Bitcoin testet 66.000 US-Dollar, während das Volumen nachlässt
Weichere US-Inflationsdaten haben dem Kurs neuen Schwung gegeben. Um 66.000 US-Dollar liegt jedoch eine ausgeprägte Angebotszone, während sinkendes Volumen und schwache ETF-Zuflüsse die Rally anfällig halten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin notiert bei rund 64.500 $, nachdem weichere US-Inflationsdaten den Kurs um etwa 3 % nach oben getragen haben.
- Das Kaufvolumen nimmt ab, während um 66.000 $ eine starke Angebotszone den nächsten wichtigen Widerstand markiert.
- Wale bleiben vergleichsweise long, und der Markt wartet weiter auf zusätzliche Bestätigung durch Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs.
Bitcoin (BTC) liegt derzeit bei rund 64.500 $ (56.600 €) und damit etwa 3 % über dem Vortag. Auslöser war ein schwächerer US-Inflationswert, der den Kurs über eine Marke gehoben hat, die seit Mitte Juni als Widerstand fungierte. Der Aufwärtstrend der vergangenen zwei Wochen bleibt damit zunächst bestehen, auch wenn nachlassendes Kaufvolumen und eine ausgeprägte Angebotszone darüber die Bewegung anfällig machen.
Sentiment bleibt angespannt
Am Markt zeigt sich ein deutlicher Gegensatz. Der Crypto-Equity Fear Gap weist für Krypto einen Wert von 25 aus, also extreme Angst, während die Stimmung am Aktienmarkt vergleichsweise ruhig bleibt. Nach Einschätzung der Analyse sitzt die Nervosität damit vor allem im Krypto-Segment und nicht in einer breiteren Stressphase an den Finanzmärkten.
Auch weitere Indikatoren zeichnen ein ähnliches Bild. Die High-Yield-Credit-Spreads liegen bei 2,69 % und sprechen damit eher für ein stabiles Finanzumfeld. Gleichzeitig signalisiert der Liquidity Siphon Index zunehmenden Outflow-Druck, weil das Stablecoin-Angebot innerhalb einer Woche um 0,35 % gesunken ist, während Tokenisierung und IPO-Themen an der Wall Street mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Wale bleiben long
Auch die Positionierung bleibt vorerst konstruktiv. Eine Kennzahl, die Bitcoin-Wale mit kleineren Tradern vergleicht, zeigt, dass große Accounts rund 28 % stärker long positioniert sind als Retail-Anleger, während beide Gruppen insgesamt in dieselbe Richtung tendieren. Das passt zu Signalen, dass Langfristhalter ihre BTC weiter aufkaufen.
Im Chart bewegt sich Bitcoin seit Anfang Juli in einem steigenden Kanal mit höheren Hochs und höheren Tiefs. Nach den weicheren Inflationsdaten hat die Kryptowährung ein früheres Swing High zurückerobert, was darauf hindeutet, dass die Käufer vorerst die Kontrolle behalten. Eine Schwachstelle bleibt dennoch bestehen: Seit Monatsbeginn ist das Kaufvolumen zurückgegangen, obwohl der Preis weiter gestiegen ist.
66.000 $ (57.900 €) bleibt der Test
Die nächste größere Hürde liegt nicht weit entfernt. Damit Bitcoin auf dem Tageschart weiter an Stärke gewinnt, müsste der Kurs über der 0,618-Fibonacci-Zone bei 66.086 $ (57.900 €) schließen. Auch On-Chain-Daten deuten auf eine ähnliche Barriere hin: Die UTXO Realized Price Distribution zeigt einen dichten Supply-Cluster bei 66.898 $ (58.700 €), der rund 2,04 % aller Bitcoin umfasst.
Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil solche Zonen oft zeigen, wo frühe Käufer Gewinne mitnehmen oder bei Break-even verkaufen wollen. In diesem Fall liegen Chart- und On-Chain-Daten nah beieinander, weshalb der Bereich um 66.000 $ (57.900 €) eine klare Entscheidungszone bleibt. Ein Schlusskurs darüber könnte den Weg in Richtung 67.264 $ (59.000 €) und anschließend 68.764 $ (60.300 €) öffnen. Fällt der Kurs dagegen aus dem Kanal heraus, wäre ein Rückgang in Richtung 61.752 $ (54.100 €) oder tiefer möglich.
Zusätzliche Bestätigung für neue Nachfrage dürfte laut Markt vor allem über Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs kommen. Bleiben diese aus, könnte die Erholung eher wie ein technischer Bounce wirken als wie eine breitere Umschichtung von Kapital.
Bitcoin profitiert damit weiterhin von derselben nachlassenden Inflation, die in einem früheren Marktupdate bereits für einen Sprung gesorgt hatte, als die Kryptowährung nach weicheren US-Daten in Richtung 65.000 $ (57.000 €) kletterte. Die aktuelle Bewegung bleibt damit vor allem ein Test dafür, ob der Makro-Optimismus auch tatsächlich im Spotmarkt ankommt.