Bitcoin fällt mit Gold und Silber wegen strengerer Fed
Der Rückgang steht im Zusammenhang mit dem „Debasement Trade“: Höhere Zinsen und ein stärkerer Dollar belasten auch Gold und Silber. Bitcoin fiel unter 58.000 $, während die Fed an ihrem straffen Kurs festhält.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin fiel unter 58.000 Dollar und bewegte sich damit im Gleichschritt mit dem Rückgang bei Gold und Silber.
- Die hawkishe Haltung der Federal Reserve und ein stärkerer Dollar setzen den sogenannten Debasement Trade unter Druck.
- Seit dem Tiefpunkt im Februar entwickelt sich Bitcoin besser als Gold und Silber, bleibt aber anfällig für die US-Geldpolitik.
Der jüngste Rücksetzer bei Bitcoin dürfte eng mit den Verlusten bei Gold und Silber zusammenhängen. Die drei Assets werden seit Längerem als Absicherung gegen einen schwächeren Dollar gesehen. Doch die derzeit hawkishe Haltung der Federal Reserve belastet diesen Zusammenhang spürbar. Bitcoin rutschte unter 58.000 $ (€50.900), während Gold und Silber seit ihren Hochs im Jahr 2025 jeweils mehr als 28% beziehungsweise mehr als 50% eingebüßt haben.
Debasement Trade und die Folgen der Fed-Politik
Der sogenannte "Debasement Trade" war über weite Strecken der Treiber hinter der Rally dieser knappen Assets. Marktteilnehmer setzten darauf, dass hohe Staatsausgaben und wachsende Schulden den Wert von Fiatgeld unter Druck setzen würden. Davon profitierten vor allem Edelmetalle und Bitcoin als vermeintliche Schutzwerte. Die jüngste Ankündigung von Fed-Chef Kevin Warsh zu möglichen Zinserhöhungen bis auf 4,25% im Jahr 2027 sowie der festere Dollar schwächen diesen Trade jedoch. Höhere Zinsen erhöhen die Realrenditen sicherer Anleihen und machen es zugleich teurer, nicht verzinsliche Assets wie Gold, Silber und Bitcoin zu halten.
Bitcoin zwischen Spekulation und hartem Geld
Bitcoin nimmt seit jeher eine Doppelrolle ein: Einerseits gilt die Kryptowährung als spekulatives Risiko-Asset, andererseits als digitale Form von hartem Geld. Auffällig ist, dass Bitcoin im Aufwärtstrend 2025 hinter Gold und Silber zurückblieb, in der aktuellen Schwächephase aber eng mit den Metallen mitläuft. Seit dem Tiefpunkt im Februar hat sich Bitcoin allerdings besser entwickelt als beide Edelmetalle, mit einem Plus von rund 30% gegenüber Gold und mehr als 55% gegenüber Silber. Das unterstreicht, wie vielschichtig Bitcoins Rolle im breiteren Marktumfeld ist.
Auch früher hat die Sorge vor höheren Zinsen bereits auf den Kryptomarkt gedrückt, etwa als die Fed vor einer Zinserhöhung im Jahr 2026 warnte und Anleger erneut mit steigenden Finanzierungskosten rechneten. Solange die Fed an ihrem straffen Kurs festhält und der Dollar stark bleibt, dürfte es Bitcoin schwerfallen, sich vollständig von der Entwicklung bei den Edelmetallen abzukoppeln, mit denen es häufig verglichen wird. Für europäische Anleger ist das ebenfalls relevant, weil sie damit auch die Folgen der US-Geldpolitik und die damit verbundenen Wechselkursschwankungen spüren.