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Bitcoin Power Law erhält nach neuer Studie Peer Review

Die Studie in Nonlinear Science verleiht dem Modell mehr akademisches Gewicht, während der aktuelle Bärenmarkt zeigt, ob sich der Bitcoin-Preis tatsächlich entlang eines Power Law bewegt.

Bitcoin Power Law erhält nach neuer Studie Peer Review

Wichtigste Erkenntnisse

  • Das Bitcoin Power Law ist nun im Fachjournal Nonlinear Science peer-reviewt und wird damit als Modell für ein langfristig vorhersagbares Muster im Bitcoin-Preis diskutiert.
  • Die Studie wertete 5.696 tägliche Preise aus und kommt zu dem Ergebnis, dass eine stabile Kurve rund 96 Prozent der langfristigen Variation erklärt.
  • Der aktuelle Bärenmarkt dient als Praxistest für das Modell, das laut den Autoren auch klare Bruchstellen und Abweichungen aufzeigen kann.

Das Bitcoin Power Law ist inzwischen offiziell peer-reviewt. Eine neue Studie im Fachjournal Nonlinear Science vertritt die These, dass der langfristige Preis von Bitcoin einem berechenbaren mathematischen Muster folgt. Für Befürworter des Modells ist das ein wichtiger Meilenstein, zumal der aktuelle Bärenmarkt nun zeigt, ob die Theorie auch jenseits einer Hausse trägt.

Von Reddit zur Wissenschaft

Das Modell geht auf den Physiker Giovanni Santostasi zurück, der die Idee bereits 2014 auf Reddit vorgestellt hatte. Ihm fiel damals auf, dass sich der Bitcoin-Preis auf einer logarithmischen Skala auffallend eng an einer geraden Linie orientierte. Später arbeitete er den Ansatz in einem Essay weiter aus. Kritiker stuften das Ganze jedoch als Curve Fitting ein, ähnlich wie bei der bekannten Rainbow Chart.

Die neue Studie, die Santostasi gemeinsam mit Stephen Perrenod verfasst hat, soll genau diese Kritik adressieren. Nach Ansicht der Autoren ist Bitcoin keine zufällige Preisreihe, sondern ein Netzwerk, dessen Wachstum sich über die Zeit mit einem Power Law beschreiben lässt. Frühere akademische Arbeiten, darunter eine Analyse von Timothy Peterson aus dem Jahr 2018 und eine Studie der Royal Society von 2019, stellten bereits einen Zusammenhang zwischen Bitcoin und dem Netzwerkwert her, behandelten die Wachstumsrate aber noch als einen an Daten angepassten Parameter.

Was die Studie behauptet

Die Forscher untersuchten 5.696 tägliche Bitcoin-Preise zwischen Juli 2010 und Februar 2026. Über diesen Zeitraum soll eine stabile Kurve laut ihren Berechnungen rund 96 Prozent der langfristigen Preisvariation erklären. Die prognostizierte Wachstumsrate liege dabei innerhalb von 1,6 Prozent des gemessenen Werts.

Im Kern basiert das Modell auf einer einfachen Annahme: Neue Nutzer treten in Wellen in das Netzwerk ein, während der Netzwerkwert steigt, je stärker jeder zusätzliche Teilnehmer mit den bereits vorhandenen Teilnehmern verbunden ist. Diese Kombination soll die Preisentwicklung von Bitcoin seit 15 Jahren bemerkenswert gut abbilden. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass Spekulation weiterhin eine Rolle spielt, allerdings eher als Schwankung um den Trend und nicht als eigentliche Triebkraft.

Das Paper nennt auch klare Bruchstellen, etwa eine deutliche Abweichung unterhalb des Trends, einen Rückgang bei der Adoption oder eine schwächere Verbindung zwischen Preis und Netzwerkdaten. Dadurch bleibt die Theorie überprüfbar, selbst wenn sich der Markt anders entwickelt als in früheren Zyklen.

Warum das jetzt wichtig ist

Für europäische Krypto-Fans ist vor allem relevant, dass Bitcoin erneut mit anderen Bewertungsmodellen verglichen wird, darunter Stock-to-Flow, die in diesem Marktzyklus unter Druck geraten sind. Der Peer Review verleiht dem Power-Law-Modell zwar mehr akademisches Gewicht, ändert aber nichts daran, dass der aktuelle Rückgang außerhalb des Datensatzes der Studie liegt. Genau deshalb wird dieser Bärenmarkt zu einem praktischen Test für ein Modell, das über Jahre vor allem in Community-Charts und Diskussionen präsent war.

Die Debatte über Bewertungsmodelle steht zudem vor einem breiteren Markt-Hintergrund. In einer Analyse zur zweiten Jahreshälfte wird etwa auf anhaltende Volatilität, eine schwache Bitcoin-Nachfrage und einen möglichen Bärenmarkt-Boden im Bereich von $54.000 (€47.400) bis $58.000 (€51.000) verwiesen.


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