Bridge erhält MiCA-Lizenz, während die EU die Regeln 2027 neu bewertet
Der Schritt passt in den strengeren europäischen Stablecoin-Markt, in dem MiCA-Lizenzen immer wichtiger werden. Brüssel bewertet die Regeln 2027 erneut, mit Stablecoins ausdrücklich auf der Agenda.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bridge soll in der EU eine MiCA-Lizenz erhalten haben. Das unterstreicht, wie wichtig eine formelle Zulassung für die Stablecoin-Infrastruktur inzwischen ist.
- MiCA gilt seit 2023 in der EU. Seit dem 1. Juli 2026 brauchen Anbieter eine vollständige Lizenz, wenn sie Stablecoin-Dienste weiter anbieten wollen.
- Die Europäische Kommission will MiCA spätestens Ende 2027 erneut bewerten. Stablecoins und tokenisiertes Bankgeld stehen dabei ausdrücklich auf der Agenda.
Bridge, das Stablecoin-Unternehmen hinter einem Teil von Stripes Zahlungsinfrastruktur, soll in der EU eine MiCA-Lizenz erhalten haben. Der Vorgang passt in einen Markt, in dem sich Anbieter zunehmend auf strengere europäische Regeln einstellen müssen, während Brüssel die Vorgaben für Stablecoins zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal genauer unter die Lupe nimmt.
Lizenzen werden zum Standard
Nach jüngsten Berichten soll Bridge, das Anfang 2025 Berichten zufolge von Stripe übernommen wurde, unter der europäischen MiCA-Verordnung grünes Licht bekommen haben. Welche konkrete Lizenzform, welche Aufsichtsbehörde und welcher Umfang dahinterstehen, ist nicht unabhängig bestätigt. Dennoch zeigt der Schritt, wie zentral eine formelle Genehmigung für die Stablecoin-Infrastruktur in Europa geworden ist.
MiCA wurde 2023 offiziell verabschiedet und gilt als erster umfassender europäischer Rahmen für Krypto-Assets in den 27 Mitgliedstaaten. Die Verordnung betrifft unter anderem Electronic-Money-Token und Asset-Referenced-Token. Für bestehende Anbieter gab es eine Übergangsphase, die am 1. Juli 2026 weitgehend ausgelaufen ist. Seitdem müssen Unternehmen, die unter das Übergangsregime fielen, über eine vollständige Lizenz verfügen, wenn sie Stablecoin-Dienste in der EU weiter anbieten möchten.
Brüssel schaut 2027 erneut hin
Die Europäische Kommission muss MiCA bis Ende 2027 überprüfen, wobei Stablecoins ausdrücklich im Fokus stehen. Nach der Verordnung soll Brüssel dabei auch Stablecoins mit hohem Volumen sowie tokenisierte Formen von Bankgeld und Zahlungen berücksichtigen. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Regeln angepasst werden, macht aber deutlich, dass die aktuelle Struktur nicht auf Dauer unverändert festgeschrieben ist.
Für Unternehmen, die derzeit in europäische Compliance investieren, ist das ein relevanter Punkt. Einige Anbieter haben den Lizenzprozess bereits abgeschlossen, doch für die Branche wird immer klarer, dass der europäische Markt stärker von formeller Zulassung als von lockeren Strukturen geprägt sein dürfte. Der breitere Markt zeigt zudem, dass Anbieter, die die europäischen Anforderungen nicht erfüllen, nicht ohne Weiteres weitermachen können wie bisher.
Was das für Nutzer bedeutet
Für europäische Nutzer, die Stablecoins als On- oder Off-Ramp einsetzen, ändert sich kurzfristig wenig, solange die Übergangsregeln noch gelten. Die Kombination aus strengerer Lizenzpflicht und der geplanten Überprüfung 2027 macht aber deutlich, dass der Zugang zu Stablecoins in Europa immer stärker von Regulierung geprägt wird.
Das könnte vor allem für Nutzer in der Benelux-Region relevant sein, weil dort auch davon abhängt, welche Token auf Krypto-Börsen verfügbar bleiben. In den kommenden Jahren könnte sich die Zahl der zugelassenen Anbieter weiter verschieben, während Unternehmen mit europäischer Lizenz mehr Spielraum erhalten, ihre Dienste in der EU auszurollen. In demselben Umfeld suchen große Zahlungsunternehmen und Emittenten nach Skalierung. So kaufte Mastercard kürzlich das Stablecoin-Infrastrukturunternehmen BVNK nach einem Bieterwettstreit, in dem auch Stripe genannt wurde.