Bitcoin nähert sich 65.000 $ nach nachlassender US-Inflation
Die sinkende Kerninflation verringert die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung und stützt damit Bitcoin und Ether. Auch Bitcoin-ETFs und die FOMC-Sitzung im September rücken nun stärker in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg am Mittwoch nach besser als erwarteten US-Inflationsdaten auf fast 64.800 $.
- Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve in diesem Monat fiel von 43 % auf 13 %.
- Ether und andere große Altcoins legten ebenfalls zu, während der Markt nun vor allem auf die FOMC-Sitzung im September blickt.
Bitcoin hat am Mittwoch zeitweise fast 64.800 $ (56.800 €) erreicht und damit die stärkste Sitzung seit Wochen verzeichnet. Auslöser waren US-Inflationsdaten, die sich deutlicher abkühlten als von Ökonomen erwartet. In der Folge nahmen Händler ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Monat weitgehend zurück, was sich auch am Kryptomarkt bemerkbar machte.
Inflation drückt die Zinserwartungen
Die US-Headline-Inflation lag im Juni bei 3,5 % und damit unter den 4,2 % des Vormonats. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie sank auf 2,6 % nach 2,9 %. Das ist vor allem deshalb relevant, weil die Abkühlung damit breiter ausfällt und nicht nur auf niedrigere Energiepreise zurückzuführen ist. Laut einer aktuellen Fed-Studie reagieren Bitcoin und Ethereum seit 2021 zudem immer stärker auf Makrodaten wie Inflationszahlen und Zinsentscheidungen, weshalb solche Veröffentlichungen für den Kryptomarkt an Bedeutung gewonnen haben.
Nach den Daten fiel die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 43 % auf 13 %. Gleichzeitig sank die Rendite der zweijährigen Treasury um sechs Basispunkte. Das passt zu dem bekannten Muster, dass höhere Zinsen risikoreiche Assets unter Druck setzen, während eine niedrigere Inflation eher Spielraum für eine lockerere Geldpolitik schafft.
Bitcoin und Altcoins ziehen mit
Bitcoin legte innerhalb von 24 Stunden um 3,6 % zu und liegt auf Wochensicht 3,3 % im Plus. Das Handelsvolumen belief sich auf rund 31 Milliarden $ (27,2 Milliarden €). Ether gehörte zu den stärksten Werten und notierte bei rund 1.880 $ (1.650 €), was einem Tagesplus von 5,3 % und einem Anstieg von 7,1 % über sieben Sitzungen entspricht. Auch Hyperliquids HYPE gewann 6,4 % auf 67 $ (59 €), XRP stieg um 3,7 % auf 1,10 $ (0,96 €), Solana legte um 3,6 % auf 78 $ (68 €) zu, Dogecoin gewann 2,9 % und BNB lag 1,9 % höher bei 579 $ (508 €).
Die Kursbewegung zeigt, dass Bitcoin weiterhin vor allem als zinsabhängiges Risk Asset gehandelt wird und nicht als klassischer Makro-Hedge. Dieses Bild passt zu einer Studie aus 2026, der zufolge die Korrelation zwischen Bitcoin und Zinserwartungen in diesem Zyklus deutlich zugenommen hat. Auch die jüngste Konsolidierung um 64.000 $ (56.100 €) fügt sich in dieses Muster ein, da Marktteilnehmer derzeit vor allem auf Makroimpulse achten und weniger auf eine isolierte Krypto-Rally.
September bleibt der nächste Test
Für europäische Kryptofolger ist vor allem wichtig, dass der Markt inzwischen weniger auf eine einzelne Inflationszahl reagiert, sondern stärker auf den breiteren Kurs der Fed-Politik schaut. Mit einer Kerninflation von 2,6 % liegt die Teuerung weiterhin über dem Ziel von 2 %, weshalb eine schnelle Wende hin zu Zinssenkungen eher nicht naheliegt. Die FOMC-Sitzung im September, zusammen mit dem Dollar und möglichen weiteren Zuflüssen in Bitcoin-ETFs, dürfte deshalb zum nächsten wichtigen Gradmesser für die Stimmung rund um Bitcoin und die großen Altcoins werden.