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Bitcoin gerät wegen Öl, Renditen und Clarity Act weiter unter Druck

Höhere Ölpreise und steigende US-Renditen drücken die Stimmung, während die Chance auf eine Verabschiedung der Clarity Act weiter gesunken ist. Auch Ethereum, Solana und XRP gaben nach.

Bitcoin gerät wegen Öl, Renditen und Clarity Act weiter unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin fiel am Donnerstag auf rund 65.500 US-Dollar, belastet von höheren Ölpreisen und steigenden US-Treasury-Renditen.
  • Auch der breitere Kryptomarkt, darunter Ethereum, Solana und XRP, tendierte schwächer.
  • Die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung der Clarity Act sank auf 38 %, nachdem demokratische Senatoren die jüngste Fassung kritisiert hatten.

Bitcoin stand am Donnerstag weiter unter Druck. Treiber waren erneut steigende Ölpreise und höhere US-Treasury-Renditen, während die Aussicht auf eine Verabschiedung der Clarity Act spürbar nachließ. Der Kurs lag bei rund 65.500 US-Dollar (57.400 €) und damit etwa 0,7 % unter dem Stand von Mitternacht UTC. Am Mittwoch war Bitcoin zwischenzeitlich noch auf fast 66.700 US-Dollar (58.500 €) gestiegen. Die Schwäche erfasste auch den übrigen Kryptomarkt, wo Ethereum, Solana und XRP ebenfalls im Minus notierten.

Öl und Renditen belasten die Stimmung

Die Futures auf West Texas Intermediate stiegen auf 88,60 US-Dollar (78 €) je Barrel und erreichten damit den höchsten Stand seit dem 11. Juni. Das verstärkt die Sorge vor neuer Inflation, weil höhere Energiepreise die Verbraucherpreise in den USA und darüber hinaus nach oben treiben können. Für Zentralbanken wird es dadurch schwieriger, Zinssenkungen zu rechtfertigen.

Auch am Anleihemarkt ging es nach oben. Die US-amerikanische Zweijahresrendite kletterte auf 4,31 % und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2025. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe stieg auf 4,66 % und markierte damit den höchsten Wert seit Mai. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten beim Halten von nicht verzinslichen Assets wie Bitcoin und Gold. Dadurch kann Kapital schneller in festverzinsliche Anlagen umgeschichtet werden.

Clarity Act verliert an Rückhalt

Neben dem makroökonomischen Gegenwind spielt auch Regulierung eine Rolle. Der Digital Asset Market Clarity Act, ein überparteilicher Gesetzentwurf aus Mai 2025, soll die Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC für digitale Assets klarer abgrenzen. Der Entwurf ordnet Krypto unter anderem in digitale Commodities, Investment-Contract-Assets und Payment-Stablecoins ein. Außerdem enthält er Vorgaben zu Custody, Asset-Trennung und dem Verbot, Kundengelder zu vermischen.

An genau diesem Punkt ist neue Unsicherheit entstanden. Eine Gruppe führender demokratischer Senatoren erklärte, die jüngste Fassung reiche bei Ethik und weiteren zentralen Punkten nicht aus. Auf Polymarket sank die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung daraufhin von 46 % auf 38 %.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil US-Regulierung oft auf den breiteren Kryptomarkt ausstrahlt, vor allem bei großen Assets wie Bitcoin, Ethereum und XRP. Gleichzeitig zeigt die Kombination aus höheren Ölpreisen und steigenden Renditen, wie schnell makroökonomische Impulse auch die Risikobereitschaft im Krypto-Segment dämpfen können. Damit ist die Entwicklung nicht nur für die US-Politik interessant, sondern auch ein Hinweis auf die internationale Stimmung rund um Krypto. Die Verbindung aus teurerer Energie und höheren Renditen spielte bereits früher bei der Bewegung von Bitcoin eine Rolle, als Inflationssorgen und Gewinnmitnahmen den Markt belasteten.


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