BitGo kauft NYDIG-Handelsarm für 42,5 Millionen Dollar
Die Übernahme ergänzt BitGos institutionelles Angebot um Derivate, Finanzierung und strukturierte Produkte. Sie passt in die breitere Verschiebung hin zu Custody, Settlement und tokenisierten Assets.

Wichtigste Erkenntnisse
- BitGo kauft die institutionelle Handelsarm von NYDIG für 42,5 Millionen Dollar in bar und Aktien, plus eine mögliche Earnout-Zahlung von 15 Millionen Dollar.
- Die Übernahme erweitert BitGo von Custody und Settlement hin zu Derivaten, strukturierten Produkten, Finanzierung und anderen Kapitalmarktdienstleistungen.
- Der Deal unterstreicht die weitere Institutionalisierung von Krypto und die Verschiebung hin zu Infrastruktur und Dienstleistungen für professionelle Kunden.
BitGo kauft die institutionelle Handelsarm von NYDIG für 42,5 Millionen Dollar (36,5 Millionen Euro) in bar und Aktien, plus eine Earnout-Zahlung von 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro), die von Umsatzzielen abhängt. Mit dem Deal erweitert das Kryptounternehmen seine Aktivitäten von Custody und Settlement auf Derivate, strukturierte Produkte, Finanzierung und andere Kapitalmarktdienstleistungen.
Deal in bar und Aktien
Laut der Einreichung besteht die Übernahme von NYDIG IF Holdings aus 7 Millionen Dollar (6 Millionen Euro) in bar und rund 35,5 Millionen Dollar (30,5 Millionen Euro) in BitGo-Aktien. Hinzu kommen weitere 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) in bar, wenn bestimmte Umsatzmeilensteine erreicht werden, möglicherweise ergänzt um zusätzliche Aktien. BitGo gewährte NYDIG außerdem Registrierungsrechte für die ausgegebenen Aktien und vereinbarte, übernommene Mitarbeiter mit Restricted Stock Units und Cash-Retention-Awards auszustatten, falls eine Umsatzschwelle erreicht wird.
Die Transaktion passt in eine breitere Verschiebung am Kryptomarkt. Andrew Melville, Forschungsleiter bei Block Scholes, bezeichnete den Deal als Beispiel für die weitere Institutionalisierung von Krypto, bei der sich etablierte Anbieter an die Anforderungen professioneller Anleger anpassen.
BitGo erweitert institutionelles Angebot
Für BitGo ist die Übernahme eine logische Erweiterung eines Unternehmens, das bereits stark auf Custody, Settlement und Wallets setzt. Die Ergänzung um NYDIGs Handelsaktivitäten gibt dem Unternehmen mehr Spielraum in einem Markt, in dem institutionelle Kunden nicht nur Verwahrung wollen, sondern auch Zugang zu Handel, Finanzierung und komplexeren Produkten.
NYDIG selbst ist rund um Bitcoin-Custody, Trading, Finanzierung und Treasury-Dienstleistungen für Unternehmen aktiv. Das Unternehmen betreibt außerdem High-Density-Stromanlagen für Bitcoin-Mining und KI. In der Praxis bedeutet der Deal auch, dass BitGo mehr institutionelle Beziehungen und Expertise ins Haus holt, was die Position des Unternehmens in diesem Segment weiter stärken könnte.
Mehr Gewicht für institutionelles Krypto
Die Übernahme zeigt, wie schnell sich der Fokus im Krypto-Bereich von losem Retail-Handel hin zu Dienstleistungen für professionelle Marktteilnehmer verschiebt. Das ist für europäische Krypto-Beobachter relevant, weil derselbe Trend auch hier bei Anbietern sichtbar ist, die sich auf Custody, Settlement, Stablecoins und tokenisierte Assets konzentrieren. Für deutsche und europäische Anleger zeigt der Deal, dass sich der Markt immer stärker um Infrastruktur und Dienstleistungen rund um große Kunden dreht, nicht nur um Kursbewegungen von Tokens.
BitGo ging im Januar 2026 als erstes Krypto-Unternehmen in diesem Jahr an die Börse und machte damit einen IPO. Das Unternehmen notierte damals bei 18 Dollar (15 Euro) je Aktie und nahm rund 212,8 Millionen Dollar (183 Millionen Euro) ein, bei einer Bewertung von etwas über 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro). Im derzeit schwächeren Kryptomarkt handelt die Aktie bei rund 7 Dollar (6,01 Euro), was die schwierigen Bedingungen für börsennotierte Krypto-Unternehmen unterstreicht.
Die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin-Dienstleistungen wächst derweil breiter weiter. So kündigte Citi startet Bitcoin-Custody für institutionelle Kunden bereits an, Bitcoin-Verwahrung für professionelle Kunden über seine Custody+-Plattform anbieten zu wollen.