Bitcoin, XRP und Ether geraten vor US-Inflationsdaten unter Druck
Händler preisen inzwischen fast eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Juli ein. Die CPI-Daten und Warsh’ Anhörung könnten den weiteren Zinskurs und damit auch die Kryptokurse beeinflussen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin, Ether und XRP stehen unter Druck, weil Marktteilnehmer im Juli mit einer möglichen Zinserhöhung der Federal Reserve rechnen.
- Bitcoin verlor innerhalb von 24 Stunden mehr als 2 % und fiel auf 62.380 $, während der Markt inzwischen rund 50 % Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt in diesem Monat einpreist.
- Anleger warten auf die US-Inflationsdaten und die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh, die den weiteren Zinskurs mitprägen könnten.
Bitcoin, Ether und XRP geraten unter Druck, weil Händler eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve im Juli immer stärker einpreisen. Der Kryptomarkt reagiert damit auf eine Mischung aus steigenden Zinserwartungen, neuen US-amerikanischen Inflationsdaten im weiteren Wochenverlauf und der anstehenden Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh im Kongress.
Zinserwartungen drehen sich
Bitcoin gab innerhalb von 24 Stunden mehr als 2 % nach und notiert bei 62.380 $ (54.600 €). Auch Ether, XRP und weitere Tokens verzeichneten laut CoinDesk-Daten ähnliche Verluste. Am Geldmarkt wird inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 % für eine Zinserhöhung in diesem Monat eingepreist, nachdem es vor wenigen Tagen noch etwa 10 % waren.
Auslöser der schnellen Neubewertung waren unter anderem Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er hatte erklärt, die Notenbank müsse die Zinsen möglicherweise weiter anheben, um den Preisdruck zu begrenzen. Am Anleihemarkt zog die Entwicklung ebenfalls an: Die Rendite der US-2-Jahres-Treasury stieg auf 4,29 % und damit auf den höchsten Stand seit Anfang vergangenen Jahres.
Inflation und Öl bleiben entscheidend
Zum veränderten Zinsbild tragen auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran sowie der deutliche Anstieg des Ölpreises bei. West Texas Intermediate kletterte in diesem Monat auf fast 80 $ (70 €) je Barrel, nachdem der Preis zu Monatsbeginn noch bei 67 $ (59 €) gelegen hatte. Das schürt erneut Sorgen vor einer hartnäckigen Inflation, zumal höhere Energiepreise oft in breitere Inflationserwartungen hineinwirken.
Für Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass höhere Zinsen und steigende Anleiherenditen die Liquiditätsbedingungen verschärfen können. Das dürfte die Risikobereitschaft am Kryptomarkt belasten, besonders dann, wenn Makrodaten und die Kommunikation der Zentralbanken stärker in den Vordergrund rücken.
Die Kombination aus höheren Ölpreisen und geopolitischen Spannungen belastete zuvor schon Bitcoin fällt nach Trumps Hormus-Plan, Öl steigt, als der Markt erneut mit einer Risk-off-Reaktion reagierte.
Fokus auf CPI und Warsh
Am Dienstag steht der nächste Test für diese Zinserwartungen an: die Veröffentlichung des US-CPI für Juni um 8.30 Uhr ET. Von Bloomberg befragte Ökonomen rechnen damit, dass die Gesamtinflation im Jahresvergleich unter 4 % fällt. Auch die Kerninflation dürfte diesen Schätzungen zufolge erstmals seit Januar niedriger ausfallen als in der vorherigen Messung.
Im Anschluss richtet sich der Blick auf Warsh’ Anhörung auf dem Capitol Hill. Anleger achten dabei vor allem auf Hinweise zur Inflation und zum Zinskurs, da der Fed-Chef in seiner Kommunikation üblicherweise nur begrenzt nach vorne blickt. Für europäische Krypto-Follower ist das relevant, weil US-Zinserwartungen oft direkt auf die breitere Nachfrage nach risikoreichen Anlageinstrumenten, darunter Krypto, durchschlagen.