Bybit sucht US-Brokerpartner für die Expansion in den USA
Bybit will über einen US-Broker schneller Zugang zu Retailkunden erhalten, mit Parteien wie Interactive Brokers als möglichem Partner. Gleichzeitig wartet die Börse auf mehr Klarheit rund um den Clarity Act und bundesweite Krypto-Regeln.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bybit will bei einem Eintritt in die Vereinigten Staaten mit einem etablierten lokalen Broker wie Interactive Brokers zusammenarbeiten, um schneller Zugang zu Kunden zu erhalten.
- CEO Ben Zhou bezeichnet den US-Markt als stark reguliert und sieht einen Staat-für-Staat-Ansatz als zeitaufwendig; er wartet lieber auf klarere bundesweite Gesetze.
- Bybit hat weltweit mehr als 80 Millionen Nutzer und richtet sich auch auf Europa aus, wo das Unternehmen im nächsten Jahr eine All-in-one-App mit Derivaten und tokenisierten Aktien starten will.
Bybit will bei einem Eintritt in die Vereinigten Staaten mit einem etablierten lokalen Partner zusammenarbeiten, um es mit Anbietern wie Robinhood Markets aufzunehmen. CEO Ben Zhou sagte, dass das Krypto-Unternehmen in neuen Märkten meist zuerst einen Partner sucht, und nannte Interactive Brokers als Beispiel für einen Partner mit einer bestehenden US-Kundenbasis.
Partnerstrategie in den USA
Laut Zhou ist es für Bybit logischer, mit einem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das bereits im US-Markt aktiv ist und selbst ebenfalls Interesse an Krypto hat. Er sagte, dass ein Partner wie Interactive Brokers oder ein vergleichbares Unternehmen helfen kann, schneller Zugang zu Kunden zu bekommen, ohne sofort selbst eine vollständige US-Struktur aufzubauen.
Dieser Ansatz passt zu einem breiteren Trend unter Offshore-Krypto-Exchanges, die Zugang zu US-Retailanlegern suchen, ohne die volle Compliance-Last einer eigenständigen US-Einheit zu tragen. Der US-Markt ist groß, aber auch stark reguliert und hart umkämpft, mit etablierten Namen wie Coinbase, Robinhood und Charles Schwab. Auch andere Exchanges erweitern ihr Angebot, um Nutzer länger auf ihrer Plattform zu halten und mehr als nur Spot-Trading anzubieten.
Lizenzen und Regeln
Bybit hat weltweit mehr als 80 Millionen registrierte Nutzer in über 180 Ländern und Regionen. Das Unternehmen sammelt Lizenzen in mehreren Märkten, um neue regulierte Produkte anbieten zu können. In Europa will es bereits im ersten Quartal des nächsten Jahres eine All-in-one-App mit Derivaten und tokenisierten Aktien ausrollen.
Für die Vereinigten Staaten sieht Zhou vor allem Zeitverlust in einem Ansatz von Staat zu Staat, wie ihn einige andere Parteien gewählt haben. Er schätzte, dass ein solcher Weg zwei bis drei Jahre dauern kann. Stattdessen wartet Bybit seiner Einschätzung nach lieber auf mehr Klarheit rund um neue Gesetze, darunter den Clarity Act, oder auf eine Situation, in der eine einzige bundesweite Aufsichtsbehörde den Rahmen festlegt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, wie Exchanges ihre Wachstumspläne immer häufiger an lokale Regeln und bestehende Finanzpartner anpassen. Bybit nannte auch den britischen Markt als vergleichsweise wenig erschlossen, aber mit hohen Eintrittskosten, die laut Zhou ungefähr dem Aufwand für eine MiCA-Lizenz in der EU entsprechen. Das macht deutlich, dass Regulierung nicht nur eine Hürde ist, sondern auch bestimmt, wo große Exchanges ihren nächsten Schritt setzen.