag insgesamt nur wenig, doch im Hintergrund wurden zahlreiche gehebelte Positionen aus dem Markt gedrängt. Nach Angaben von CoinGlass summierten sich die Liquidationen binnen 24 Stunden auf rund 286 $ Millionen (251 € Millionen) und betrafen 87.294 Trader. Während Bitcoin bei etwa 63.900 $ (56.200 €) schloss, gab Ether auf 1.900 $ (1.670 €) nach.
Fed-Entscheidung gab den Ton an
Der stärkste Druck entstand in den 12 Stunden rund um den Zinsentscheid der Federal Reserve. In diesem Zeitraum wurden Positionen im Wert von 188 $ Millionen (165 € Millionen) liquidiert. Das passt zu einem Markt, der weiterhin sensibel auf makroökonomische Impulse reagiert: Schon kleine Änderungen bei den Zinserwartungen können die Risikobereitschaft von Tradern spürbar verschieben, vor allem wenn viele Positionen mit Leverage aufgebaut sind.
Long-Positionen machten 186 $ Millionen (163 € Millionen) der Liquidationen aus, während Shorts auf 100 $ Millionen (87,9 € Millionen) kamen. Das spricht für einen Markt, der in beide Richtungen stark ausschlug und sich anschließend wieder in Richtung des Ausgangsniveaus bewegte. Bitcoin selbst pendelte in diesem Zeitraum zwischen 63.247 $ (55.600 €) und 64.660 $ (56.800 €). Das entspricht zwar einer Bewegung von weniger als 2 %, reichte aber aus, um zahlreiche gehebelte Positionen zu schließen.
Bitcoin und Ether am stärksten getroffen
Bei den Liquidationen lag Bitcoin bei rund 57 $ Millionen (50,1 € Millionen), nahezu gleich verteilt auf Longs und Shorts. Ether kam mit etwa 58 $ Millionen (51 € Millionen) auf den höchsten Gesamtwert, wobei vor allem Long-Positionen unter Druck gerieten. Der Ether-Kurs bewegte sich dabei zwischen 1.850 $ (1.630 €) und 1.920 $ (1.690 €).
Die größte einzelne Liquidation betraf eine Bitcoin-Position über 2,9 $ Millionen (2,5 € Millionen) auf Binance. Das verdeutlicht, wie schnell selbst vergleichsweise kleine Kursbewegungen in den Derivatemärkten durchschlagen können, wenn Trader stark gehebelt positioniert sind.
Auch Chip-Aktien über Krypto betroffen
Auffällig war, dass nicht nur Krypto-Positionen betroffen waren. Auf Krypto-Derivateplattformen wurden auch rund 19 $ Millionen (16,7 € Millionen) an SanDisk-Positionen liquidiert, dazu 10 $ Millionen (8,8 € Millionen) in Micron, 7 $ Millionen (6,2 € Millionen) in SK Hynix und 7 $ Millionen (6,2 € Millionen) in SOXL, einem gehebelten Halbleiter-ETF. Gehandelt wurden dabei Perpetual Futures auf Aktien und Fonds, also mit derselben Hebelwirkung wie bei Bitcoin.
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, wie breit Krypto-Exchanges inzwischen als Handelsplatz für riskante Positionen genutzt werden. Dort reagieren nicht nur Bitcoin und Ether auf makroökonomischen Druck, sondern auch Aktien und ETF-ähnliche Produkte können bei einer Trendwende schnell aus dem Markt gespült werden. Im Vorfeld des Zinsentscheids war Bitcoin bereits über 64.000 $ (56.200 €) gestiegen, doch die anschließende Liquidationswelle machte deutlich, wie fragil diese Erholung war.