Bitcoin blickt auf 6 % bei US-Staatsanleihen
Eine höhere 10-Jahresrendite kann Kapital in Treasuries lenken und die Nachfrage nach risikoreichen Assets, darunter Bitcoin, bremsen. Der Marktstratege sieht sogar 6,07 % wieder im Spiel.

Wichtigste Erkenntnisse
- Marktstratege Rick Bensignor sieht die US-10-Jahresrendite möglicherweise von rund 4,78 % auf 6,07 % steigen.
- Höhere Staatsrenditen können Geld in sicherere, verzinsliche Anlagen ziehen und die Nachfrage nach risikoreichen Assets wie Bitcoin bremsen.
- Für europäische Krypto-Investoren ist das relevant, weil US-Anleiherenditen oft breitere Kapitalströme und Krypto-Bewertungen beeinflussen.
Bitcoin gab es noch nicht, als die US-10-Jahresrendite zuletzt bei rund 6 % lag. Laut Marktstratege Rick Bensignor könnte dieses Niveau aber wieder in Reichweite kommen. Er sieht die Rendite möglicherweise auf 6,07 % steigen, von derzeit etwa 4,78 %. Für Bitcoin ist das relevant, weil eine höhere Rendite Geld oft in sicherere, verzinsliche Anlagen lenkt und von spekulativeren Assets wegführt.
Rendite nahe alter Niveaus
Bensignor, Gründer von Bensignor Investment Strategies, sagte gegenüber CNBC, dass er bei der 10-Jahresrendite einen mehrjährigen Aufwärtstrend sieht. Nach seiner Einschätzung deutete auch ein 200-Wochen-Moving-Average auf den jüngsten Boden bei rund 4 % hin. 5,6 % nennt er bereits eine minimale Aufwärtszielzone und erwartet nicht, dass die Rendite zum historischen Mittelwert von 8,11 % zurückkehrt.
Der Kontext ist auffällig. Die 10-Jahresrendite erreichte Anfang der 1980er-Jahre mit 15,8 % ihren Höchststand und fiel später zeitweise auf fast 40 Basispunkte, den niedrigsten Stand überhaupt. Bensignor verwies auch auf seinen eigenen Hypothekenzins von mehr als 7 % im Jahr 1987, um zu verdeutlichen, dass viele Kreditnehmer seiner Ansicht nach unterschätzen, wie hoch Zinsen steigen können.
Was das für Bitcoin bedeutet
Der Zusammenhang zwischen US-amerikanischen Staatsrenditen und Bitcoin ist nicht eindeutig. Mal bewegen sie sich in die gleiche Richtung, mal genau entgegengesetzt, und das hängt von Faktoren wie Marktstimmung, Wirtschaftswachstum und der Politik der Federal Reserve ab. Deshalb ist es schwierig, allein aus dem Renditetrend eine klare Bitcoin-Erwartung abzuleiten.
Trotzdem ist die aktuelle Lage für Bitcoin-Anleger relevant. Höhere Treasury-Renditen erhöhen die Finanzierungskosten in der Wirtschaft und können die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen bremsen. Gleichzeitig kann eine höhere Rendite auch aus Inflation oder Haushaltsstress resultieren, ohne dass das automatisch denselben Effekt auf Bitcoin hat wie auf andere Krypto.
Warum das europäische Leser betrifft
Für europäische Krypto-Investoren ist das vor allem relevant, weil der US-Anleihemarkt oft den Ton für breitere Kapitalströme angibt. Wenn die 10-Jahresrendite weiter steigt, kann sich das auch außerhalb der USA in der Bewertung von Risiko-Assets, darunter Krypto, niederschlagen. Für Bitcoin bleibt damit die zentrale Frage, ob es sich wie digitales Gold verhält oder wie ein Asset, das empfindlich auf Zinsen und Liquidität reagiert.
Höhere Zinsen passen auch in eine breitere Debatte über die Rolle von Bitcoin als Schutz vor Geldentwertung und Schulden. In diesem Zusammenhang ist die Diskussion über den Debasement Trade relevant, weil steigende Treasury-Renditen und wachsende US-Schulden dort direkt zusammenkommen.