Bitcoin-Nachfrage in den USA bleibt seit acht Wochen schwach
Der Coinbase Premium Index liegt seit acht Wochen im negativen Bereich, während US-Anleger Kapital in Halbleiter-ETFs umschichten und BlackRocks Bitcoin-Fonds Abflüsse verzeichnet.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Nachfrage nach Bitcoin aus den Vereinigten Staaten bleibt seit acht Wochen schwach, während der Coinbase Premium Index seit dem 6. Mai unter null liegt.
- Bitcoin ist in Richtung $59.500 abgerutscht, nachdem die negative Premium-Phase begann, als der Kurs noch bei rund $81.429 lag.
- US-Anleger schichten Kapital in Halbleiteraktien um; Bitcoin- und Gold-ETFs haben seit April zusammen rund $12 Milliarden verloren.
Die Nachfrage nach Bitcoin aus den Vereinigten Staaten bleibt seit acht Wochen auffallend schwach. Parallel dazu verlagert sich Kapital zunehmend in Richtung Chip-Aktien. Der Coinbase Premium Index notiert seit dem 6. Mai unter null und damit in der längsten negativen Phase seit mehr als einem Jahr, während der Bitcoin-Kurs in Richtung $59.500 (€52.200) gefallen ist.
Coinbase-Signal bleibt schwach
Der Coinbase Premium Index zeigt die Preisdifferenz zwischen Bitcoin auf Coinbase und auf anderen großen Börsen an. Ein negativer Wert bedeutet, dass Käufer in den USA weniger für BTC zahlen als der Rest des Marktes. Das wird häufig als Hinweis auf eine nachlassende heimische Nachfrage gewertet.
Genau dieses Muster hält inzwischen seit Wochen an. Die negative Phase begann, als Bitcoin noch bei rund $81.429 (€71.500) gehandelt wurde, und dauert mittlerweile etwa acht Wochen. Damit handelt es sich um die längste solche Strecke seit Anfang 2025. Für den Markt spricht das eher dafür, dass US-Käufer derzeit nicht die treibende Kraft hinter einer Erholung sind.
Kapital fließt in Chips
Die schwächere Bitcoin-Nachfrage passt zu einer breiteren Rotation am US-Markt. Das Kapital bleibt also nicht einfach an der Seitenlinie, sondern wandert in Richtung Halbleiter. Laut Marktdaten haben Halbleiter-Aktien den S&P 500 in diesem Jahr um rund 85 Prozentpunkte übertroffen. Das ist der größte Vorsprung in einer ersten Jahreshälfte, der bisher gemessen wurde.
Auch bei den Fondsströmen zeigt sich diese Verschiebung deutlich. Seit April haben US-amerikanische Gold- und Bitcoin-ETFs zusammen rund $12 Milliarden (€10,5 Milliarden) abgegeben, während Chip-ETFs im Gegenzug etwa $20 Milliarden (€17,6 Milliarden) eingesammelt haben. BlackRocks iShares Bitcoin Trust, der größte Bitcoin-Fonds-Tracker, verzeichnete im Juni sogar die stärksten Abflüsse unter allen Spot-ETFs seit dem Start.
Bitcoin bewegt sich derweil weiter um die psychologisch wichtige Marke von $60.000 (€52.700). Analysten warnen dabei vor weiterem Abwärtsrisiko, falls diese Unterstützung nicht hält.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil es zeigt, wie stark Bitcoin weiterhin von der Nachfrage in den USA abhängt. Der Coinbase Premium Index gilt oft als schneller Stimmungsindikator. Bleibt er länger negativ, kann das darauf hindeuten, dass die Marktstruktur BTC vorübergehend eher belastet. Gleichzeitig ist das kein Signal mit Einbahnstraßencharakter: In der Vergangenheit ging eine negative Premium-Phase teils auch einer Erholung voraus. Entsprechend bleibt der Indikator vor allem etwas, das du genau beobachten solltest.
Die aktuelle Lage macht außerdem den Abstand zu anderen risikoreichen Assets deutlich. Bitcoin entwickelt sich in diesem Jahr bislang schwächer als der Technologiesektor, obwohl sich Nasdaq und BTC normalerweise recht ähnlich bewegen. Das spricht dafür, dass es bei der jüngsten Rotation nicht nur um Krypto geht, sondern auch darum, wohin amerikanisches Kapital derzeit bevorzugt fließt.