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Box-3-Plan trifft Kryptobesitzer härter als Aktienanleger

Krypto scheint in Box 3 später als Aktien auf die Gewinnbesteuerung umzustellen, während die Belastung 2027 schon durch ein niedrigeres steuerfreies Vermögen und eine höhere fiktive Rendite steigt.

Box-3-Plan trifft Kryptobesitzer härter als Aktienanleger

Wichtigste Erkenntnisse

  • Das Kabinett schickt den neuen Box-3-Plan an die Zweite Kammer, mit Besteuerung der tatsächlichen Gewinne für Aktien, Anleihen und Optionen ab 2028.
  • Krypto fällt vorerst nicht unter diesen schnellen Übergang und folgt wahrscheinlich erst 2030, während die Steuerlast 2027 zunächst noch steigt.
  • Direkt gehaltenes Krypto dürfte 2028 und 2029 weiterhin jährlich auf Wertsteigerungen besteuert werden, während indirekter Besitz früher unter die neuen Regeln fällt.

Das Kabinett hat seinen neuen Box-3-Plan an die Zweite Kammer geschickt, und für Kryptobesitzer fällt er vorerst ungünstiger aus als für Aktienanleger. Aktien unterliegen ab 2028 der Besteuerung der tatsächlichen Gewinne beim Verkauf, während Krypto wahrscheinlich erst 2030 folgt. 2027 wird die Steuer auf Krypto zudem zunächst noch höher.

Krypto bleibt zurück

In dem Brief von Premierminister Rob Jetten, Finanzminister Eelco Heinen und Staatssekretär Eelco Eerenberg wählt das Kabinett den schnellsten Weg, um möglichst viel Vermögen unter Vermögenswinn fallen zu lassen. Das bedeutet, dass der bestehende Gesetzentwurf angepasst wird, sodass ab 2028 auch Aktien, Anleihen und Optionen unter diese Gewinnbesteuerung fallen.

Für Anleger ist das ein klarer Bruch mit dem aktuellen System, in dem auch Buchgewinne jährlich besteuert werden können. Bei einer Vermögenswinnsteuer zahlst du erst, wenn du verkaufst. Krypto wird in dem Brief jedoch nicht als Finanzinstrument genannt, wodurch Kryptomünzen offenbar in die Restkategorie fallen. Dafür schreibt das Kabinett, dass 2030 der Übergang zu einer vollständigen Vermögenswinnsteuer für die übrigen Vermögensbestandteile folgt.

Das macht den Unterschied zwischen direktem und indirektem Besitz wichtig. Wer Bitcoin oder eine andere Münze direkt in einer Krypto-Wallet hält, dürfte 2028 und 2029 weiterhin jährlich auf die Wertsteigerung besteuert werden. Wer über einen Tracker oder Fonds engagiert ist, fällt früher unter die neuen Regeln für Finanzinstrumente.

Zunächst noch höhere Belastung

Noch bevor dieses neue System in Kraft tritt, wird Krypto 2027 unter dem aktuellen Box-3-System bereits stärker besteuert. Das steuerfreie Vermögen sinkt dann auf 30.846 Euro pro Person, fast die Hälfte der heutigen Grenze von 59.357 Euro. Dadurch geraten mehr Sparer und Anleger, auch mit Krypto im Mix, schneller in die Steuerpflicht.

Hinzu kommt, dass das Kabinett die fiktive Rendite für sonstige Vermögenswerte, also die Kategorie, in die Krypto fällt, um 1,5 Prozentpunkte erhöht. Laut dem Brief steigt die Steuerlast auf Kryptobesitz damit von etwa 2,2 Prozent auf rund 2,7 Prozent des Werts pro Jahr. Ab 2028 kommt ein steuerfreies Ergebnis von 1.000 Euro für jährliche Renditen hinzu.

Warum das für Krypto zählt

Für niederländische Kryptoinvestoren ist vor allem relevant, dass der Unterschied zwischen direktem und indirektem Besitz größer wird. Das könnte die Art und Weise, wie Menschen ihr Engagement in Bitcoin und anderen Münzen strukturieren, wichtiger machen als bisher. Außerdem kann es für einige Halter bedeuten, dass auf Gewinne Steuern fällig werden, die noch nicht verkauft wurden, während das Bargeld dafür nicht direkt verfügbar ist.

Es handelt sich allerdings um einen Vorschlag und nicht um endgültige Politik. Die Zweite Kammer debattiert am Mittwoch darüber, und auch die Erste Kammer muss noch zustimmen. Das Kabinett nennt den Zeitplan ambitioniert und bittet den Staatsrat um ein Eilgutachten. Banken können im ersten Jahr außerdem noch nicht alle Daten im Voraus eintragen, sodass ein Teil der Steuererklärung manuell erfolgen muss.


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