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Bitcoin-Miner steigen auf KI um, doch VanEck warnt vor einer Realitätsprüfung bei 50 Milliarden Dollar

Immer mehr Bitcoin-Miner setzen ihre Stromkapazitäten für KI-Dienste ein, doch VanEck warnt, dass der Markt die neuen Geschäftsmodelle womöglich zu hoch bewertet.

Bitcoin-Miner steigen auf KI um, doch VanEck warnt vor einer Realitätsprüfung bei 50 Milliarden Dollar

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin-Miner nutzen ihre Energieinfrastruktur nach den Gewinnrückgängen durch das Halving 2024 immer häufiger für KI- und HPC-Anwendungen.
  • Unternehmen wie Core Scientific, TeraWulf, Marathon Digital und Riot Platforms schließen KI-Verträge ab oder setzen auf ein hybrides Modell.
  • VanEck warnt vor einer möglichen Bewertungsanpassung von rund 50 Milliarden Dollar wegen schwieriger Bewertung sowie hoher Investitions- und Umsetzungsrisiken.

Die Bitcoin-Mining-Branche durchläuft gerade einen auffälligen Wandel, bei dem viele Unternehmen ihre Energieinfrastruktur für KI-Anwendungen einsetzen. Nach den Gewinnrückgängen durch das Halving 2024 suchen Miner neue Einnahmequellen im schnell wachsenden KI-Markt. Trotzdem warnt VanEck, dass dieser Wandel mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist und eine mögliche Bewertungsanpassung von rund 50 Milliarden Dollar (43,1 Milliarden Euro) nach sich ziehen könnte.

Von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur

Mehrere große Miner wie Core Scientific und TeraWulf haben Verträge mit KI-Startups und Kunden aus dem Bereich High-Performance Computing (HPC) abgeschlossen, um ihre Rechenzentren umzubauen. Das bedeutet, dass sie nicht mehr nur Bitcoins minen, sondern auch KI-Workloads bereitstellen. Andere Akteure wie Marathon Digital und Riot Platforms setzen auf einen hybriden Ansatz, bei dem Mining und KI nebeneinander bestehen. Diese Strategien spiegeln die Hoffnung wider, dass Technologieunternehmen mehr für Strom und Rechenzentrumskapazität zahlen als für klassische Mining-Aktivitäten.

Investoren und Bewertungen im Fokus

Obwohl Bitcoin in diesem Jahr rund 24 % an Wert verloren hat, konnten viele Miner Kursgewinne verbuchen, wobei Riot Platforms mit einem Plus von fast 94 % heraussticht. Investoren scheinen zunehmend zu honorieren, dass diese Unternehmen KI-Potenzial haben, was sich in höheren Bewertungen als bei reinen Mining-Unternehmen niederschlägt. VanEck betont jedoch, dass der Markt noch damit ringt, Unternehmen zu bewerten, die zwischen zwei Welten stehen: rückläufige Mining-Erträge und KI-Aktivitäten, die bislang kaum Cashflow erzeugen.

Ein wichtiger Bewertungsmaßstab ist derzeit die „energized power“ , also die operative Leistung der Infrastruktur. Unternehmen mit abgeschlossenen KI-Verträgen erhalten Bewertungsmultiplikatoren von mehr als dem Zehnfachen dieser Kapazität, während Miner ohne solche Verträge niedriger bewertet werden. Außerdem wird die Qualität der KI-Kunden wichtiger, denn Unternehmen, die mit großen, kreditwürdigen Hyperscalern zusammenarbeiten, können von niedrigeren Finanzierungskosten und höheren Bewertungen profitieren.

Herausforderungen und Chancen für den europäischen Markt

Der Übergang zu KI-Infrastruktur erfordert hohe Investitionen und technische Upgrades, darunter spezialisierte Hardware wie GPUs, die weltweit knapp sind. Das macht den Aufbau und Betrieb groß angelegter KI-Rechenzentren komplex und kapitalintensiv. Für europäische Investoren und Marktteilnehmer kann diese Entwicklung relevant sein, weil sie zeigt, wie sich traditionelle Mining-Unternehmen an neue Technologien und die Marktnachfrage anpassen. Sie unterstreicht auch, wie wichtig die operative Umsetzung gegenüber bloßen ambitionierten Ankündigungen ist, woraus der europäische Kryptomarkt möglicherweise Lehren ziehen kann.

VanEck sieht die Zukunft der Branche vor allem darin, Megawatt an angemieteter Kapazität tatsächlich in funktionierende Rechenzentren umzuwandeln, und zwar innerhalb der vorgegebenen Zeit und Budgets. Die Unternehmen, denen das gelingt, dürften in dieser neuen Phase des Kryptomarkts zu den führenden Akteuren werden.

Der Druck auf Miner kommt nicht von ungefähr: Der jüngste Rückgang der Bitcoin-Mining-Schwierigkeit hat bereits gezeigt, wie schnell sich Margen verschlechtern können, wenn der Preis unter Druck gerät. Genau deshalb suchen einige Akteure jetzt beschleunigt nach alternativen Einnahmen aus KI und HPC.


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