CFTC bringt neue Krypto-Regeln auf den Weg, Spotmarkt bleibt eine Lücke
Die Vorschläge konzentrieren sich vor allem auf Leverage- und Margin-Handel, während der direkte Handel mit Bitcoin und Ethereum weitgehend außerhalb der bundesweiten Aufsicht bleibt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC hat zwei Vorschläge vorgelegt, um Krypto-Aktivitäten mit Leverage, Margin und Finanzierung unter bundesweite Aufsicht zu bringen.
- Eine neue Kategorie von Plattformen, crypto asset markets, soll Krypto-Exchanges einen klareren nationalen Aufsichtsrahmen geben.
- Der direkte Spotmarkt bleibt weitgehend außen vor, während die CFTC weiterhin gegen Betrug und Marktmanipulation vorgehen kann.
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hat am Montag zwei Vorschläge vorgestellt, um Krypto-Aktivitäten unter bundesweite Aufsicht zu bringen. Die Regeln richten sich vor allem an Handel mit Leverage, Margin oder Finanzierung. Der direkte Spotmarkt bleibt dabei weitgehend außen vor, sodass es im US-Rahmen für Krypto weiterhin eine wichtige Lücke gibt.
Zwei Wege für die Aufsicht
Laut der CFTC geht es um zwei Schienen: eine für die Transaktionen selbst und eine für die Parteien, die diesen Handel ermöglichen. Der zweite Weg soll zu einer neuen Kategorie von Plattformen führen, den crypto asset markets oder CAMs. Vorsitzender Mike Selig sagte in vorbereiteten Bemerkungen, die Regeln sollten Krypto-Exchanges einen klareren Weg geben, wenn sie unter eine einheitliche nationale Aufsicht fallen wollen.
Die Vorschläge knüpfen an die Befugnisse der CFTC für Handel mit geliehenem Geld oder Margin an. Wer also mit geliehenem Kapital handelt, fällt schneller unter diese Aufsicht. Die Behörde will außerdem, dass futures commission merchants bei bestimmten Krypto-Aktivitäten als Zwischenpartei auftreten, mit den üblichen Geldwäsche-Schutzmaßnahmen des Bank Secrecy Act.
Spotmarkt bleibt außen vor
Die größte Lücke liegt im Spotmarkt, wo Krypto direkt gekauft und verkauft wird, ohne Leverage oder Margin. Das gilt für einen großen Teil des Handels mit Tokens wie Bitcoin und Ethereum. Die CFTC kann dort zwar weiterhin gegen Betrug und Marktmanipulation vorgehen, hat aber keine breite Befugnis, diesen Markt vollständig zu regulieren.
Die Behörde sagte, dass das endgültige Ausmaß dieses Spotmarkts erst nach der 60-tägigen öffentlichen Konsultation klar wird. Außerdem wies die CFTC darauf hin, dass einige große Plattformen bereits als designated contract markets registriert sind, darunter Coinbase, Crypto.com und Bitnomial. Für Futures, Swaps und Optionen bleibt eine solche DCM-Registrierung erforderlich.
Druck auf Washington bleibt hoch
Der Schritt der CFTC kommt, nachdem der Digital Asset Market Clarity Act im vergangenen Monat im US-Senat ins Stocken geraten ist. Seitdem arbeiten die CFTC und die SEC weiter an eigenen Regeln, um das Fehlen eines neuen Gesetzes zur Marktstruktur aufzufangen. Die SEC war dabei schon früher vorangegangen, unter anderem mit Vorschlägen zur Verwahrung von Krypto und mit einer Ausnahme, die die Tokenisierung von Wertpapieren ermöglicht.
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die USA weiterhin nach einem praktikablen Modell für die Aufsicht über Krypto-Exchanges und den direkten Handel suchen. Die Kombination aus neuen CFTC-Regeln und früheren SEC-Schritten zeigt, dass sich die US-Marktstruktur schnell verändert, aber auch, dass die Trennlinie zwischen Spot, Derivaten und tokenisierten Assets vorerst noch nicht vollständig geschlossen ist. Die politische Blockade rund um den Clarity Act macht deutlich, warum die Aufseher nun selbst Tempo machen wollen.
Auch die SEC setzt inzwischen Schritte, die die Marktstruktur weiter verändern könnten. Mit neuen Verwahrungsregeln will die Behörde klarer machen, wie Fonds und Berater Krypto aufbewahren dürfen, während tokenisierte Handelsplätze bereits einen eigenen Weg erhalten.