CEO von Circle: „Wir sehen einen Exodus von Krypto-Unternehmen aus den USA“
Eine Bankenkrise, hartes Vorgehen der Behörden, Unsicherheit bei Regulierung: Der CEO von Circle sieht den Kryptosektor in den USA in Gefahr.

Eine Bankenkrise, hartes Vorgehen der Behörden, Unsicherheit bei Regulierung: der Kryptosektor in den USA ist in Gefahr.
Circle-CEO Jeremy Allaire übt scharfe Kritik an der aktuellen harten Gangart der Krypto-Industrie durch die US-Behörden. "Wir sehen einen Exodus von Krypto-Unternehmen aus den Vereinigten Staaten", so Allaire. "Die Leute legen ihr Geld lieber auf die Bahamas, weil sie Angst davor haben, was in den USA passieren könnte." sagte der Circle-CEO bei der Paris Blockchain Week am 23. März 2023.
Circle ist das Unternehmen hinter USDC, der zweitgrößten Stablecoin nach Tether, mit einer Marktkapitalisierung von fast 35 Milliarden Dollar. Die USA erleben derzeit die größte Bankenkrise seit 2008, und auch die US-Behörden gehen gegen Kryptounternehmen stärker vor. Die SEC startet eine Welle von Klagen. Die Vorwürfe lauten fast immer: unbefugte Emission von Wertpapieren. Obwohl Berichte sich häufen, dass beispielsweise das Kryptounternehmen Ripple mit seinem Token XRP wahrscheinlich als Sieger aus dem langwierigen Rechtsstreit gegen die SEC hervorgehen wird, ist das harte Vorgehen gegen die Kryptosektor laut dem Circle-CEO immer noch ein Grund für Projekte aus der Branche, sich abzuwenden.
Die Kryptosektor läuft bankenlos weiter
Gleichzeitig stürzten zwei der wichtigsten Banken, Signature und Silvergate, in sich zusammen. Tausende Unternehmen vertrauten auf die beiden Geldhäuser, um Kryptowährungen in US-Dollar umzutauschen. "Es ist schon jetzt schwierig für Krypto-Unternehmen eine Bank zu finden, die Geschäfte mit dir machen will. Das wird nun noch schwieriger gemacht. Du kannst kein JPMorgan-Konto eröffnen. Du kannst sie nicht anrufen und fragen..: Willst du mein Geld annehmen", fuhr Allaire fort.
Einige Kritiker, wie der Analytiker Nic Carter, beschuldigen die US-Regierung, den Sektor absichtlich vom Bankensystem abzuschneiden. Sie sprechen von der "Operation Chokepoint 2.0." Circle wurde auch von der Silicon Valley Bank‑Affäre getroffen. Das Unternehmen hielt dort 3,3 Milliarden Dollar an Reserven. Die Stablecoin verlor zeitweise ihren Anschluss an den US-Dollar, ausgelöst durch Panik am Markt.