Bitcoin steigt nach US-Iran-Abkommen und fallenden Ölpreisen über 65.500 Dollar
Das Abkommen zwischen den USA und Iran drückt den Ölpreis und treibt Krypto nach oben. Anleger schauen jetzt darauf, ob Bitcoin diese Erholung halten kann.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg am Montag auf fast 65.844 Dollar, den höchsten Stand seit fast zwei Wochen, nach dem US-Iran-Abkommen und der Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
- Brent-Öl fiel um mehr als 4 % auf rund 83 Dollar pro Barrel, während auch die Aktienmärkte und mehrere große Kryptomünzen höher notierten.
- Trotz der Erholung bleiben Sorgen über ETF-Abflüsse, den Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy und die Frage, ob die institutionellen Zuflüsse anziehen.
Bitcoin erreichte am Montag seinen höchsten Stand seit fast zwei Wochen, bei rund 65.844 Dollar (56.900 Euro), nachdem die Vereinigten Staaten und Iran eine Einigung erzielt hatten, um die Feindseligkeiten zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Damit wich die Angst vor Störungen in der Energieversorgung, die die Märkte monatelang belastet hatte. Der Bitcoin-Kurs legte damit innerhalb von 24 Stunden um mehr als 2 % zu und liegt etwa 9 % über dem Tief von unter 60.000 Dollar (51.900 Euro), das in der vergangenen Woche erreicht wurde.
Einfluss des US-Iran-Abkommens auf den Markt
Die Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus, einer zentralen Transitroute für rund 20 % des weltweiten Öls und Flüssigerdgases, sorgte für einen deutlichen Rückgang des Ölpreises. Brent-Öl fiel um mehr als 4 % auf rund 83 Dollar (72 Euro) pro Barrel. Dieser Rückgang spiegelt den Wegfall der geopolitischen Risikoprämie wider, die die Ölpreise seit Februar nach oben getrieben hatte. Der fallende Ölpreis sorgte an den Aktienmärkten in Asien für eine positive Stimmung, mit einem Plus von mehr als 3 % und einem Rekordschluss für den japanischen Nikkei 225. Auch die Futures auf den S&P 500 stiegen um 1,2 %, während der Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen schwächer wurde.
Breiter Anstieg bei Kryptowährungen
Neben Bitcoin profitierten auch andere große Kryptomünzen vom verbesserten Marktumfeld. Ethereum legte um 2,5 % auf 1.721 Dollar (1.490 Euro) zu, Solana um 3,6 % auf 71 Dollar (61 Euro) und XRP um 3,2 % auf 1,19 Dollar (1 Euro). Binance Coin und Dogecoin notierten jeweils mehr als 1 % höher. Der Token HYPE von Hyperliquid war mit einem Plus von 7,5 % auf fast 65 Dollar (56 Euro) der größte Gewinner. Die positiven Bewegungen spiegeln eine breitere Risk-on-Haltung unter Anlegern nach den Nachrichten über das Abkommen wider.
Hintergründe und Punkte, die du im Blick behalten solltest
Der jüngste Rückgang von Bitcoin unter 60.000 Dollar (51.900 Euro) wurde durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen ausgelöst, die den Ölpreis nach oben trieben und damit die Erwartungen an Zinserhöhungen verstärkten, was zu Abflüssen aus risikoreichen Assets wie Krypto führte. Das Abkommen dreht diese Dynamik teilweise um, indem es den Ölpreis senkt und damit den Druck auf die Zinserwartungen verringert.
Trotzdem bleiben Unsicherheiten bestehen. So führte der Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy zur Finanzierung von Vorzugsdividenden zuletzt zu einem Kursrückgang, was die Verwundbarkeit des Marktes offenlegte. Auch ETF-Abflüsse bleiben ein Thema. Es ist noch unklar, ob institutionelle Anleger ihre Positionen ausbauen, wenn das Risiko weiter nachlässt, oder ob die Kurserholung von Bitcoin ins Stocken gerät, sobald die positiven Effekte des Iran-Abkommens vollständig eingepreist sind.
Relevanz für europäische Kryptoanleger
Für europäische Anleger kann das Abkommen und die daraus folgenden Marktreaktionen relevant sein, weil sie auf eine mögliche Verschiebung der Risikobereitschaft im Kryptomarkt hindeuten. Der Rückgang des Ölpreises kann die Inflationserwartungen und die Zinsentwicklung beeinflussen, was wiederum die Bewertung von risikoreichen Assets wie Kryptowährungen treffen kann. Deshalb ist es wichtig, die institutionellen Zuflüsse und die breiteren makroökonomischen Entwicklungen genau im Blick zu behalten.